Startseite Medienmitteilungen GastroSuisse verweigert Deklaration von “Convenience Food”

GastroSuisse verweigert Deklaration von “Convenience Food”

Nach einem Jahr verhandeln mit dem Konsumentenorganisationen macht GastroSuisse einen Rückzug

Während einem Jahr haben die Konsumentenorganisationen mit der GastroSuisse verhandelt, um eine Deklaration der industriell hergestellten Gerichte (Convenience Food) zu erreichen. Der Verband, der die Restaurateure vertritt, wehrte sich in einem ersten Schritt gegen die Deklaration von “Convenience Food” – nun verweigert er jegliche Deklaration. Weiterhin können die Konsumentinnen und Konsumenten nicht auf Transparenz zählen und erfahren nicht, ob die Lasagne, der Hirschpfeffer, das Cordon bleu oder die Caramelcrème in der Restaurantküche zubereitet wurden oder aus einer Industrieküche stammen.

Aufgrund des Konsumenteninformations-Gesetzes (KIG), haben die drei Konsumentenorganisationen ACSI, FRC und SKS 2006 mit Unterstützung der eidgenössichen Komission für Konsumentenfragen mit der GastroSuisse Gespräche aufgenommen. Ziel war es, eine Information auf den Menükarten auszuhandeln, welche die Konsumentinnen und Konsumenten aufklärt, wenn ein Gericht industriell und nicht in der hauseigenen Küche hergestellt wird. Denn nur so können die Gäste eine informierte Wahl treffen.

Nach zwei Treffen einigten sich die Konsumentenorganisationen und die Vertreter der GastroSuisse, dass eine solche Deklaration einem Bedürfnis entspricht und die Möglichkeit besteht, eine “Positivdeklaration” ins Auge zu fassen. Auf der Karte sollte dann “hausgemacht, maison, fatto a casa” erscheinen, wenn tatsächlich der Koch die Kelle rührt. Gastrosuisse hat nun einen Rückzieher gemacht und erklärt, dass auch diese Information nicht möglich sei, weil “hausgemachte” Speisen nicht befriedigend definiert werden können. GastroSuisse verlangt deshalb von den Konsumentenorganisationen, auf jegliche Deklaration zu verzichten.

Für die ACSI, FRC und SKS ist dieser plötzliche Rückzug der GastroSuisse ein deutliches Zeichen, dass “Convenience Food” in der Restauration einen immer wichtigeren Platz einnimmt. Dies ist wohl auch der Grund, weshalb sich GastroSuisse jeglicher Transparenz und Information verschliesst.

Die Konsumentenorganisation befürchten keine Gefährdung der Lebensmittelsicherheit durch die Verwendung von Convenience Food, sondern betonen, dass die Konsumentinnen und Konsumenten das Recht haben zu erfahren, was sich auf ihrem Teller befindet und wo es zubereitet wurde.

Die gescheiterten Verhandlungen zeigen einmal mehr die Grenzen von freiwilligen Vereinbarungen – weigert sich eine Partei, ist die andere machtlos. Das Konsumenteninformations-Gesetz muss revidiert werden und die Grundlage geschaffen werden, damit Deklarationen verpflichtend vorgeschrieben werden können.

Angesichts der Haltung von GastroSuisse fordern die ACSI, FRC und SKS die Konsumentinnen und Konsumenten auf, von ihrem Informations-Recht gebrauch zu machen und in den Restaurants nachzufragen. Werden sie nicht offen informiert oder haben sie das Gefühl, getäuscht zu werden, solle sie dies einer der drei Organisationen melden!

Stiftung für Konsumentenschutz

Bern, 28. März 2007

 


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