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Antibiotika-Rückstände auf Früchten überprüfen

Streptomycin-Einsatz gegen den Feuerbrand muss bis zu den Früchten überwacht werden

Die Überraschung war unangenehm: Im vergangenen Jahr stellte sich heraus, dass der Einsatz des antibiotika-haltigen Streptomycins zur Bekämpfung des Feuerbrandes minime Rückstände bei den Früchten hinterlässt.  Die Überraschung in diesem Jahr: Die Rückstände wurden nicht mehr überprüft. Die Schweizer Konsumentenorganisationen acsi, FRC, KF und SKS fordern, dass eine erneute Bewilligung nur dann erteilt wird, wenn die Früchte auch analysiert werden.

Seit zwei Jahren wird in der Schweiz Streptomycin eingesetzt, um die Feuerbrand-Erkrankung von Obstbäumen in den Griff zu bekommen. Das Antibiotikum ist umstritten. Unbestritten war jedoch bis zum letzten Jahr, dass es in den Früchten keine Spuren hinterlässt. Analysen der Kantonschemiker haben 2008 jedoch gezeigt, dass auch auf den Früchten minime Spuren von Streptomycin nachgewiesen werden können.

Mit der Begründung, dass diese Rückstände keine Gesundheitsgefährdung darstellen und auch der Aspekt der Täuschung nicht mehr gegeben sei – mittlerweile sei bekannt, dass der Einsatz von Streptomycin auf den Früchten nachgewiesen werden könne – wurden dieses Jahr die Analysen unterlassen. Für die Konsumentenorganisationen ist dieses Vorgehen nicht nachvollziehbar: Während verschiedene Projekte für das Streptomycin-Monitoring und alternativen Lösungsansätzen laufen, werden die Früchte ausgeklammert. Zudem wird der Honig von Bienen, welche in der Nähe von behandelten Obstanlagen stehen, umfassend kontrolliert. Honig mit Antibiotika-Rückständen wird vom Obstverband aufgekauft und vernichtet (in diesem Jahr rund 250 kg). Für die Konsumenten ist die Vorstellung beunruhigend, dass in Früchten Antibiotika-Rückstände sein können, dies jedoch nicht sorgfältig überwacht wird.

Im Dezember wird das Bundesamt für Landwirtschaft entscheiden, ob im nächsten Jahr wieder Streptomycin eingesetzt werden darf. Eine solche Bewilligung darf nach Ansicht der Konsumentenorganisationen jedoch nur erteilt werden, wenn auch sicher gestellt ist, dass die Rückstandsüberwachung gewährleistet ist und die Öffentlichkeit informiert wird. Alles andere sieht nach Vertuschen aus und schadet dem Vertrauen der Konsumentinnen und Konsumenten und damit auch den Schweizer Obstbauern.

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