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Nutzen und Nachteile der Früherkennung

Machen Röntgen-Untersuchungen zur Früherkennung von Brustkrebs Sinn?

Frauen im Alter zwischen 50 und 69 Jahren wird empfohlen, sich regelmässig alle zwei Jahre einer Röntgen-Untersuchung zur Früherkennung von Brustkrebs zu unterziehen. Die Stiftung für Konsumentenschutz und der Dachverband Schweizerischer Patientenstellen haben gemeinsam die wichtigen Fragen und Antworten zum Nutzen sowie zu den Nachteilen und Risiken in einem Faktenblatt zum Screening zusammengestellt.

Ein Faktenblatt der Stiftung für Konsumentenschutz und des Dachverbands Schweizerischer Patientenstellen informiert die betroffenen Frauen über den Nutzen und die Nachteile und Risiken der Früherkennung. Die Krebsliga und Frauenärzte fordern Frauen zwischen 50 und 69 Jahren auf, sich alle zwei Jahre einem Screening zu unterziehen, das heisst einer Röntgen-Untersuchung zur Früherkennung von Brustkrebs. Oft werden Frauen äusserst einseitig und irreführend informiert, wie eine wissenschaftliche Umfrage gezeigt hat*.

Mammografie-Programme, deren Qualität einigermassen kontrolliert wird, kennen bis jetzt nur die Westschweizer Kantone Genf, Waadt, Wallis, Freiburg und Jura. Der Verband Schweizerischer Patientenstellen sowie die SKS fordern Ärzte und Radiologen dringend auf, dass sie auch bei der individuellen Früherkennung, die in der deutschen Schweiz verbreitet ist, die Richtlinien der EU endlich einhalten. Die ärztlichen Fachgesellschaften müssen dafür sorgen, dass die Qualität auch der individuellen Früherkennung dem EU-Standard entspricht. Dazu braucht es nicht zuerst flächendeckende Programme, wie sie die Krebsliga verlangt. Ohne Qualitätssicherung ist die Gefahr einer Falschdiagnose viel zu gross.

Nur wenn die Qualität der Röntgengeräte, der Interpretation der Röntgenbilder und auch der anschliessenden Behandlungen optimal ist, können gesunde Frauen, die sich alle zwei Jahre röntgen lassen, ihr Risiko, an Brustkrebs zu sterben, um 25 Prozent senken. Konkret heisst das, 2 von Tausend Frauen können im Laufe von 10 Jahren gerettet werden.

Doch was heisst das? Wie gross ist die Gefahr, dass eine fünfzigjährige Frau im Laufe der nächsten zehn Jahre an Brustkrebs erkrankt und stirbt? Wieviele Frauen müssen geröntgt, untersucht und operiert werden, um eine Frau vor dem Tod an Brustkrebs zu retten? Wieviele Frauen werden mit einem falschen Krebsverdacht konfrontiert? Stimmt es, dass die Früherkennung nur jede zehnte Frau mit Brustkrebs retten kann?

Das Faktenblatt beantwortet solche Fragen nach den neusten wissenschaftlichen Erkenntnissen. Informiert kann dann jede Frau selbständig entscheiden, ob sie am Früherkennungs-Programm teilnehmen und sich alle zwei Jahre röntgen lassen möchte.

* Gianfranco Domenighetti et. al: «Women’s perception of the benefits of mammography screening: population based survey in four countries», International Journal of Epidemiology 2003;32:816–821

Stiftung für Konsumentenschutz

Bern, 4. Juli 2006


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