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SKS klagt gegen Cablecoms Aufnahmeverbot

Verletzt das Aufnahmeverbot das Urheberrechtsgesetz und die Regelung mit dem Preisüberwacher?

Die offiziell heute eingeführte DigiCard von Cablecom führt das totale Aufnahmeverbot im Fernsehen ein. Diese Einschränkung der Rechte der Fernsehfreunde nimmt die SKS nicht hin. Sie klagt gleich doppelt. Denn ihres Erachtens verletzt das totale Aufnahmeverbot das Urheberrechtsgesetz und die Cablecom-Regelung mit dem Preisüberwacher.

Offiziell heute führt Cablecom die neue DigiCard ein. Damit kann auf die lästige Set-Top-Box verzichtet werden. Doch die Freude verblasste rasch: Die DigiCard funktioniert mit dem System CI+, mit dem zahlreiche Fernseher nicht funktionieren. Zudem erlaubt CI+, das Aufnehmen zu untersagen. Ursprünglich hiess es, Cablecom werde von sich aus nicht davon Gebrauch machen. Doch nun wurde die Karte so eingestellt, dass das Aufnahmeverbot für alle Sender gilt!

Das Aufnahmeverbot stellt eine unerhörte Einschränkung der Rechte der Fernsehfreunde dar. Die SKS setzt alles daran, dagegen vorzugehen. Daher klagt die SKS gegen Cablecom – und zwar doppelt:

•    In der einvernehmlichen Regelung zwischen Cablecom und dem Preisüberwacher vom 9. März 2010 ist explizit festgehalten, dass Cablecom den Konsum und die Speicherung von Inhalten mittels CI+ nicht einschränkt, ausser es werde von den Inhaltsanbietern ausdrücklich verlangt. Die SKS gelangt daher an das zuständige Volkswirtschaftsdepartement von Frau Bundesrätin Leuthard, einer Verletzung des Preisüberwachungsgesetzes nachzugehen.

•    Der Kopierschutz auf Vorrat kann eine «missbräuchliche Anwendung von technischen Massnahmen» gemäss Urheberrechtsgesetz darstellen. Die SKS reicht daher den Fall bei der zuständigen Beobachtungsstelle für technische Massnahmen (BTM) ein.

Zwar nennt Cablecom Gründe für das totale Aufnahmeverbot. So sei es dem Lieferanten noch nicht möglich gewesen, eine Lösung vorzulegen, welche das Aufnahmeverbot pro Sender steuern lässt. «Warum hat Cablecom dann nicht auf das Aufnahmeverbot verzichtet statt es für alle Sender einzuführen?», wundert sich Sara Stalder, Geschäftsleiterin der SKS. «Unsere Klagen schaffen Klarheit, auch für die Cablecom. Nämlich die Klarheit, wie weit bei Fernsehsendungen generell und bei CI+ im Speziellen überhaupt Aufnahmeverbote erlassen werden dürfen.»

Auch läuft mit dieser Lösung der ungeliebte Boxenzwang weiter: Wer aufnehmen will, braucht weiterhin die lästige Set-Top-Box. Und zwar von der Firma Cablecom. Cablecom verspricht zwar, diese Lösung gelte nur bis im September 2010. Doch die SKS will nun Fakten statt Versprechen. Gerade auch das geschickte Timing von Cablecom spricht hierfür: Vom 10. Februar bis zum 10. Mai lief die Vernehmlassungsfrist zum Gesetzesentwurf des Bundesamtes für Kommunikation (BAKOM) zu den Set-Top-Boxen und zu CI+. Die Stellungnahmen wären sicherlich harscher ausgefallen, wenn Cablecom innerhalb dieser Frist statt erst sieben Tage nach deren Ablauf über das Aufnahmeverbot orientiert hätte.

20 Kommentare zu “SKS klagt gegen Cablecoms Aufnahmeverbot”



Christian Siegenthaler

und übrigens, wieso läuft in den österreichischen Cablecom-Netzen alles unverschlüsselt ??? (siehe unter http://www.cablecom.at) – ganz einfach, die Schweizer lassen sich einfacher über den Tisch ziehen !!!



Christian Siegenthaler

Wieso lassen wir zu, dass eine amerikanische Firma, unsere schweizer- und andere frei empfangbare Programme gratis empfängt, diese ins DVB-C Netz einspeist,verschlüsselt und sie uns noch einmal verkauft ? Das Problem sind ja nicht die Programme der privaten HD+ Gruppe (Sat1, RTL,VOX etc), diese soll sehen wer will,das Problem sind wie erwähnt die
frei Empfangbaren. Aus meiner Sicht ein Skandal !



Gerhard Müller

Interessanter Artikel über diese ganze CI+ Problematik:

http://www.heise.de/newsticker/meldung/CI-Plus-Modul-veraergert-Kabel-Deutschland-Kunden-1019918.html

Zertifizierte CI+ Karten funktionieren nicht in zertifizierten CI+ Geräten…

Einfach auf auf CI+ (und HD+) verzichten.

Grüsse



Vincenzo Formica

Die Geschäftsstrategie der Cablecom ist klar: Der Kunde soll für das Aufnehmen von Sendungen bezahlen. Die Cablecom verlangt also Geld, ohne eine Gegenleistung zu erbringen!
Ich bin über diesen Zustand absolut empört.
Die Begründung, dass ein Softwareproblem der Grund für die Aufnahmesperre sei ist eine glatte Lüge!
Ich kenne keine Firma die Ihre Monopolstellung so schamlos ausnutzt wie die Cablecom. Es gibt leider keinen funktionierenden Wettbewerb.



A.M.

Interessant ist, dass das Aufnehmen von Sendungen mit der Miet-Settopbox von Cablecom (HD mediabox recorder) in keiner Weise beschränkt wird. Die Aufnahme-Sperre beim CI+-Modul hat insofern wenig mit dem Schutz der Rechteinhaber und viel mit geschäftlichem Kalkül von Cablecom zu tun (das Vermieten teurer Settopboxen ist halt attraktiver als der
einmalige Verkauf eines CI+-Moduls). Von Wahlfreiheit kann unter diesen Umständen keine Rede sein!



Franco

Die Geschäftsleitung und die verantwortlichen Manager der Cablecom haben es immer noch nicht begriffen!
Statt im Sinne des Kunden ein akzeptables Angebot zu unterbreiten und damit problemlos gutes Geld zu verdienen, versucht die Cablecom bei jeder Gelegenheit den „angeblichen“ Kunden über den Tisch zu ziehen.
So eine Firma hat zu Recht einen grottenschlechten Ruf und muss konsequent gemieden werden!
Und die zuständigen Politiker und Behörden sollen endlich ihre Verantwortung wahrnehmen und diese Monopolgesellschaft in die Schranken weisen!



Schumacher Nico

Wenn die Cablecom nicht zusätzlich CI einführt, ist Sie für mich gestorben. Dann gibts in unserem Hause ab Ende Jahr eine SAT-Anlage und viele kommen sogar gratis dazu.
Für einmalige 40CHF gibts die Schweizer SF1+2+i inkl HD Suisse für immer.



Noel

weil es für IPTV (SwisscomTV) noch so gut wie keine Settop Boxen für den Endkunden auf dem Markt gibt. Für DVB-C hingegen gibt es diese in Massen! Wenn du die Gesetzesvorlage gelesen hättest, dann wäre dir aufgefallen das SwisscomTV nicht ausgeschlossen ist, sondern nur eine Schonfrist von zwei Jahren gewährt wurde, da die Technologie im Gegensatz
zu DVB-C recht neu ist.



smili

Lustigerweise kann ich auch keine auf dem freien Markt erhältlichen Geräte für das Swisscom TV kaufen, sprich es ist die gleiche Situation, warum unternimmt der SKS da nichts??



A Bernhard

Ich erlaube mir noch einmal darauf aufmerksam zu machen dass die CI+ Spezifikation ausdrücklich verlangen, dass ’nicht-PayTV-Inhalte‘ CI kompatibel verschlüsselt werden müssen und nicht CI+ kompatibel. Ich verstehe wirklich nicht, weshalb sich Cablecom nicht daran halten muss oder weshalb offenbar plötzlich alle Sender zu PayTV werden.



Martin Willi

Die Karte kostet CHF 99.00 und die Bearbeitungsgebühr CHF 30.00.

Dünkt mich teuer.



Noel

RTL und Sat1 verlangen nur eine Aufnahmesperre bei den HD Sendern und diese Sender werden ausschliesslich in Deutschland angeboten! RTL und Sat1 haben ja selber gesagt, dass eine Aufnahmesperre bei den nicht HD Sendern nicht eingeführt wird.



Meierhans

@Martin Mader

Soll CC doch die „Durchdrücksender“ rausschmeissen oder nur diese per CI+ verschlüsseln. Die (kleine) Nachfrage nach würde es dann schon Regeln.



Martin Mader

Guten Abend
ich will die Cablecom jetzt nicht in Schutz nehmen, aber in diesem Fall ist sie nur Mitläufer bzw. schützt sich vor den gierigen deutsche Privatsendern. Würde Cablecom eine Aufnehmen erlauben, hätte sie vermutlich sofort eine Klage der Sender am Hals.

Die wahren Schuldigen sind hier bspw. RTL oder VOX welche CI+ durchgedrückt haben.

Daher sollte meiner Meinung nach der Konsumentenschutz hier ansetzen: das total veraltete und kundenunfreundliche Verhalten, der Flim- und Musikindustrie welche nur darauf bestrebt ist möglichst viel Geld für wenig Leistung zu kassieren.



seppT

aus meiner sicht muss hauptsächlich der preisüberwacher einschreiten.
denn seine abmachung wird nicht eingehalten.

er freut sich über post :)

der text von Noel bringt etwas wichtiges auf den punkt!



Noel

Den Punkt vom Preisüberwacher wurde übrigens ebenfalls nicht eingehalten:

(Einvernehmliche Regelung mit dem Preisüberwacher Absatz IV Punkt 2)

„Der Vertrieb der Module erfolgt durch den Einzelhandel. Die Einzelhändler legen den Preis fest.“

Das Modul wird nur von der Cablecom vertrieben! Sie können ja auch nicht anders, da die Cablecom die Karte und das Modul pairen (verheiraten) somit kann die Smartkarte nur mit dem Cablecom Modul laufen und nicht mit einem Handelsüblichen Modul von Mediamarkt und Co. Dies wäre auch möglich aber Cablecom verschliesst sich auch hier wieder dem freien
Markt! SKS, das Karten Pairing mit dem Cablecom Modul könnt ihr also auch mal unter die Lupe nehmen! Es heisst ja, die Module müssen im Handel erwerblich sein und die Smartkarte muss von Cablecom zur Verfügung gestellt werden.
Das Cablecom nun aber den Alleingang wählt ohne Einzelhandel und wieder mit prioritärer Hardware arbeitet kann nicht geduldet werden!



Ueli Fäh

Das schlägt dem Fass den Boden aus! Cablecom führt eine Verhinderungs-Technologie ein, die sie nicht im Griff hat und glaubt allen Ernstes, die Kunden schlucken diese bittere Pille einfach so?
Wie lange müssen wir Cablecom-Kunden uns noch für dumm verkaufen lassen?
Danke SKS, dass Ihr Euch für uns einsetzt!



MAD

yup, jetzt aber nägel mit köpfen.
das geht ja wohl gar nicht.
ist doch klar dass das verhindern von aufnahmen ALLER sender illegal ist.
und dann noch mit so einer völlig unglaubwürdigen ausrede.
will man sich zeit verschaffen bis ein anderer weg gefunden wird,
den boxenzwang zu zementieren ?
oder gibt es ab herbst tv-geräte welche die zusatzdienste ohne box empfangen können ?
nicht zu vergessen dass nun auch mit der Digicard
diverse free-tv (auch nicht-HD) sender zu pay-tv wurden.
und was ist eigentlich mit den abgaben auf leer-datenträger ?



M.Bösiger

Werde auf jeden Fall bei Cablecom nichts kaufen !!!!!



Ueli Metzger

Cablecom, so eine Drecksfirma, kauft bloss nichts von denen.

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