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Regulierte Buchpreise bedeuten günstige Bücher

Buchpreisbindungsgesetz: SKS stimmt zu

und verlangt effektive Preiskontrolle

Ein Buchpreisbindungsgesetz kann helfen, die Bücherpreise tief zu halten. Dies zeigen Erfahrungen aus dem In- und Ausland. Die SKS stimmt daher in der Vernehmlassung dem Gesetzesentwurf der Nationalratskommission zu. Da 80 Prozent der Bücher importiert werden und die Mehrheit der Schweizer Buchhandlungen in ausländischer Hand ist, muss das Buchpreisbindungsgesetz auch ein Instrument gegen zu hohe Importpreise sein. Die SKS verlangt eine Fixierung der Importpreise, eine Preiskontrolle durch den Preisüberwacher und eine Limitierung der Rabatte.

Am 2. Februar 2009 endet die Vernehmlassungsfrist für ein Buchpreisbindungsgesetz. Die nationalrätliche Kommission für Wirtschaft und Abgaben hat ein solches ausgearbeitet. Die Stiftung für Konsumentenschutz begrüsst ein Buchpreisbindungsgesetz, das die Buchpreise gegen oben und zum Teil gegen unten fixiert. Erfahrungen aus dem Ausland und aus der Romandie haben gezeigt, dass die Bücherpreise nur in Ländern mit Buchpreisbindung (z.B. Deutschland, Österreich) langsamer ansteigen als die Teuerung. Demgegenüber wurden Bücher in Grossbritannien deutlich teurer. In der Romandie sind die Bücher zum Teil bis zu 40 Prozent teurer als in Frankreich. Somit führt die Buchpreisbindung zu tiefen Buchpreisen.

Wichtig ist, dass die Buchpreise einer Marktaufsicht unterstehen und nur wenige Abweichungen von der Preisbindung gestattet werden. Die Forderungen der SKS:

– Hersteller und Importeure dürfen die Bücher den Buchhandlungen und Weiterverkäufern in der Schweiz nicht teurer als denjenigen im eigenen Land (z.B. Deutschland, Frankreich) verkaufen. So werden die Importpreise fixiert.

– Der Preisüberwacher muss die Endverkaufspreise der Bücher überwachen, also die Preise, welche die Buchhandlungen von den Konsumentinnen und Konsumenten verlangen. Diese Aufgabe hatte er bereits zu Zeiten der branchenvereinbarten Buchpreisbindung («Sammelrevers») in der Deutschschweiz inne.

– Die Buchhandlungen dürfen Rabatte bis zu 5 Prozent gewähren. Die Rabatte an öffentliche Bibliotheken und Schulen sind im Sinn eines Kompromisses auf 10 Prozent zu begrenzen: Höhere Rabatte müssten von den Konsumentinnen und Konsumenten zu finanziert werden.

– Die Buchhandlungen dürfen die Bücher nicht teurer verkaufen als angeschrieben. Wird dies erlaubt, geht der preisdämpfende Effekt des Buchpreisbindungsgesetzes verloren.

«80 Prozent der Bücher in der Deutschschweiz werden aus dem Ausland importiert. Es geht nicht an, dass einmal mehr ausländische Konzerne mit überhöhten Preisen die Schweizer Kaufkraft abschöpfen», kritisiert Sara Stalder, Geschäftsleiterin der Stiftung für Konsumentenschutz. Ebenso ist die Mehrheit der Schweizer Buchhandlungen in ausländischer Hand. Es ist daher zentral, dass das Buchpreisbindungsgesetz sowohl das Erhalten der Literaturvielfalt als auch den Kampf gegen die Hochpreisinsel Schweiz bezweckt.

Vernehmlassungsantwort der SKS (pdf, 44kb)

6 Kommentare zu “Regulierte Buchpreise bedeuten günstige Bücher”



MCC

@ Dani Landolf

Gemäss eigener Stellungnahme der SKS hätte der Preisüberwacher die Buchpreise zu „überwachen“. Ein administrativer Aufwand der öffentlichen Hand ist somit nicht von der Hand zu weisen. Darüberhinaus wie soll es besser sein wenn „nur“ die Branche einen solchen Zusatzaufwand betreiben muss. Die „Kosten“ dieser Preisüberwachung tragen direkt oder
indirekt wiederum die Konsumenten.

Es ist verfehlt mit der Buchpreisbindung auf dem Bückel der Konsumenten Kulturförderung zu betreiben. Falls ich ein Buch kaufen möchte, muss ich als informierter Konsument die Preise vergleichen z.B. unter http://www.bookbutler.ch.

Weshalb soll ich durch ein künstliches, amtliches Preismonopol der Bücherbranche bevormundet werden.



Dani Landolf

Liebe Kommentierende

Nur zwei Anmerkungen zu Ihren Bemerkungen zur SKS-Position bezüglich der Buchpreise:

a) Die öffentliche Hand hat durch die Buchpreisbindung keinerlei administrativen Aufwand. Die Branche wäre verpflichtet, selber Instrumente zur Einhaltung der Regelungen zu schaffen.
b) Auch wenn es nicht in die reine Marktwirtschaftslehre passt (siehe Beispiel Strompreise). Die Praxis zeigt, dass die Bücher insgesamt (wir reden von der Gesamtheit, nicht nur von den 8 Prozent Bestsellern!) in England oder der Westschweiz in den letzten Jahren deutlich teurer geworden sind, in Märkten mit Preisbindung hingegen (Frankreich,
Deutschland) nicht.

Dani Landolf, Geschäftsführer SBVV



Bettina Schädli

Wer schützt uns von den Konsumenten“schützer(n)/innen“?



Robert Meier

…und die Buchpreisbindung dient dem KonsumentenSCHUTZ???

Ich hoffe Ihre Organisation kann ihr Dasein in anderen Bereichen als dem Büchermarkt mit mehr Kompetenz begründen.



Beat Hermann

Habe ich das richtig gelesen? Die SKS beabsichtigt, uns Konsumenten in die Füsse zu schiessen?

So kommt es heraus wenn man amtl. bew. (und subventionierter) Beamtenschützer, sorry „Konsumenten“-Schützer ist. Eine mir völlig fremde Welt!



Thomas Meier

Geht es noch? Sie wollen wieder eine Administrativstelle schaffen, welche die Buchpreise überwacht? Überlassen sie das dem Markt! Inzwischen ist Amazon bei Bestsellern sogar teurer als exlibris & co.

Keine neuen Regulierungen bitte, dass das System funktioniert wurde ja bewiesen!

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