Startseite Medienmitteilungen Gentech-Lebensmittel-Skandale: Massnahmen verlangt

Gentech-Lebensmittel-Skandale: Massnahmen verlangt

Motion eingereicht zur Schliessung der Lücke bei der Deklaration von Gentechlebensmitteln

Ungefähr 50 Prozent der in der Schweiz konsumierten Poulets werden importiert – davon wird ein Grossteil mit gentechnisch verändertem Futtermittel gefüttert! Die Konsumenten wissen nichts davon, da Pouletfleisch nicht entsprechend deklariert werden muss. Daher verlangt Nationalrätin Géraldine Savary mit einer Motion die Deklaration von Milch, Eiern und Fleisch von Tieren, die mit Gentechfutter gefüttert wurden. Die Konsumentenorganisationen acsi, FRC und SKS begrüssen diese Motion, mit welcher die Wahlfreiheit der Konsumenten gesichert wird.

Die Konsumentinnen und Konsumenten begegnen gentechnisch veränderten Lebensmitteln mit grosser Skepsis. Sie wollen wissen, was auf ihren Teller kommt. Dementsprechend kennt das Gesetz verschiedene Deklarationen von Gentechlebensmitteln, um die Wahlfreiheit der Konsumentinnen und Konsumenten zu garantieren. Dennoch gibt es eine wichtige Gesetzeslücke: Bei Lebensmitteln – Milch, Eier und Fleisch – von Tieren, die mit Gentechfutter gefüttert wurden, braucht es keinen Hinweis auf die Verwendung der Gentechnik. Die in der Herbstsession eingereichte Motion von Nationalrätin Géraldine Savary (SP, VD) verlangt vom Bundesrat, eine solche Deklaration einzuführen. Die Konsumentenorganisationen acsi, FRC und SKS erachten diese Motion angesichts der jüngsten Entwicklungen für dringlich.

Weltweit werden gentechnisch veränderte Pflanzen angebaut, um sie Nutztieren zu verfüttern. Deren Produkte werden auch in die Schweiz eingeführt. Bereits die Hälfte des konsumierten Pouletfleisches wird importiert – ein Grossteil dieser Poulets wurde im Ausland mit Gentechfutter gefüttert. Dabei wäre der Schweizer Futtermittelmarkt nahezu gentechfrei. Dennoch wurden

73 Tonnen Gentechfuttermittel importiert und an Tiere verfüttert, deren Milch, Eier oder Fleisch die Schweizerinnen und Schweizer konsumieren, ohne davon zu wissen.

Die Risikoanalysen für Gefährdungen von Mensch und Tier durch Gentechfuttermittel sind noch ungenügend. Auf diesem Gebiet ist noch intensive Forschung erforderlich, bevor man gesicherte Empfehlungen für die Ernährung des Menschen aussprechen kann.

Wie im Sommer bekannt wurde, beteuern Coop und Denner, nur Lebensmittel von Tieren zu verkaufen, die gentechfrei gefüttert wurden. Migros kann diese Garantie nicht abgeben. Daher ist die obligatorische Deklaration solcher Lebensmittel zwingend. Umso mehr, als durch die Marktöffnung vermehrt Futter- und Lebensmittel in der Schweiz importiert werden.

Stiftung für Konsumentenschutz

Bern, 5. Oktober 2006

 


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