Startseite Medienmitteilungen Verpackungen: Hersteller und Gesetzgebung sind gefordert

Verpackungen: Hersteller und Gesetzgebung sind gefordert

Migrationen aus Verpackungen sind bedenklicher als Pestizid-Rückstände

Lebensmittel werden durch Verpackungen viel stärker kontaminiert als durch Pestizide: Die Sendung Kassensturz zeigte gestern Abend das eindrückliche Beispiel Erdölverunreinigungen, doch auch Lacke, Tintenfarben, Weichmacher wie ESBO oder Bisphenol A können die Gesundheit der Konsumenten gefährden. Die Stiftung für Konsumentenschutz fordert deshalb von den Herstellern grössere Sorgfalt und von den Behörden eine angepasste Gesetzgebung.

Rund 50‘000 Substanzen werden für Verpackungen eingesetzt. Kontrolliert und als unbedenklich eingestuft wurden davon bislang nur ein kleiner Teil. In den letzten Jahren haben denn auch Migrationen von unerwünschten Stoffen aus den Verpackungen in die Lebensmittel für Schlagzeilen gesorgt: Der Weichmacher ESBO, Bisphenol A, Lacke, Tintenfarben und – wie gestern Abend in der Sendung Kassensturz anschaulich gezeigt – Rückstände aus Erdöl in Recyclingkarton und Druckfarben verunreinigen Lebensmittel und gefährden die Gesundheit der Konsumentinnen und Konsumenten. Selbst in Baby- und Kindernahrung wurden bedenkliche Rückstände gefunden – 2005 wurden 30 Millionen Liter Babymilch von Nestlé und Kinderkakao von Milupa von den europäischen Behörden beschlagnahmt, weil Verunreinigungen durch Lacke festgestellt wurden.

Die Situation ist komplex: Die Zusammensetzung der Verpackungen wird dauernd geändert, neue Substanzen werden eingesetzt und auch neue Verfahren kommen hinzu. Zudem ist die Nanotechnologie dabei, bei den Verpackungen Einzug zu halten, ohne dass man die Auswirkungen auf die Gesundheit der Konsumenten abschliessend geprüft hätte.

Angesichts der enormen Zahl an Substanzen, der fehlenden Untersuchungen auf die toxikologische Unbedenklichkeit und der damit fehlenden Grundlage, um gesetzliche Vorgaben für die Verpackungsindustrie zu schaffen, fordert die SKS stärkere Anstrengungen. „Bei Verpackungstinten hat es die Schweiz als einziges europäisches Land geschafft, eine verbindliche Liste der Farben zu schaffen, welche verwendet werden dürfen“, hält SKS-Geschäftsleiterin Sara Stalder fest, „nun müssen auch für andere Stoffe dringend verbindliche Regeln erfolgen“. Das Problem bei den Verpackungen ist seit Jahren bekannt, die Hersteller haben ihre Eigenverantwortung nicht wahrgenommen und auch die Kontrolle ist angesichts der komplexen Problematik überfordert. Das Bundesamt für Gesundheit ist deshalb gefordert, hier die notwendigen gesetzlichen Grundlagen und die finanziellen und personellen Mittel zur Verfügung zu stellen. Die SKS hat bereits bei der Vernehmlassung zum neuen Lebensmittel- und Hygienegesetz, welches nun seit längerem bei der Verwaltung zur Weiterbehandlung wartet, auf diese Problematik hingewiesen und Verbesserungen verlangt.

Ein Kommentar zu “Verpackungen: Hersteller und Gesetzgebung sind gefordert”



Angela B. Nussbaumer

Das ist erschreckend! Aber noch schlimmer ist die Lethargie der Konsumenten, die sich keinen Deut drum zu scheren scheinen, was tagtäglich auf ihren Körper und somit direkt auf ihre Gesundheit einwirkt. Hauptsache billig, billiger, am billigsten und husch-husch verfügbar.

Dass innerhalb der EU keine Richtlinien bestehen, wundert mich doch kein bisschen.

Persönlich bleibe ich bei Schweizer Produkten, wo immer ich kann.

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