Startseite Medienmitteilungen Tariferhöhungen von 20 Prozent sind nicht zumutbar

Tariferhöhungen von 20 Prozent sind nicht zumutbar

Infrastrukturkosten nicht nur den Reisenden zuschieben

Innert weniger Jahren eine Erhöhung der Billettpreise um 20 Prozent: Für die SKS wird mit diesem Szenario ein zu grosser Teil der Infrastrukturkosten auf die Nutzerinnen und Nutzer des ÖV abgewälzt. Zuerst muss eine politische Diskussion stattfinden und auch weitere Finanzierungsmodelle geprüft werden, ist die SKS überzeugt.

Ähnlich wie die Krankenkassenprämien sollen die ÖV-Preise in den kommenden Jahren jedes Jahr kontinuierlich ansteigen: Der Verband öffentlicher Verkehr VöV hat heute ein Szenario dargelegt, welches vorsieht, das die Passagiere des ÖV bis 2018  insgesamt Preiserhöhungen von 20 Prozent in Kauf nehmen sollen!

Das ist zu viel, ist die SKS überzeugt. Nachdem die Tarife schon in den letzten beiden Jahren markant gestiegen sind, darf es bis ins Jahr 2018 nicht so weitergehen. Hinzu kommen die Diskussionen um höhere GA-Preise, je nach Strecke und Zeit differenzierte Tarife sowie die Abschaffung des Mobilitätsabzuges bei den Steuern.

Offen ist aber noch, welche Angebots- und Qualitätsverbesserungen vordringlich sind. Die SBB spricht bereits von massiven Ausbauplänen auf der Strecke Bern – Zürich mit Kostenfolgen in Milliardenhöhe. Ob eine Zeitersparnis von 11 Minuten auf dieser Strecke wirklich einem zentralen Kundenbedürfnis entspricht, ist fraglich.

Die SKS begrüsst zwar, dass der VöV die möglichen Szenarien, wie die Tariferhöhen vonstatten gehen sollen, frühzeitig veröffentlicht und zur Diskussion stellt. Es ist auch positiv, dass der VöV gegenüber dem Projekt Finanzierung der Bahninfrastruktur FABI deutlich tiefere Preiserhöhungen für die Reisenden vorsieht.  „Aus unserer Sicht ist es aber zu früh, um solche Szenarien detailliert darzulegen“, ist SKS-Geschäftsleiterin Sara Stalder überzeugt, „eben erst wurde die FABI-Vernehmlassung abgeschlossen, Botschaft und die parlamentarische Beratung stehen noch aus“. Damit sind noch viele wichtige und kostenrelevante Fragen offen.

Mit der FABI soll zuerst die Finanzierung der Bahninfrastruktur festgelegt werden, die angemessene Beteiligung von Bund, Kantonen und Gemeinden und weitere Szenarien müssen diskutiert werden. Bislang, so hat man den Eindruck, werden vor allem für die Nutzer des öffentlichen Verkehrs – und damit für das schwächste Glied in der Kette – happige Preisaufschläge in die Runde geworfen.

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