Startseite Medienmitteilungen Bürger-Aktion gegen Cablecom-Gerätemonopol

Bürger-Aktion gegen Cablecom-Gerätemonopol

Cablecom: SKS fordert freie Gerätewahl

Bürger in fünf Berner Gemeinden wehren sich dagegen, dass Cablecom ihr Kabelnetzbetreiber wird. Wer weiterhin digital fernsehen will, muss eine so genannte Set-Top-Box bei Cablecom kaufen oder mieten – denn das Cablecom-System funktioniert nicht mit bisherigen Set-Top-Boxen und modernen Fernsehern. Bewusst nicht! Die SKS unterstützt die Bürger in ihrer Aktion und fordert den Nationalrat auf, der Motion Sommaruga zuzustimmen, welche die Abschaffung dieses Gerätemonopols fordert.

Fast 50 Prozent der Schweizer Haushalte schauen mit Cablecom fern. Nun hat Cablecom auch das Kabelnetz in den fünf Berner Gemeinden Wichtrach, Gerzensee, Mühledorf, Kirchdorf und Rüfenacht übernommen. Dagegen wehren sich die Bürger: Sie reklamieren, dass damit das digitale Fernsehangebot schlechter und teurer wird. In ihrer Gemeinde hängen die engagierten Bürger Plakate auf, mit denen sie die Bevölkerung informieren und sie zum «Widerstand» aufrufen. Die Stiftung für Konsumentenschutz unterstützt die Aktion.

Wer in den betroffenen Gemeinden weiterhin per Kabel digital fernsehen will, sieht sich mit einem Gerätemonopol konfrontiert. Denn wer eine im Fachladen gekaufte Set-Top-Box besitzt, welche für das Digitalfernsehen nötig ist, kann diese nicht mehr verwenden: Er muss die Set-Top-Box von Cablecom kaufen oder mieten. Und: Wer einen modernen Fernseher mit eingebautem Digital-Kabel-Receiver («DVB-C-Tuner») gekauft hat, muss dennoch die Cablecom-Box anschliessen, obwohl solche Fernseher eine Set-Top-Box technisch überflüssig machen. Der Grund: Cablecom programmiert sein System bewusst so, dass es nicht kompatibel ist mit marktgängigen Set-Top-Boxen und modernen Fernsehern.

Dieses Gerätemonopol nervt die betroffenen Bürger. Sie sehen nicht ein, wieso ihre bisherige Fernsehausrüstung aufgrund der Cablecom-Politik unbrauchbar werden soll. Andere Gemeinden in der Region Bern (z.B. Belp) haben ein offenes Kabelnetz, bei dem die Konsumentin frei entscheiden kann, welche Set-Top-Box sie erwirbt oder ob sie lieber einen Fernseher mit eingebautem Digital-Kabel-Receiver kauft. Die SKS fordert, dass Cablecom dies auch für seine 1.5 Millionen Haushalte möglich macht.

Denn: Bis im Jahr 2010 wird das komplette Kabelnetz von analog auf digital umstellen. Dann müssen alle Cablecom-Haushalte eine solche Set-Top-Box kaufen.

SKS-Präsidentin und Ständerätin Simonetta Sommaruga hat daher eine Motion eingereicht, welche die Abschaffung des Cablecom-Gerätemonopols verlangt. Der Ständerat hat der Motion mit 24 zu 9 Stimmen zugestimmt. Nun liegt der Ball bei der Nationalratskommission. Die SKS fordert die Kommission auf, trotz des Lobbyings von Cablecom für Wettbewerb und Wahlfreiheit zu stimmen.

Stiftung für Konsumentenschutz

Bern, 14. März 2008

Es können keine Kommentare hinterlassen werden. Die Kommentarfunktion ist für diesen Beitrag deaktiviert.

Hosting von oriented.net