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«Musicstar»: falsche Preisangabe bei Anrufen mit dem Handy

SKS verlangt Revision der Preisbekanntgabeverordnung

und Kulanz der Mobilfunkanbieter

Wer mit dem Handy für seinen «Musicstar» abstimmt hat, erlebte auf der Rechnung eine Überraschung: Zuzüglich der eingeblendeten 80 Rappen Anrufkosten verrechnen die Mobilfunkanbieter Gebühren. Davon erfährt der Anrufende aber nichts! Die SKS verlangt daher von Swisscom, Sunrise und Orange die Nichtverrechnung dieser Gebühren. Konsumentinnen und Konsumenten können auf der SKS-Website einen Musterbrief an ihren Anbieter herunterladen. Zukünftig soll Preistransparenz herrschen: Die SKS verlangt daher vom Schweizer Fernsehen eine klare Preisangabe und von der zuständigen Bundesstelle, dem Staatssekretariat für Wirtschaft Seco, eine Revision der Preisbekanntgabeverordnung.

Die «Brienzässin» wurde am Samstag in Brienz und Umgebung lautstark gefeiert – die fünfte Staffel von «Musicstar» gehört der Vergangenheit an, auch der Rummel wird bald abflauen. Doch für einige Fans kommt das erstaunliche Erwachen mit der Handyrechnung: Wer für «Kät», Raquel etc. anrief, dem wurden mehr als die vom Schweizer Fernsehen angezeigten 80 Rappen pro Anruf verrechnet.

Die SKS hat nachgefragt: Tatsächlich verrechnen Swisscom, Sunrise und Orange 85 bis 90 Rappen pro Anruf. Der Grund: Es ist den Mobilfunkanbietern gestattet, für Anrufe auf 090x-Nummern Zusatzgebühren zu erheben. Davon erfährt der Anrufende hingegen nichts vom Schweizer Fernsehen. Deutlich wurde jeweils eingeblendet: «80 Rappen pro Anruf/SMS». Ein Hinweis auf Zusatzgebühren für Handyanrufe fehlt.

«Die Preisangabe von 80 Rappen führt die Anrufenden hinters Licht», stellt Sara Stalder, SKS-Geschäftsleiterin fest. «Wir verlangen daher von den Mobilfunkanbietern, den jungen Konsumentinnen und Konsumenten, die euphorisch für ihren Lieblingskandidaten angerufen haben, keine Zusatzgebühren zu verrechnen.» Zu diesem Zweck hat die SKS Swisscom, Sunrise und Orange angeschrieben und bittet sie um Kulanz. Die Konsumentinnen und Konsumenten können auf der SKS-Website einen Musterbrief an die Mobilfunkanbieter herunterladen. Mit diesem ersuchen sie um die Nichtverrechnung der Zusatzgebühren.

Gemäss bisheriger Auskunft der Mobilfunkanbieter und der Behörden scheint die Preisangabe gar korrekt zu sein! Die SKS verlangt daher vom zuständigen Seco eine Änderung der Preisbekanntgabeverordnung. Es ist absurd zu verlangen, dass der Anrufende die Preislisten eines Mobilfunkanbieters studieren muss. Logischerweise geht er davon aus, dass die eingeblendeten 80 Rappen pro Anruf korrekt sind. Die SKS wird ihr Anliegen auch bei der angekündigten Revision der Fernmeldedienstverordnung einbringen.

Ungeachtet der Rechtslage ersucht die SKS das Schweizer Fernsehen, bei der nächsten Staffel von «Musicstar» sowie in ähnlichen Fällen auf die Zusatzkosten beim Anruf von einem Mobiltelefon hinzuweisen. Denn es ist schade, dass die gerade bei Jugendlichen populäre Sendung dazu genutzt wird, durch die Hintertüre Geld zu machen.

3 Kommentare zu “«Musicstar»: falsche Preisangabe bei Anrufen mit dem Handy”



Nic

@Shaq
…..dann noch eher den Konsumenten, die etwas beschränkt sind.

Echt den Nagel auf den Kopf getroffen !

..aber die Provider um Erlass zu bitten, ist keine schlechte Idee. Diese werden SF das nächste mal auffordern Ihren kleingeschriebenen Text mit zzgl.Verbindungsgebühren zu ergänzen,wenn die Provider als Rechnungssteller von Ihren; wenn auch beschränkten Kunden zur Rechenschaft gezogen werden.Es liegt nahe zu vermuten, dass auch die Provider nicht
ganz leer ausgehen und somit ebenso Verantwortung zu den effektiven Kosten tragen.
Nicht umsonst weisen Professionelle Sender auf zzgl.Verbindungsgebühren hin.

Gruss Nic



Shaq

Dies finde ich nun aber lächerlich. Einerseits handelt es sich wahrscheinlich um kleine Beträge (ausser jemand ist so bescheuert und ruft 80x an), zudem weiss jedes Kind, dass mit dem Mobiltelefon IMMER zusätzlich Gebühren entstehen, z.B. wenn man auf Gratisrufnummern anruft etc. Es steht im Fernsehen auch immer, dass die angegebenen Preise
abweichen können, wenn man aus dem Mobilnetz anruft. Dass dies das Schweizer Fernsehen versäumt hat, ist zwar unrühmlich, aber keinesfalls tragisch. Wie mein Vorredner darf die Schuld sicher nicht den Providern gegeben werden, dann noch eher den Konsumenten, die etwas beschränkt sind.



Tommy

Das ist ja unerhört! Jeder weiss dass bei jedem Anruf Verbindungskosten anfallen. Wenn da jemand was Falsch gemacht hat dann die Produzenten von MusicStar. Falls jemand bezahlen soll dann diese und nicht die Mobilfunkanbieter!

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