Startseite Medienmitteilungen Santésuisse-Direktor vertritt weiterhin Pharmainteressen

Santésuisse-Direktor vertritt weiterhin Pharmainteressen

Neuer Santésuisse-Direktor Britt verteidigt in der NZZ am Sonntag hohe Medikamentenpreise

Der neue Direktor von Santésuisse, Fritz Britt, vertritt weiterhin die politischen Positionen der Pharmaindustrie – seiner bisherigen Arbeitgeberin. «Das finanzielle Potenzial von Parallelimporten werde massiv überschätzt», äusserte er in der «NZZ am Sonntag». Die SKS ist empört: Gibt Santésuisse nun den Kampf gegen die hohen Medikamentenpreise auf? Die SKS verlangt vom Santésuisse-Verwaltungsrat, dass sich auch der neue Direktor unmissverständlich für die Interessen der Prämienzahlenden einsetzt.

Seit Anfang 2007 ist Fritz Britt neuer Geschäftsführer des Krankenkassen-dachverbandes Santésuisse. Im gestrigen Grundsatzinterview mit der «NZZ am Sonntag» hat er die Bedeutung von Parallelimporte von Medikamenten heruntergespielt: «Das finanzielle Potential von Parallelimporten werde massiv überschätzt». Damit widerspricht Britt der bisherigen Position Santésuisse diametral: Bisher haben die Krankenkassen immer gegen die zu hohen Medikamentenpreise gekämpft. Aufgrund des Importmonopoles patentgeschützter Medikamente dürfen diese nicht aus dem Ausland eingekauft werden. In der Folge bezahlen die Patientinnen und Patienten für ein und dasselbe Medikament in der Schweiz massiv mehr als im Ausland.

Die SKS ist empört: Fritz Britt, ehemaliger Verantwortlicher für politische Fragen beim Pharmakonzern Novartis, hat es anscheinend noch nicht geschafft, seinen Hut zu wechseln. Die Schweizer Pharmakonzerne haben sich bis jetzt erfolgreich gewehrt, Parallelimporte von günstigeren Medikamenten zuzulassen. Die SKS fordert den Verwaltungsrat der Santésuisse auf, Fritz Britt in die Schranken zu weisen und ein klares Bekenntnis für Parallelimporte abzulegen.

Für die SKS ist klar: Die Krankenkassen müssen sich für die Anliegen der Prämienzahlerinnen und Prämienzahler einsetzen. Die Senkung der hohen Medikamentenpreise ist eines davon. Wenn Fritz Britt nun versuchen würde, eine unheilige Allianz zwischen Krankenkassen und Pharmaindustrie auf die Beine zu stellen, bei dem am Ende die Versicherten und Patientinnen die Leidtragenden sind, würde sich Santésuisse selbst diskreditieren. Leider sind Anzeichen hierfür vorhanden: Bereits im April 2005 hatten Pharmaindustrie und Krankenkassen vorgeschlagen, dass die Versicherten mehr für die Medikamente aus dem eigenen Sack bezahlen sollen.

Die SKS-Forderung, dass Santésuisse nicht nur die Mittel für den Abstimmungskampf über die Einheitskrankenkasse einfriert, sondern auch keine Gelder der Versicherten fürs Lobbying einsetzt, gewinnt an Brisanz. Es geht nicht an, dass die Prämienzahlerinnen und -zahler Geld an die Krankenkassen zahlen, damit diese dann gegen die Interessen der Versicherten lobbyieren!

Stiftung für Konsumentenschutz

Bern, 8. Januar 2007

 


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