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Swissness: Bundesrat lässt Hintertür für Täuschung offen

Konsumentenorganisationen werden beim Parlament Nachbesserungen verlangen

Das heftige Lobbying der Lebensmittelindustrie hat nur teilweise gefruchtet. Der Bundesrat hat heute beschlossen, dass Lebensmittel, die mit dem Schweizerkreuz beworben werden dürfen, überwiegend Schweizer Rohstoffe enthalten müssen. «Schweizer» Käse aus polnischer Milch wird es damit nicht geben. Doch für «Schweizer» Trockenfleisch von Rindern aus Brasilien oder «Schweizer» Biskuits mit zahlreichen Rohstoffen aus dem Ausland lässt der Bundesrat die Tür offen. Die Konsumentenorganisationen werden daher beim Parlament für strenge Anforderungen kämpfen. Denn nur so wird die Marke Schweiz gestärkt.

Bis zuletzt hatte die Lebensmittelindustrie beim Bundesrat für ihr Konzept geweibelt, was Schweizer Lebensmittel sind: Lebensmittel, die zwar in der Schweiz hergestellt werden, aber bei denen kein einziger Rohstoff aus der Schweiz stammt. «Schweizer» Käse mit Milch aus Polen wäre damit möglich gewesen! Nun hat der Bundesrat entschieden: Die Rohstoffe von Lebensmitteln, die zukünftig mit einem Schweizerkreuz beworben werden dürfen, müssen zu mindestens 80 Prozent aus der Schweiz stammen. Die Konsumentenorganisationen acsi, FRC, kf und SKS sind erleichtert, dass der Bundesrat diesen Grundsatz anerkennt und nicht der Lebensmittelindustrie folgt.

Doch der Bundesrat lässt eine Tür offen: Für einige Rohstoffe (z.B. Rindfleisch) oder für Zutaten für verarbeitete Produkte (z.B. Biskuits, Fertigsuppen) kann der Bundesrat mit eigenen Verordnungen Ausnahmen bestimmen. Diese Ausnahme hatte der Bundesrat in seinem Entscheid vom 25. März 2009 noch nicht vorgesehen! Damit hat sich die Lebensmittelindustrie leider durchgesetzt.

Die Konsumentenorganisationen bedauern, dass der Grundsatzentscheid mit den grosszügigen Ausnahmen wieder unterlaufen wird. Es dürfen nur wenige und sinnvolle Ausnahmen gewährt werden, z.B. Kakao für Schweizer Schokolade. Alles andere bedeutet eine krasse Täuschung der Konsumentinnen und Konsumenten. Mit Schweizer Lebensmitteln verbinden die Konsumentinnen und Konsumenten nicht nur die Herstellung in der Schweiz, sondern vor allem, dass die Rohstoffe aus der Schweizer Landwirtschaft stammen. Dies kann einen höheren Preis rechtfertigen.

Die Konsumentenorganisationen acsi, FRC, kf und SKS werden sich daher beim Parlament mit Nachdruck gegen die Täuschungs-Hintertüren einsetzen. Wo Schweiz drauf steht, muss Schweiz drin sein. Darauf muss Verlass sein, im Inland wie im Ausland. Damit spielt die Schweiz einen ihrer wichtigsten wirtschaftlichen Trümpfe konsequent aus.


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Ein Kommentar zu “Swissness: Bundesrat lässt Hintertür für Täuschung offen”



mamabaer

Wo Schweiz draufsteht, soll auch Schweiz drin sein. Alles Andere ist Betrug.

Oder ist etwa ein Einwohner ausländischer Herkunft automatisch ein Schweizer wenn er sich ein Schweizerkreuz auf die Stirne klebt?

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