Startseite Medienmitteilungen Medikamente: Teures Verwirrspiel für die Konsumenten

Medikamente: Teures Verwirrspiel für die Konsumenten

Co-Marketing ist undurchsichtig und kostentreibend

Der Inhalt ist exakt derselbe, nur der Name, die Verpackung und vor allem der Preis ist verschieden: Auf dem Schweizer Markt gibt es rund 500 solcher Co-Marketing-Arzneimittel. Apotheken und Ärzte verkaufen vorwiegend solche Arzneimittel, welche sie mit besten Konditionen einkaufen können oder solche von Firmen, mit welchen sie Verträge ausgehandelt haben. Für die Stiftung für Konsumentenschutz ein kostentreibendes Ärgernis. Sie gibt den Konsumentinnen und Konsumenten Hinweise, wie sie zu den günstigen Medikamenten kommen.

Als Patientin, als Patient sollte man sich darauf verlassen können, dass der Arzt oder die Apothekerin das beste und das günstigste Arzneimittel abgibt. Das ist aber lange nicht immer der Fall: Bei sogenannten Co-Marketing-Arzneimitteln – absolut identische Medikamente, die unter verschiedenen Namen und vor allem unterschiedlichen Preisen verkauft werden – verdienen nicht nur die Hersteller, sondern auch die Apotheken und Ärzte mit. Über 500 solcher Präparate stehen in den Medikamenten-Regalen. Alte Medikamente werden plötzlich unter einem neuen Namen teurer verkauft, identische Medikamente sind einmal auf der Spezialitätenliste SL aufgeführt (und werden von den Krankenkassen übernommen), ein Medikament wird anders registriert und kann beworben werden. Beim Co-Marketing fallen Forschungs- und Entwicklungskosten weg, damit sollte es deutlich günstiger als das Basis-Präparat auf den Markt kommen. Dies geschieht aber nicht konsequent.

Bereits vor sieben Jahren hat SKS-Präsidentin Simonetta Sommaruga im Nationalrat einen Vorstoss eingereicht, um das preistreibende Co-Marketing zu unterbinden. Sie verlangte unter anderem, dass auf der Spezialitätenliste keine Kopien von Arzneimitteln aufgenommen werden, ausser wenn sie günstiger sind und einen nachweisbaren und wirtschaftlichen Vorteil gegenüber einem bereits aufgelisteten Produkt aufweisen. Der Bundesrat hat damals abgewiegelt.  Der Kassensturz-Beitrag von gestern Abend hat jedoch gezeigt, dass Co-Marketing für die Konsumentinnen und Konsumenten nach wie vor undurchsichtig und verwirrend ist und die Medikamentenkosten in die Höhe treibt.

Wer wissen will, welche Medikamente zu den Co-Marketing-Präparaten gehören und wie man vorgehen kann, damit man wirklich ein günstiges Arzneimittel erhält, findet im Faktenblatt hilfreiche Links und Informationen dazu.


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