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Swisscom korrigiert fehlerhafte Werbung für Nokia-Handyabo

SKS kritisiert Kopiersperrenregelung des Nokia-Dienstes

«Comes with Music»

«Musik für immer behalten», so bewirbt die Swisscom den Nokia-Dienst «Comes with Music». Doch dies stimmt nicht: Wer Handy oder PC nach einer Übergangsfrist wechselt, kann die downgeloadeten Songs nicht mitnehmen, sondern verliert alle Songs! Nach Intervention der SKS passt die Swisscom ihre nicht korrekte Werbung an. Wegen der Kopiersperre können die Lieder auch nicht auf CD gebrannt oder auf andere Medien kopiert werden. Die SKS bedauert, dass die Musikindustrie nach dem Flop der konsumentenfeindlichen Kopiersperre bei CDs und in Downloadshops diese nun beim Handy wieder einsetzt. Die SKS gelangt daher an die Beobachtungsstelle für technische Massnahmen, um die restriktive Kopiersperre nach dem Urheberrecht zu untersuchen.

Über 5 Millionen Songs «gratis» herunterladen können Konsumentinnen und Konsumenten, wenn Sie ein Handyabo mit dem neuen Nokia-Dienst «Comes with Music» lösen. Mit dieser Innovation zahlen Konsumentinnen und Konsumenten häufig etwas mehr für das Handyabonnement, haben dafür Zugriff auf eine Unzahl von Liedern, die sie auf den PC oder das Handy herunterladen können. Swisscom verspricht in seiner Werbung, dass die Musik für immer behalten werden kann.

Recherchen der SKS zeigen jedoch ein anderes Bild:

•    Die Lieder können nur auf einen PC und das entsprechende Handy heruntergeladen werden. Kopien auf CDs oder andere Medien sind nicht möglich aufgrund einer Kopiersperre (Digital Rights Management). Erst wer sich auf der entsprechenden Nokia-Website www.comeswithmusic.com/switzerland bis zu den hinterletzten Fragen durchklickt, stellt dies fest.

•    Nur während der ersten 12 Monate des allfällig 24 Monate dauernden Abonnements können Songs heruntergeladen werden.

•    Wer seinen PC zwei Jahre nach Ablauf der 12 Monate wechselt, kann seine Lieder nicht hinübernehmen. Bei einem Handywechsel ist von keiner Frist die Rede. Kurz: Wer seine Geräte regelmässig wechselt, was ja üblich ist, verliert alle downgeloadeten Songs wieder!

•    Wenn der Download aufs Handy passiert statt auf den PC, fallen Kosten fürs Surfen mit dem Handy an. Wie hoch diese sind, ist unklar.

Die SKS wurde daher bei den Mobilfunkanbietern Swisscom, Sunrise und Orange vorstellig. «Swisscom hat uns mitgeteilt, ihre Werbung anzupassen», freut sich Sara Stalder, Geschäftsleiterin der SKS. «Tatsächlich ist die Aussage ,Musik für immer behalten’ angesichts der restriktiven Kopiersperrenregelung falsch.» Die SKS gelangt daher auch an Nokia, ihre Website eindeutiger zu formulieren. Zudem geht die SKS aufgrund der Antworten der Mobilfunkanbieter davon aus, dass diese bei der Anpreisung von «Comes with Music» auf die Surfoption hinweisen, welche allfällig massiven Surfkosten beim Download der Lieder aufs Handy verringert.

Die konsumentenfeindliche Kopiersperre («Digital Rights Management» DRM) wurde schon bei CDs und bei Downloadshops (z.B. iTunes) grossflächig eingeführt und als Zukunftsmodell angepriesen, dann aber wieder aufgegeben. Unverständlich, warum die Musikindustrie nun bei Handyangeboten den Konsumentinnen und Konsumenten das Kopieren wieder untersagt. Die SKS gelangt daher an die Beobachtungsstelle für technische Massnahmen, die Kopiersperrenregelung von «Comes with Music» unter die Lupe zu nehmen. Die Beobachtungsstelle wurde bei der letzten Revision des Urheberrechts geschaffen, um die missbräuchliche Anwendung von Kopiersperren zu verhindern.

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