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Faire Regeln für dickes Werbegeschäft

Weltkonsumentenrechtstag 15. März 2009 zum Thema Werbung und Kinder

Aufdringlich und allgegenwärtig: Der Werbung, welche den Kindern und Jugendlichen Lebensmittel, Spielzeug oder Elektronik anpreist, können sie kaum ausweichen. Der Weltkonsumentenrechtstag 2009 Mitte März thematisiert diese Problematik. Drei Schweizer Konsumentenorganisationen fordern faire Spielregeln für diese Werbung: Ähnlich den Einschränkungen für Tabakwerbung bei den Jugendlichen soll auch Werbung für Kinder bestimmten Regeln unterworfen werden.

Frühstücksflocken mit einem coolen Laserschwert als Dreingabe, im Fernsehen Werbung für eine „gesunde“ Milchschnitte, auf der Limonade ein Wettbewerb, bei dem man einen tollen MP3-Player gewinnen kann: Kinder und Jugendliche sind Tag für Tag einer Werbeflut ausgesetzt. Vor der Kindersendung im Fernsehen, in Blogs, Foren und Plattformen, über Handy oder auf Packungen und in Heftchen: Bereits Kinder im Vorschulalter sollen sich mit Marken und Slogans vertraut machen. Kinder und Jugendliche sind eine der wichtigsten Zielgruppe für das Marketing der Konsumgüterindustrie. Sie verfügen über immer mehr eigenes Geld und beeinflussen auch das Kaufverhalten der Eltern. „Bereits den Kindern wird mit den Produkten ein bestimmtes Lebensgefühl vorgegaukelt“, hält etwa eine Mutter, die an einer SKS-Umfrage zum Thema teilnahm, fest: Erhalten sie dann mit dem Comics ein billiges Plastik-Laserschwert, das schon nach zwei Tagen in die Brüche geht, fühlen sie sich hintergangen. Im Bereich der Lebensmittel fällt auf, dass vorwiegend ungesunde – zu süsse, zu fettige oder zu gesalzene – Produkte sehr intensiv beworben werden.
Zum internationalen Tag der Konsumentenrechte 2009 greifen die drei Schweizer Konsumentenorganisationen acsi, FRC und SKS dieses Thema auf. Sie fordern den Schutz von Kindern vor unlauterer Werbung. Darunter fallen etwa Gewinnspiele, Preisausschreibungen oder Geschenke, mit denen die Minderjährigen zum Kauf verführt werden. Falsche oder irreführende Aussagen sollen nicht gestattet sein, auch direkte Kaufappelle oder Aufforderungen, die Eltern zum Kauf bestimmter Waren oder Dienstleistungen zu bewegen, sollen unterbunden werden.

Die drei Konsumentenorganisationen fordern deshalb:

•    Die Grundsätze der Lauterkeit in der kommerziellen Werbung müssen angepasst und so erweitert werden, dass Kinder und Jugendliche vor allzu aufdringlicher Werbung geschützt werden können. Die Konsumentenorganisationen haben der Lauterkeitskommission entsprechende Vorschläge unterbreitet.

•    Zur Zeit ist ein nationales Präventionsgesetz in Ausarbeitung. Hier muss die Chance wahrgenommen und dafür gesorgt werden, dass Präventionsbemühungen und –gelder nicht durch massive Marketing- und Werbebemühungen von der Konsumgüterindustrie zunichte gemacht werden.

•    Die Konsumentenorganisationen fordern alle an Prävention und Gesundheitskosten interessierten Organe auf, sich für eine massvolle Werbung, die sich an Kinder und Jugendliche richtet, einzusetzen.

Im letzten Jahr wurde der Weltgesundheitsorganisation WHO in Genf eine Petition überreicht, die einen Code of Conduct im Bereich der Werbung für Kinder und Jugendliche verlangt. Sie wurde von Consumers International (CI) eingereicht und  von 220 Konsumentenorganisationen aus 115 Ländern unterzeichnet. Auch die Schweizer Konsumentenorganisationen haben sie unterzeichnet. Nun sollen diese Forderungen auch auf nationaler Ebene thematisiert und umgesetzt werden.

Faire Spielregeln verlangen

Der Verband „Schweizer Werbung“ hat „48 Gebote für Werbung und Kinder“ formuliert. Diese Werberegeln sollen beispielsweise verhindern, dass die Leichtgläubigkeit der Kinder ausgenützt wird, das Spielzeuge nicht mit Spezialeffekten dargestellt werden oder dass die Werbung keine Kaufaufforderung enthält. Die Stiftung für Konsumentenschutz fordert die Schweizer Werbung auf, diese Regeln einzuhalten, unnötige zu streichen (etwa dass Werbung für Spielcasionos nicht an Kinder gerichtet sein soll) und durch weitere, sinnvollere zu ergänzen.

Die SKS fordert auch die Konsumentinnen und Konsumenten auf, über www.konsumentenschutz.ch eine Mail an die Schweizer Werbung mit dieser Aufforderung zu senden.

 

 

(Die in dieser Medienmitteilung gezeigten Produkte sind zufällig ausgewählt und dienen lediglich als Beispiel.)

Beitrag zu diesem Thema von Radio DRS1 in der Sendung „Pirando„.

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