Startseite Medienmitteilungen Farbstoffcocktail: Schweiz darf nicht weiter zuwarten

Farbstoffcocktail: Schweiz darf nicht weiter zuwarten

In der EU müssen Süssigkeiten mit Azofarbstoffen ab morgen mit einem Warnhinweis versehen werden

Sie sind süss, bunt aufgemacht und enthalten ab und zu einen wahren Farbstoffcocktail: Eine Markterhebung der drei Konsumentenschutz-Organisationen SKS, FRC und ACSI zeigt, dass von 55 gekauften Produkten immerhin 19 sogenannte Azofarbstoffe enthalten. Einen Warnhinweis, wie ihn die EU auf den 20. Juli hin einführt, erachten die Schweizer Behörden weiterhin als unnötig. 

Produkte, welche Azofarbstoffe oder Chinolingelb enthalten, müssen in der EU ab morgen Dienstag mit einem Warnhinweis gekennzeichnet werden: „Kann Aktivität und Aufmerksamkeit bei Kindern beeinträchtigen“.  Das EU-Parlament hat die EU-Gesetzgebung zu Lebensmittelzusatzstoffen entsprechend geändert und verfügt, dass die Lebensmittel mit diesen Zusatzstoffen ab dem 20. Juli 2010 mit dem Hinweis gekennzeichnet werden müssen. Die bunten und auffälligen Produkte sprechen in erster Linie Kinder und Jugendliche an – eine sehr sensible Konsumentengruppe.

Sinnvoll ist nach Meinung der Konsumentenschutz-Organisationen ein Verbot: „ Es ist nicht nachvollziehbar, weshalb diese Stoffe weiterhin eingesetzt werden, solange sie im Verdacht stehen, die Gesundheit der meist jungen Konsumentinnen und Konsumenten zu beeinträchtigen“, hält SKS-Geschäftsleiterin Sara Stalder fest. Die Hersteller können anstelle der synthetischen auf natürliche Farbstoffe umstellen. Es gibt mittlerweile eine ganze Reihe von Süssigkeiten, welche auf dieser Basis gefärbt werden.

Markttest

Wie verbreitet Azofarbstoffe noch immer sind, zeigt der Markttest der drei Konsumentenschutz-Organisationen. In verschiedenen Schweizer Detailhandelsgeschäften (Coop, Migros, Denner, Aldi, Kioske) wurden 55 Produkte gekauft, welche sich von der Aufmachung her meist besonders an Kinder und Jugendliche richten: Sie sind sehr bunt, benutzen für die Verpackung besonders grelle Farben, werben mit Comicsfiguren oder sprechen sonst durch Verpackung und Aufmachung Kinder besonders an. Die 55 gekauften Produkte, welche anhand dieser Kriterien eingekauft wurden, zeigen, dass der Anteil an Süssigkeiten mit Azofarbstoffen hoch ist. 19 Produkte oder knapp 35 Prozent enthalten Azofarbstoffe oder Chinolingelb. 10 Produkte enthielten zwei oder drei Azofarbstoffe, eines sogar vier. Ein Warnhinweis war auf keinem Produkt zu finden. Positiver Aspekt: Kein Produkt, welches gesundheitsbezogene Anpreisungen wie „Ohne künstliche Konservierungsstoffe“, „Ohne Zucker“ oder „Mit natürlichen Aromen“ aufgedruckt hat, enthält Azofarbstoffe oder Chinolingelb.

Forderung der Konsumentenschutz-Organisationen

Für die SKS, FRC und ACSI ist es nicht einsichtig, weshalb die Schweizer Lebensmittel-Gesetzgebung der EU-Gesetzgebung anpasst, in einem solchen Bereich jedoch eine Ausnahme gemacht wird. Gemäss dem Vorsorgeprinzip ist es nur folgerichtig, dass der Warnhinweis auch für die Schweiz gilt. Die drei Organisationen haben sich deshalb an das Bundesamt für Gesundheit gewandt und verlangt, dass die Gesetzgebung auch in diesem Teilbereich den EU-Vorschriften angepasst werden soll. Tartrazin war in der Schweiz während 15 Jahren verboten, im Jahr 2002 wurde dieser Azofarbstoff für bestimmte Anwendungen wieder zugelassen – im Zuge einer Anpassung an die EU und dem Abbau von Handelshemmnissen. Einen Nutzen haben die Konsumentinnen und Konsumenten von der Verwendung der Azofarbstoffe keinen. Sie dienen lediglich dazu, die Süssigkeiten, Süssgetränke und Backwaren für Kinder bunter und damit ansprechender zu gestalten.

Hinweise für die Konsumenten

•    Achten Sie beim Kauf von Süssigkeiten und Süssgetränken auf die Zutatenliste. Azofarbstoffe erkennen Sie an den Nummern E 102 (Tartrazin), E110 (Sunsetgelb, Gelborange), E 122 (Azorubin, Carmoisin), E 124 (Ponceau,Cochenillerot A) E 129 (Allurarot AC) und Chinolingelb (E 104). Chinolingelb ist kein Azofarbstoff, steht jedoch im Verdacht, Allergien auszulösen und Hyperaktivität bei Kindern zu fördern.

•    In unserem Marktcheck ist eine Auswahl von Produkten zu finden, welche Azofarbstoffe enthalten, beziehungsweise welche ohne hergestellt werden.

•    Achten Sie beim Kauf von Lebensmittel auf Produkte, welche mit Frucht- oder Pflanzenkonzentraten gefärbt sind.

•    In Bioprodukten dürfen Azofarbstoffe und Chinolingelb nicht enthalten sein. Sie sind also diesbezüglich unbedenklich.

 


Auf Facebook teilen    Auf Google+ teilen

Ein Kommentar zu “Farbstoffcocktail: Schweiz darf nicht weiter zuwarten”



sue

azofarbstoffe

Ratgeber

Miniratgeber: Günstig und gut: Lebensmittel

Gönnerpreis: 4.50 CHF
Normalpreis: 9.50 CHF

Ratgeber: Gut, gesund und günstig

Gönnerpreis: 19.00 CHF
Normalpreis: 24.00 CHF

2 Miniratgeber: Smart einkaufen

Gönnerpreis: 8.00 CHF
Normalpreis: 17.00 CHF


Hosting von oriented.net