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Set-Top-Boxen: Cablecom streicht Kauf-Option

Nationalrat lehnt Abschaffung des Set-Top-Boxen-Zwangs ab

Der Set-Top-Boxen-Zwang beim digitalen Fernsehen wird nicht abgeschafft: Heute hat der Nationalrat eine entsprechende Gesetzesänderung abgelehnt. Damit ziehen einige Anbieter von Digital-TV weiterhin ihren Kunden unverfroren das Geld aus der Tasche: So sind beispielsweise Cablecom-Kunden neuerdings gezwungen, die Set-Top-Box zu mieten – die Kauf-Option wurde klammheimlich gestrichen!

Der Nationalrat hat es heute abgelehnt, den Set-Top-Boxen-Zwang beim digitalen Fernsehen abzuschaffen. Ohne diese Änderung des Bundesgesetzes über Radio und Fernsehen (RTVG) bleibt alles beim Alten: Kabelnetzbetreiber wie Cablecom dürfen weiterhin das TV-Signal verschlüsseln und für die zur Entschlüsselung notwendigen Set-Top-Boxen Geld kassieren. Ein lukratives Geschäftsmodell, das Cablecom mit einer neuen Regelung weiter auf die Spitze treibt: Neu können ihre Kunden die Set-Top-Box nicht mehr kaufen, sie müssen diese zwingend mieten. Für Sara Stalder, Geschäftsleiterin der Stiftung für Konsumentenschutz (SKS), ist dies eine skandalöse Ausnutzung der Monopolstellung: «Stellen Sie sich vor, Sie könnten ein neues Auto nur bei einem ganz bestimmten Händler beziehen. Nun schreibt ihnen dieser auch noch vor, dass Sie den Wagen nicht kaufen dürfen, sondern zwingend mieten oder leasen müssen. Der Aufschrei in der Schweiz wäre riesig. Aber bei den Anbietern von digitalem Fernsehen gelten offenbar andere Massstäbe.»

Auch nach dem heutigen Entscheid des Nationalrates wird die SKS nicht klein beigeben. «Die Schlacht ist zwar verloren, der Krieg ist aber noch nicht entschieden. Wir werden nun eine umfassende Lageanalyse vornehmen und alle möglichen Optionen prüfen, um doch noch diesen unsäglichen Set-Top-Boxen-Zwang abzuschaffen», sagt Sara Stalder.

12 Kommentare zu “Set-Top-Boxen: Cablecom streicht Kauf-Option”



Marco



Inaudito

Wahltag ist Zahltag! Wo kann ich denn das namentliche Abstimmungsresultat finden ? Finde nichts am 11. April 2011.



Regor

Interessant ist auch die Tatsache, dass wenn man von der Set-Top-Box auf die DigiCard umsteigen will, für die gleichen Sender mehr bezahlt als mit der Box. Denn entweder hat man die Box für CHF 6.– gemietet oder sie vor Jahren für CHF 150.– gekauft. Letztere hatten keine monatliche zusatzkosten mehr. Wechselt man jetzt auf die DigiCard und will
die gleichen Sender wie mit der Box haben, muss man das „Classic“ Abo lösen. Dieses kostet aber CHF 10.– im Monat!!!

Fazit: DigiCard Nutzer werden benachteiligt!



Hans

Den Gipfel der Frechheit finde ich, dass die neuen Kombi-Angebote der CC nur mit Decoder gelten. Digi-Card Besitzer sind aussen vor und zahlen viel mehr. Dieser Bude gehört endgültig das Handwerk gelegt.



Marco

Es ist eine Frechheit wie diese Lobbyisten im PArlament immer ständig die Interessen der Grossfirmen wie Cablecom oder Krankenkassen vertretten statt sich für die Bevölkerung einzusetzen….unglaublich



Dubs Ueli

@fatkey „Und wer will kann ja immer noch Analog fernsehen oder sich eine Schüssel raushängen.“ – Würde es nach dir gehen, hätten wir sicher noch schwarz/weiss TV. Aber du würdest dir sicher ein Böxli für farbiges TV andrehen lassen und dann nochmal eins für HD.



Dubs Ueli

@fatkey – falsch. Mein jähriger TV kann kein CI+, sondern nur CI, somit brauche ich eine Set Top Box oder einen Tuner und die brauchen nun mal Strom. Mit unverschlüsseltem Signal macht das mein TV. Einverstanden? Wenn nicht, hast du nichts begriffen und bist womöglich von Cablecom & Co. Swisscom TV, Satellit etc: Will ich nicht und brauch ich
nicht, dafür habe ich eine TV-Dose in meiner Wand. Hier müssen wir nicht Aepfel und Birnen vergleichen, gell.



Franz Müller

Unglaublich was da hier abgeht.

Hallo Nationalrat: Ihr wollt do Strom sparen, wie wollt Ihr denn dass erreichen, wenn wir die stromfressende UPC box nutzen müssen?
Des weiteren: sieht Euch in den Nachbarländer rum: gibts einen, der den offene Markt verbietet?

Des weiteren: Wie früher zu Zeiten der DDR verbietet Ihr den offenen Markt. Soll dies die Lösung sein?

Sehr geehrte UPS Cablecom: Ihr habt mit Eurem Kundendienst der mittlerweile recht gut ist, wieder viel Kundensympathie geholt, die mit so unnützen Sachen KOMPLETT wieder zerstört werden. Ist dies wirklich in Eurem Sinn? Finde das Verhalten von UPC Cablecom absolut skandalös!!

Noch nen Tip an alle: Habe mir ein Kabel-Receiver mit CI+ – Interface gekauft -> kann so auch an der SW schrauben.



MG

Hoffentlich reagiert das Schweizer Volk bei den nächsten Wahlen: Bürgerliche Politiker müssen abgewählt werden, sonst ändert sich nie etwas.



Simon Beck

CI+ ist ja nicht wirklich eine Option: siehe http://www.youtube.com/watch?v=cvroR8cN6To

Da kann man z.B. genau so gut alle Antiviren Programme für PC’s verbieten.

Riesen Schweinerei das ganze.



fatkey

Stimmt so nicht. Die Digicard kann gekauft werden und es enstehen keine weiteren kosten. Ausserdem kann diese dann in irgend einem CI+ Tuner verwendet werden. Ist also nichts mit Stromfresser! Wie ist denn das bei Swisscom TV? Darüber regt sich wohl niemand auf. Und wer will kann ja immer noch Analog fernsehen oder sich eine Schüssel raushängen.



Dubs Ueli

Hier wird an den Bedürfnissen der Konsumenten vorbeigelaffert – FDP und CVP werden für ihre „Markt spielen lassen“-Politik schon noch ihre Rechnung erhalten. Ausserdem braucht wirklich niemand diese Stromfresser – Fukushima sollte uns Warnung genug sein und da gilt es überall Strom zu sparen, es wäre ja so einfach.

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