Startseite Medienmitteilungen Elmex bleibt teuer, trotz der erfreulichen Busse der Weko

Elmex bleibt teuer, trotz der erfreulichen Busse der Weko

SKS fordert von der Wettbewerbskommission, auch die heutige Marktsituation unter die Lupe zu nehmen

Die Wettbewerbskommission (Weko) hat heute eine Denner-Klage gegen das Importmonopol des Elmex-Herstellers gutgeheissen und eine Busse von 4.8 Millionen Franken verhängt. Die SKS ist erfreut: Endlich geht die Weko gegen Vertikalabreden vor, welche zu massiv überhöhten Preisen führen. Der Entscheid ist daher richtungsweisend. Leider gilt die Weko-Busse nur für die Marktsituation bis 2006, auch wenn der Wettbewerb heute weiterhin nicht spielt. So konnte Denner noch im September 2009 nur Kleinstmengen an günstiger Elmex parallel importieren. Die SKS verlangt von der Weko, das Kartellgesetz konsequent durchzusetzen und für tiefere Preise zu sorgen.

Die Zahnpasta Elmex kostet in den Niederlanden umgerechnet etwa 2.95 Franken. In der Schweiz ist der Preis jedoch massiv höher: Coop verlangt 4.40 Franken für die Zahnpasta mit Aminfluorid, Migros 4.90 Franken. Grund: Die Hersteller von Markenartikeln verlangen vom Schweizer Detailhandel für die identischen Produkte viel höhere Einkaufspreise als von den ausländischen Detailhändlern.

Dagegen hat Denner bei der Wettbewerbskommission (Weko) Klage eingereicht und heute Recht bekommen. Die Weko büsst die Elmex-Herstellerfirma Gaba (im Besitz des US-Konzerns Colgate Palmolive) mit 4.8 Millionen Franken. Grund: Gaba hatte seinem Lizenznehmer in Österreich (Gebro) ein Exportverbot in die Schweiz auferlegt, um so günstige Parallelimporte zu verhindern. Gemäss Weko war dieses von 1982 bis September 2006 gültige Verbot eine nach Kartellgesetz unzulässige Vertikalabrede.

«Die Busse zeigt, dass die Weko endlich bereit ist, gegen Vertikalabreden vorzugehen. Das ist ein richtungsweisender Entscheid», freut sich Sara Stalder, Geschäftsleiterin der SKS. «Doch leider bleibt die heutige Marktsituation davon unberührt.» So sah sich Denner noch diesen September Restriktionen ausgesetzt: Der Discounter hat Elmex am offiziellen Importkanal vorbei eingekauft und bot die Zahnpasta für 2.85 Franken an! Leider galt dieser Aktionspreise nur für kurze Zeit, da Denner nur Kleinstmengen bei mehreren (!) deutschen Zwischenhändlern beziehen konnte. Es ist somit offensichtlich, dass günstige Parallelimporte weiterhin verhindert werden!

Die SKS verlangt daher von der Weko, die heutige Marktsituation ebenfalls unter die Lupe zu nehmen. Die Weko erläutert in ihrem heutigen Entscheid, dass das Exportverbot im September 2006 von einem neuen Vertrag zwischen Gaba und Gebro abgelöst wurde. Gemäss Weko könnte sich dieser Vertrag wie ein Exportverbot auswirken. Die Weko ist der Meinung, dass sich dies nicht bestätigt hätte! Die Situation vom vergangenen Herbst widerspricht dieser Einschätzung deutlich. Falls zu wenige Indizien vorliegen, soll die Weko von den beteiligten Unternehmen die nötigen Unterlagen einverlangen.

Gemäss Artikel 5 Absatz 4 des Kartellgesetzes wird bei Absprachen zwischen Hersteller und Generalimporteur die «Beseitigung des wirksamen Wettbewerbs vermutet». Bewusst hat das Parlament diesen Artikel ins Kartellgesetz aufgenommen, um die Hochpreisinsel Schweiz zu bekämpfen. Die SKS verlangt daher von der Weko, weiterhin den Wettbewerb und damit die Konsumentinnen und Konsumenten in den Mittelpunkt zu stellen.

2 Kommentare zu “Elmex bleibt teuer, trotz der erfreulichen Busse der Weko”



Moses

Was für Indizien meinen Sie denn? Wenn Gebro kein Interesse hat, sich mit Verkäufen in die Schweiz zu beschäftigen, so kann man Gebro ja auch nicht hierzu zwingen. Gaba darf Gebro wohl einzig nicht verbieten entsprechende Geschäfte zu tätigen. Ansonsten herrscht für Gebro keine Kontrahierungspflicht mit jedem beliebigen Händler Geschäfte zu
tätigen, oder?



Peter

Was bedeutet der Entscheid für die Importeure. Personalabbau in der Schweiz oder Unternehmensschliessung. Denn von nur Kleinaufträgen kann keiner Leben. Wenn schon offener Markt, dann für alle Produkte und die Leute aus den Import- resp. Distributionsfirmen die es betrifft, sehen sich auf dem RAV wieder. Dafür haben die grossen Konzerne
Margenoptimerung und geben den Kunden etwas weiter.

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