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Nationalrat verlangt Abschaffung des Set-Top-Boxenzwangs

SKS gelangt ans BAKOM zwecks Ausarbeitung einer konsumentenfreundlichen Lösung

Klipp und klar hat der Nationalrat heute für die Abschaffung des Boxenzwangs im digitalen Kabelfernsehen gestimmt. Die neu formulierte Motion von SKS-Präsidentin und Ständerätin Simonetta Sommaruga verlangt vom Bundesamt für Kommunikation (BAKOM) eine Gesetzesänderung, welche die Wahlfreiheit bei Digitalfernsehern und Set-Top-Boxen garantiert. Die SKS ist erfreut, dass das heftig bekämpfte Anliegen nun eindeutig unterstützt wird. Die SKS zählt zuversichtlich aufs BAKOM und verlangt, bei den Arbeiten für eine Lösung eingebunden zu werden.

Heute hat der Nationalrat die sanfte Abänderung der Motion von SKS-Präsidentin und Ständerätin Simonetta Sommaruga gutgeheissen. Damit ist das Bundesamt für Kommunikation (BAKOM) beauftragt, Alternativen zum Set-Top-Boxenzwang im digitalen Kabelfernsehen vorzulegen. Die SKS ist erfreut, dass die abgeänderte Motion äusserst deutlich mit 124 zu 48 Stimmen bei einer Enthaltung angenommen wurde. Dies beweist: Das ursprünglich von den Kabelnetzbetreibern heftig bekämpfte Anliegen ist auch im Parlament klar mehrheitsfähig!

Im letzten Jahr hiess es noch, der Boxenzwang werde erst im Jahr 2011 fallen. Die SKS ist angesichts der klaren Ausgangslage hingegen zuversichtlich, dass das zuständige BAKOM frühzeitig Alternativvorschläge auf den Tisch legen wird. Möglich sind das Verbot der Grundverschlüsselung oder die Abgabe von Entschlüsselungsmodulen und Steckkarten, welche den Anschluss aller Geräte ermöglichen. Ziel muss sein: Käufer eines Digitalfernsehers mit eingebauter Box sind nicht mehr verpflichtet, noch die technisch überflüssige Set-Top-Box ihres Anbieters (z.B. Cablecom, EBL, Naxoo) zu erstehen.

In den nächsten Monaten werden sich die Ständeratskommission und der Ständerat mit der Motion befassen. Nach dem klaren Ja des Nationalrates wird die SKS zuerst ans BAKOM gelangen. Für die SKS ist klar, dass sowohl die Konsumentinnen und Konsumenten als auch die Fernsehhändler bei der Ausarbeitung von Alternativvorschlägen mitreden müssen, bevor ein fixfertiger Vorschlag ins Parlament kommt. Denn nur so wird garantiert, dass die neue Lösung konsumenten- und gewerbefreundlich ist. «Alles andere würde nur zu neuen Streitigkeiten im Parlament führen und unnötig Zeit brauchen», hält Sara Stalder, SKS-Geschäftsleiterin, fest. «Zeit, während der der Boxenzwang die Fernsehliebhaberinnen und -liebhaber weiterhin in ihrem Fernsehgenuss einschränkt.»

5 Kommentare zu “Nationalrat verlangt Abschaffung des Set-Top-Boxenzwangs”



Konni

Das ganze könnte noch böse nach hinten losgehen. Wenns blöd läuft, stehen wir nachher mit NDS-Videoguard da. Das Problem bei dieser Verschlüsselung ist, dass es dafür keine Entschlüsselungsmodule gibt. So wäre zwar der Boxenzwang de jure aufgehoben, de facto aber immernoch existent – man könnte zwar Premiere-zertifizierte Receiver vom Deutschen
Markt benutzen, aber so wird der Teufel auch nur mit dem Beelzebub ausgetrieben (die Dinger sind auch nicht sonderlich, sagen wir einmal „umgänglich“).
Das BAKOM müsste schon konkret werden mit der Verschlüsselungstechnik – ob das jetzt Conax, Cryptoworks oder das vom Satellitenfernsehen weitverbreitete Viaccess ist, dürfte egal sein. Nagravision sehe ich auch skeptisch, da der deutsche Hersteller Mascom angeblich gegen gewisse Patente verstossen haben soll. Das führte zu einem Rechtstreit mit
dem Kabelanbieter Kabel Deutschland der damit endete, dass die Implementierung der Nagravision Funktion des Moduls „Alphacrypt“ ausgebaut werden musste. Zwar kann man die Version mit Nagravision weiterhin aus dem Netz laden und auf das Modul aufspielen, praktisch ist das allerdings nicht.



Lukas

Die Umsetzung ist doch ganz einfach: wer keinen Receiver mieten will, der kauft sich einen Receiver mit CI-Slot sowie ein CA-Modul für das verwendete Verschlüsselungssystem (in der Schweiz meist Nagravision oder Conax).

Wenn dies dem Konsumenten nicht zumutbar wäre, dann könnte kein Schweizer die nationalen Sender über Satellit empfangen…



crusy

Ich versteh auch nicht warum jetzt schon zweimal abgestimmt wurde. Bitte kann mir das jemand erklären?

Wer und/oder welche Parteien haben denn die 48 Stimmen dagegen abgegeben? Die will ich sicher nicht mehr im Nationalrat!



merinos

Beispiel zu folgen: der Services Industriels de Lausanne, weil sie keine Aktionäre Drogenabhängigen durch das Geld!
Neue Kanäle unverschlüsselten, Pressemitteilung:http://tsr.blogs.com/files/sil-city-tv-avenir-09-1.pdf
Liste der Programme (TNT = DVB-T): http://www.citycable.ch/doc/tv/2212.pdf



MAD

es kommt einem schon grotesk vor,
wie der vorgang von instanz zu instanz herumgeschoben wird.
anstatt endlich tätig zu werden.
nun sind schon wieder 3 1/2 monate vergangen,
in denen gar nix passiert ist.
was jetzt im nationalrat beschlossen wurde,
hat doch im november schon stattgefunden, oder ?

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