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Grundverschlüsselung endlich aufgehoben – in Solothurn

SKS verlangt von Cablecom Änderung ihrer «Boxenstrategie»

220 digitale Fernseh- und Radiosender unverschlüsselt empfangen – dies ist ab heute in Solothurn und Umgebung möglich. Kundinnen und Kunden des Kabelnetzbetreibers GA Weissenstein mit einem Digitalfernseher können zukünftig auf die lästige Set-Top-Box verzichten. Die SKS ist erfreut: Technische und ökonomische Gründe hindern nicht an der Aufhebung der Grundverschlüsselung. Die SKS fordert daher Cablecom auf, eher ihre «Boxenstrategie» statt ihren Namen rasch zu ändern. Vom Kabelnetzverband Swisscable verlangt die SKS genaue Zahlen, wie viele Kabelnetzbetreiber überhaupt noch den Boxenzwang kennen – wohl die Minderheit.

Neuen Fernseher kaufen, einstecken und fernsehen. Was mit analogem Fernsehen seit je her möglich ist, klappt mit digitalem Fernsehen nicht. Ursache: die Set-Top-Box. Dabei verfügen nahezu alle modernen Fernsehgeräte über einen eingebauten DVB-C-Empfänger, welcher die Set-Top-Box technisch überflüssig macht. Dennoch koppeln einige grosse Kabelnetzbetreiber wie z.B. Cablecom, Eblcom oder Naxoo ihr Digital-TV-Angebot an den Erwerb der eigenen Set-Top-Box. Nur mit dieser können die Kundinnen und Kunden das digitale Fernsehprogramm entschlüsseln – das zuvor von denselben Kabelnetzbetreibern verschlüsselt wurde!

Dass es auch anders geht, zeigt die GA Weissenstein, welche Solothurn und Umgebung mit Fernsehen versorgt. Ab heute strahlt sie das digitale Grundangebot unverschlüsselt aus! Wer einen Digitalfernseher hat, kann somit auf die Set-Top-Box verzichten. Dies bedeutet mehrere Vorteile für die Fernsehliebhaberinnen und -liebhaber im Raum Solothurn:

•    Die neuen Fernseher sind leistungsstark. Häufig hat die Set-Top-Box deren Leistung vermindert, z.B. die Bildqualität oder eine geringere Geschwindigkeit. Die SKS hat hierzu im letzten Jahr eine Problemliste veröffentlicht.

•    Set-Top-Boxen verbrauchen Unmengen von Strom, selbst im Standby-Modus. Gemäss Tests liegt der Standby-Verbrauch eines Digitalfernsehers z.B. bei 0.15 Watt, mit Set-Top-Box erhöht sich dieser Wert auf über 16 Watt! Die Cablecom-Box für High Definition TV (HDTV) verbraucht gar 30 Watt im Standby.

«220 TV- und Radiosender können nun digital ohne Set-Top-Box empfangen werden», freut sich Sara Stalder, Geschäftsleiterin der SKS. «Die GA Weissenstein hat erkannt, dass der sinnvolle Umstieg auf digitales Fernsehen nur mit dem Verzicht auf die Set-Top-Box im Basisangebot vorangetrieben werden kann.» Damit ist die GA Weissenstein in guter Gesellschaft mit Wil, Pratteln, Münsingen und Reinach (BL). Die SKS verlangt somit auch von Cablecom die Änderung ihrer «Boxenstrategie». Dies sollte Vorrang vor dem Namenswechsel haben!

Wohl verzichtet die Mehrheit der Schweizer Kabelnetze auf den Set-Top-Boxenzwang. Genaue Zahlen sind aber unbekannt. Die SKS verlangt daher vom Kabelnetzverband Swisscable, diese zu nennen.

5 Kommentare zu “Grundverschlüsselung endlich aufgehoben – in Solothurn”



merinos

Angesichts der Romandie, ist die Debatte nicht um die digitale Grundangebot verschlüsselt oder unverschlüsselt …
Der neue Modus ist das digitale Grundangebot an die unverschlüsselte DVB-T auf dem Kabel. ;)
http://www.2222.ch/index.php/tnt-reseau.html



Rudolf

Eine Frage, wenn der Boxenzwang aufgehoben wird, braucht man dann trotzdem zwingend ein CA- oder CI-Modul inkl. Smartcard?



Hansruedi Wepfer

Das Problem bei der Cablecom liegt darin, dass die Entscheide bei der UPC in Holland gefällt werden. Die Cablecom ist im ganzen UPC – Konglomerat nur ein kleiner Fisch.
In Gesprächen mit Schweizer Kaderleuten von der Cablecom vernimmt man durchaus deren Verständnis für die Forderungen der Konsumenten, Entscheidungen trifft aber das Management in Holland.
Die kommenden Glasfasernetze der Elekrizitätswerke und anderer Investoren werden diesen Markt aber noch aufmischen, die Cablecom wird einen hohen Preis für die Sünden der Vergangenheit zahlen.
Auf der Satellitenseite sollte man nicht zu euphorisch sein, auch da steht Uebles an. Der Satellitenbetreiber ASTRA ist gerade dran, mit grossen Sendeanstalten SAT1, Pro7, Kabel1, RTL-Gruppe für die HD-Uebertragung ein Verschlüsselungssystem einzuführen, dass sich CI+ nennt.
Das kostet dann per PrePaid-Karte um die 100 Franken pro Jahr und der Sender kann massiv auf die Geräte zugreifen.
So ist angedacht, dass man Werbung auf der Festplatte nicht überspringen kann, oder z.B. dass Filme nach 30 Tagen auf der Festplatte wieder gelöscht werden.

Es gibt nur eines, konsequent alle Beutelschneider zu boykottieren. Man entdeckt dann vielleicht wieder die öffentlich-rechtlichen Sender, die ohne Schikanen zu empfangen sind.



Stephan Schmid

Jeden Tag wenden sich viele Kunden von Cablecom ab und laufen zu der Konkurrenz über. Vor guten zwei Monaten habe auch ich diesen Schritt gemacht und bereue Ihn keineswegs: Top-Qualität beim Fernsehen (DVB-S2/HD über Satellit), schnelle und zuverlässige Telefon- und Internetverbindung. Und all das zu einem erheblich günstigeren Preis (nach weniger
als einem Jahr ist der Sat-Receiver amortisiert)!
Vielleicht merkt es Cabelcom irgendwann, dass die Kunden kein verschlüsseltes DVB-C möchten, aber vermutlich ist es dann bereits zu spät…



markus müller

Dass sind doch mal sehr gute Nachrichten.
Jetzt muss nur der „Druck“ auf Cablecom&Co so richtig schön verstärkt werden.
Damit wir noch nich 1-2 Jahre auf die Freigabe warten müssen.

Das wäre die grösste Frechheit.
Aber leider ist zu Befürchten, dass Cablecom nur den Namen in UPC ändert und weiterhin voll auf Abzocke mit den Zwangsboxen macht. Siehe UPC in Holland und Österreich !!!!
Die geben sicherlich nichts „Freiwillig“ her.

Also immer schon Dampf&Druck aufsetzen und ihnen keine Ruhe lassen.

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