Startseite Medienmitteilungen Mit Panzer und Fäusten für Schokoladeriegel werben?

Mit Panzer und Fäusten für Schokoladeriegel werben?

SKS reicht Beschwerden gegen fragwürdige Werbung für Kinder und Jugendliche ein

Er ist aggressiv, muskulös und weiss offenbar, was ein richtiger Mann ist und isst: Der Lebensmittelkonzern Mars wirbt mit einer gewalttätigen, schwarzen Werbefigur und mit Panzern und Waffen für einen Schokoladeriegel. Die Spots vermitteln auch, dass man Homosexuelle ungeniert auf offener Strasse attackieren darf, weil sie nicht „richtige Männer“ seien. Die Spots wollen Kinder und besonders – männliche – Jugendliche ansprechen. Die Stiftung für Konsumentenschutz hat bei der Lauterkeitskommission Beschwerde eingereicht.

 

Auf der Website des Schokoladeriegels sind schockierende Werbespots aufgeschaltet: Unter den relativ harmlosen Namen wie „Lahme Ente-Spot“, „Memmen-Spot“ und „Panzer-Spot“ wird

ein schwarzer, aggressiver und gewalttätiger Mann gezeigt. Mithilfe eines Panzers oder Waffen zeigt er „Schwächlingen“, was ein richtiger Mann sein soll. Dabei scheut sich der Lebensmittelkonzern Mars nicht darzustellen, dass ein offenbar wehleidiger Fussballer fast vom Panzer überrollt wird oder ein Homosexueller auf offener Strasse attackiert und beschossen wird – er sei eine „Schande für die Männer“.

Geworben wird wohlverstanden für einen Schokoladestängel. Und die Botschaft richtet sich klar an (männliche) Jugendliche. Mit der ganzen Aufmachung und der Bezeichnung der Internet-Werbekampagne wird den Jugendlichen weisgemacht, dass sie mit dem Verzehr des Schokoladeriegels stark würden, ein „richtiger Mann“ eben.

„Jugendliche – und besonders männliche Jugendliche – benötigen positive Männerbilder und nicht aggressive Panzerfahrer“, zeigt sich Sara Stalder, SKS Geschäftsleiterin, von der Kampagne schockiert. Besonders abstossend sei auch die Verachtung, die gegenüber Homosexuellen zur Schau gestellt wird. Aggressive, gewalttätige und sexistische Darstellungen haben in der Werbung nichts zu suchen – und schon gar nicht in Werbung, die sich an die jüngste Zielgruppe richtet.

Der Spot hat in einigen Ländern für heftige Diskussionen gesorgt, in England durfte er nicht mehr ausgestrahlt werden. In der Schweiz veranstaltet Mars noch immer Wettbewerbe auf der Website. Die SKS verlangt, dass diese Werbung sofort vom Netz genommen wird und hat bei der Schweizerischen Lauterkeitskommission eine Beschwerde eingereicht.

Die Stiftung für Konsumentenschutz will erreichen, dass bei der Werbung, welche sich an Kinder und Jugendliche richtet, besondere Auflagen beachtet werden. Zwar bestehen bereits gewisse Vorgaben für diese Werbung – die Internationale Handelskammer (ICC) hat in einem Kodex Regelungen für an Kinder und Jugendliche gerichtete Marketingkommunikation festgehalten. Mit vier Beschwerden an die Lauterkeitskommission will die SKS prüfen, wie weit diese überhaupt zur Anwendung kommen. Mit der oben erwähnten Beschwerde hat die SKS deshalb auch Werbung bei der Lauterkeitskommission beanstandet, welche eine Kaufaufforderung enthalten oder bei der Kinder und Jugendliche  nicht mehr zwischen Realität und Fiktion unterscheiden können.

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