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Werden Pakete aus dem Ausland nun endlich günstiger?

Anhörung zur Revision der Zollverordnung

Der Fall scheint klar: Mit der teilweisen Annahme der Motion 09.4209 hat das Parlament letztes Jahr beschlossen, dass private Spediteure für Kleinsendungen zwingend ein vereinfachtes Verzollungsverfahren anwenden müssen. Damit würden die Zollgebühren bei Internetbestellungen endlich günstiger und die Schweizer Konsumenten könnten vom tiefen Euro- und Dollarkurs profitieren. Umso erstaunlicher ist, dass die Eidgenössische Zollverwaltung bei der Umsetzung der Motion auch eine Gesetzesvariante ins Spiel bringt, die rein gar nichts ändern würde. Die Stiftung für Konsumentenschutz (SKS) setzt sich dezidiert für die Senkung der Zollgebühren ein.

Wer per Internet Waren im Ausland bestellt, erlebt bei der Lieferung des Pakets oft eine böse Überraschung: Einige Spediteure verlangen für die Verzollung der Ware hohe Gebühren, die teilweise höher sind als der Warenwert selbst. Auch das Parlament hat diesen Missstand erkannt und im Dezember 2010 praktisch oppositionslos den Punkt 1 der Motion 09.4209 von Nationalrätin Susanne Leutenegger Oberholzer angenommen. Dieser sieht vor, dass die privaten Spediteure künftig ein vereinfachtes Verzollungsverfahren für kleine Pakete anwenden müssen.

Die Anhörung, wie die Motion 09.4209 umgesetzt werden soll, endet am 15. August 2011. Von der Öffentlichkeit wurde diese Anhörung bisher nicht beachtet, obwohl sie für die Schweizer Konsumenten von grosser Wichtigkeit ist. Die Eidgenössische Zollverwaltung schlägt drei Varianten (A, B, C*) vor. Bei der Variante A bliebe die vereinfachte Zollanmeldung weiterhin freiwillig. Mit anderen Worten: Gegenüber der heutigen Situation änderte sich absolut nichts und die Preise für Paketlieferungen aus dem Ausland würden nach wie vor hoch bleiben.

Variante B hingegen sieht vor, dass alle Paketdienstleister – das heisst, die wichtigsten Spediteure von Kleinsendungen – zwingend die vereinfachte Verzollung anwenden müssen. Die Stiftung für Konsumentenschutz (SKS) lehnt deshalb die Variante A dezidiert ab und setzt sich für eine Verpflichtung zur vereinfachten Verzollung im Sinne der Variante B ein. Nur so sinken die Preise für Paketlieferungen aus dem Ausland und die Schweizer Konsumenten können vom schwachen Euro und Dollar profitieren.

*Auf Variante C wird hier nicht eingegangen. Sie ist aus diversen Gründen schlecht geeignet.

8 Kommentare zu “Werden Pakete aus dem Ausland nun endlich günstiger?”



andré schnyder

Ich unterstütze das Anliegen und danke der SKS für seinen Einsatz.
Besonders skandalös finde ich an diesem Fall, dass sich die VERWALTUNG, die einfach Weisungen zu erfüllen hätte (in einem geordneten Staatswesen mindestens), sich anmasst in dieser offenen Unverfrorenheit gegen einen Beschluss der Legislative zu intrigieren (im Versteckten tut sie es ja sicher jeden Tag). Im Übrigen: nach 40 Jahren als
Steuerzahler, Konsument, Stimmbürger: Schnauze voll und alle Illusionen abgeschminkt.



Zumstein Hans

Was der Fiskus bzw. die Staatskasse mal in den Klauen hat, das gibt er/sie nie mehr her. Dafür gibt’s unzählige Beispiele. Am Ende der Kette steht immer der „dumme“ Konsument bzw. der Steuerzahler, der den aufgeblasenen Staatsapparat (ob mit Gebühren/Zöllen/Steuern) berappen muss!



Enz

Die Politiker scheinen sich nicht darüber bewusst zu sein dass solche sagen wir Lenkungsabgaben?? einen Trotzeffekt bei den Leuten auslöst. Ich meinerseits denke es ist an der Zeit den Euro zu adoptieren mit allen Konsequenzen.



Finschi Hans

Ich habe betr. Zollgebühren auch schon unangenehme Überraschungen erlebt. Darum unterstütze ich die Forderung des SKS mit Überzeugung!



M. Lutz

Die Abzocker sind immer die Gutverdiener. Dass uns unsere Regierung das Volk ebenfalls über den Tisch zieht ist schlicht eine Frechheit. Bussen, Gebühren Zoll – hier könnensie schalten und walten wie sie wollen.
Aber, wenn das Volk dauernd neue Ausgaben beantragt/bewilligt, die Steuern dafür abe nicht erhöhen will, müssen die EInkünfte halt eben kreativ erhöht werden.
Denkt also bei der nächsten (Sozial)-Vorlage dran, dass nicht der Staat sondern wir Bürger das bezahlen müssen.



WJHunsperger

Sinken die Einnahmen des Bundes an einer Stelle, so muss das Geld durch den Steuerzahler ersetzt werden. Das Volk zahlt immer.



M. Laeng

Ist ja auch interessant, dass die Zollverwaltung am 15.8 mit einem Dollarkusr von 0.9CHf rechnet. Wo er doch bei 0.77 ist…



K-H Böhm

Am 31.03.2011 wurde die Mehrwertsteuer meiner Internetbestellung bei Amazon vom Postzollamt mit einem Wechselkurs von 1.65 EUR/CHF statt 1.31 (Tageskurs Kreditkarte) berechnet. Daher glaube ich, dass der Bund nie zulassen wird, dass für den Konsumenten die Preise sinken werden, weil: tiefere Preise = weniger Mehrwertsteuer = weniger in der
Bundeskasse. Fazit die Preise bleiben oben.

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