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Weiterhin Druck auf Medikamentenpreise notwendig

Santésuisse und Pharma präsentieren Kosten senkende Massnahmen bei den Medikamentenpreisen

Der Druck der Konsumenten- und Patientenorganisationen zeigt endlich Wirkung: Der Krankenversicherungsverband Santésuisse und Interpharma präsentieren heute Massnahmen, wie die Kosten im Medikamentenbereich gesenkt werden können. Die Stiftung für Konsumentenschutz hat diese Massnahmen seit Jahren gefordert. Für die SKS ist allerdings klar, dass dies nur ein Anfang sein kann: Teure Medikamente dürfen nur dann vergütet werden, wenn ein therapeutischer Grund vorliegt. Und auch die Initiative, welche Parallelimporte bei den Medikamenten verlangt, ist nicht vom Tisch.

Offenbar hat nun auch Interpharma eingesehen, dass in der Schweiz bei den stark überhöhten Medikamentenpreise Handlungsbedarf besteht. Der jahrelange Druck der Konsumenten- und Patientenorganisationen, die zusammen mit Santésuisse, dem Detailhandel und weiteren Organisationen eine Volksinitiative für tiefere Medikamentenkosten ausarbeiten, hat nun offenbar gewirkt.

Die Massnahmen, welche heute Santésuisse und Interpharma präsentieren, um die Preise zu korrigieren, sind bekannt: Eine tiefere Vertriebsmarge hat die SKS seit Jahren gefordert, ebenso einen dynamischen, differenzierten Selbstbehalt: Generika müssen gegenüber den Originalpräparaten günstiger sein, dieser Preis muss nach unten angepasst werden, wenn die Originalpräparate günstiger werden. SKS-Präsidentin und Ständerätin Simonetta Sommaruga hat zudem bereits vor vier Jahren in einem Vorstoss verlangt, dass Generikapreise gesenkt werden müssen – diese sind im Vergleich zum Ausland viel zu hoch.

Ohnehin hinken die Preisvergleiche mit dem Ausland: Die Listenpreise für Medikamente, deren Patent abgelaufen ist, sind in den meisten Ländern Europas reine Phantompreise. Sie kommen für die Krankenkassen nicht zur Anwendung, weil sie für solche Medikamente Rabattverträge aushandeln. In Deutschland etwa sind die Apotheker verpflichtet, ein Generikum abzugeben, wenn es keinen solchen Rabattvertrag gibt (in Deutschland beträgt der Generika-Anteil 44 Prozent, in der Schweiz 12 Prozent).

Auch eine Senkung des Innovationszuschlages ist nicht neu: Die SKS fordert sogar, dass dieser Zuschlag ganz abzuschaffen ist. In keiner anderen Branche gibt es einen solchen Zuschlag, innovative Produkte gehören zu einer erfolgreichen Firma und sollen nicht separat abgegolten werden.

Die SKS hat auch seit langem darauf hingewiesen, dass bei einer Indikationserweiterung der Preis eines Medikamentes gesenkt werden muss: Es kann nicht sein, dass der Preis gleich hoch bleibt, wenn das Medikament breiter eingesetzt werden kann und sich somit der Absatz erhöht.

Die SKS begrüsst zwar diese Massnahmen, für sie ist aber auch klar, dass damit nur ein Teil des Sparpotenzials ausgeschöpft wird – Santésuisse hat dieses vor rund einem Jahr auf mehr als 800 Millionen Franken pro Jahr berechnet.  Konsequenterweise müssen nun auch die weiteren Sparmöglichkeiten umgesetzt werden:

•    Teure Originalpräparate oder Generika sollen nur dann von der Grundversicherung übernommen werden, wenn dies einen therapeutischen Grund hat. Diesen Vorschlag der ständerätlichen Gesundheitskommission muss das Parlament umsetzen.

•    Die Pharmaindustrie betont bei jeder Gelegenheit, dass die Preisdifferenzen zum umliegenden Ausland im Bereich der Medikamente sehr klein seien. Da ist kaum nachvollziehbar, dass die Pharma vor einem Jahr vehement gegen die Einführung von Parallelimporten gekämpft hat. Die Stiftung für Konsumentenschutz setzt sich weiter dafür ein, dass die Initiative zur Abschaffung der Parallelimporte bei den Medikamenten lanciert wird.

•    Überhöhte Preise sind für die Schweizer Konsumentinnen und Konsumenten nicht nur bei den Medikamenten Alltag, sondern auch bei den medizinischen Geräten und Hilfsmitteln. Auch hier müssen Preissenkungen angestrebt werden.


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Ein Kommentar zu “Weiterhin Druck auf Medikamentenpreise notwendig”



François Miserez

Es ist höchste Zeit wenn diese Preise fallen. Unverständlich ist, wie sich Politiker und Politikerinnen von diesen Wirtschaftskreisen vor den Karren spannen lassen. Zum Nachteil der Bevölkerung obwohl sie von denen gewählt wurden und zum Volkswohl beitragen sollten.

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