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Bio-Label mit Täuschungspotential

SKS fordert mehr Transparenz bei BIO-Labels bezüglich Herkunft Rohstoffe

Unter dem Label von BioSuisse ist nicht alles „Suisse“, was so tönt: fehlt der Zusatz „Suisse“ zum Label, kommen das Produkt oder die Rohstoffe aus dem Ausland. Importierte Migros-Bio-Produkte werden gemäss den weniger strengen EU-Bio-Richtlinien produziert. Die SKS sieht in der Kennzeichnung ein Täuschungspotential für die Konsumentinnen und Konsumenten und fordert deshalb von BioSuisse und Migros, ihre Logos so zu gestalten, dass die Herkunft der Rohstoffe und die Richtlinien klar erkennbar sind.

Die SKS hat alle bei Coop erhältlichen Bio-Knospen-Produkte mit Herkunft der Rohstoffe aufgelistet,,von Migros-Bio-Produkten liegt eine analoge Liste vor. Die SKS ist sehr befremdet über den hohen Anteil von importierten Rohstoffen und Zutaten in den Bio-Lebensmitteln. Besonders auffallend: Der hohe Anteil von ausländischem Getreide im Bio-Brot bei den zwei grössten Schweizer Detailhändlern. Von 20 Bio-Brotsorten bei Coop werden beispielsweise nur gerade 5 Sorten vollumfänglich mit einheimischem Bio-Getreide gebacken, bei Migros fällt die Bilanz nicht besser aus. Die Bio-Teigwaren bei Coop und Migros werden mit Eiern aus der EU hergestellt, während nach Auskunft von Fachleuten gleichzeitig Bio-Eier exportiert werden. Was die meisten Konsumentinnen und Konsumenten wohl auch kaum wissen: während die Richtlinien von BioSuisse auch von Produzenten im Ausland eingehalten werden müssen, gilt dies für Bio-Produkte bei der Migros nicht. Diese werden nach EU-Richtlinien produziert, welche sich von den Knospe-Richtlinien in wesentlichen Punkten unterscheiden – so ist beispielsweise die Gesamtbetrieblichkeit in der EU nicht vorgeschrieben.

Umfragen bei Konsumentinnen und Konsumenten zeigen regelmässig, dass ihnen die Herkunft der Lebensmittel von grosser Wichtigkeit ist und sie dabei vor allem auf regionale Herkunft setzen. Das Knospen-Label von BioSuisse und auch das Migros-Bio-Label haben eine hohe Glaubwürdigkeit bei den KonsumentInnen. „Sehr viele KonsumentInnen orientieren sich an den Logos dieser Labels und kümmern sich nicht um weitere Deklarationen auf den Produkten“, sagt Jacqueline Bachmann, Geschäftsführerin der SKS, „das ist ja das Praktische an gut verankerten, glaubwürdigen Labels und deren Logos. Zudem wird gerade das Knospe-Label mit Produkten aus der Schweiz verbunden, da die Organisation dahinter – BioSuisse – ja mit ihrem Namen assoziiert, dass die Produkte aus der Schweiz kommen“.

Die SKS ist allerdings der Meinung, dass sowohl das Knospe-Logo wie auch das Migros-Bio-Logo ein Täuschungspotential haben: Es ist unklar, ob es sich beim betreffenden Lebensmittel aus Bioproduktion „Schweiz“, „Schweiz-Umstellung“, „Import“ oder „Import-Umstellung“ resp. „Import nach EU-Richtlinien“ handelt. Die SKS hat deshalb BioSuisse und Migros im Sinne der Transparenz aufgefordert, die Logos ihrer Labels in Zukunft so zu gestalten, dass klar ist, woher die Rohstoffe kommen. Zudem möchte die SKS von BioSuisse, Migros und Coop wissen, weshalb so viele Rohstoffe oder Zutaten aus dem Ausland stammen, da dies dem Bedürfnis der KonsumentInnen widerspricht, regional produzierte Lebensmittel zu kaufen. Um Transparenz herzustellen, sind die Listen über die Herkunftsländer der bei Migros und Coop erhältlichen Bio-Lebensmittel ab sofort auf www.konsumentenschutz.ch aufgeschaltet.

Liste Herkunft Coop Naturaplan
Liste Herkunft Migros Bio

Stiftung für Konsumentenschutz

Bern, 3. März 2007

 


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