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SKS fordert transparente Information über Gentechfuttermittel

Wie viel Gentechfuttermittel werden importiert und wer verfüttert diese?

733 Tonnen Gentechfuttermittel wurden gemäss behördlichen Angaben letztes Jahr importiert – dies erfuhr die SKS allerdings erst durch Anklopfen bei den Behörden. Die Nachfrage, wer diese importiert habe, ergab, dass aufgrund von Falschdeklaration «nur» 73 Tonnen gentechnisch verändert seien. Wer die verbleibenden Tonnen verfüttert hat, erfährt man aus Datenschutzgründen nicht! Die SKS ist entrüstet: Ist hier bloss die Spitze des Eisberges sichtbar? Daher fordert die SKS von den Behörden, unaufgefordert und transparent zu informieren. Und nötig ist endlich die Deklaration von Milch und Fleisch von Tieren, die mit Gentechfutter gefüttert wurden.

Die Schweizer Bauern wenden die Gentechnik nicht an. Doch wurden im letzten Jahr gemäss behördlichen Angaben 733 Tonnen als gentechnisch verändert deklarierte Futtermittel importiert. Davon erfuhr die Öffentlichkeit nichts. Erst nachdem die SKS eine öffentliche Statistik gefordert hatte, rückte die Forschungsanstalt agroscope Liebefeld-Posieux (ALP) diese Zahl heraus. Die SKS wollte in der Folge wissen, wer diese Gentechfuttermittel importiert und somit, welche Tiere diese fressen.

Ergebnis der SKS-Recherche: Die Inhaber der Futtermühlen – die fenaco und die Vereinigung Schweizerischer Futtermittelfabrikanten (VSF) – versicherten, kein Mais und Soja importiert und verwendet zu haben, das gentechnisch verändert ist. Die Oberzolldirektion verwies auf die ALP. Das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) relativierte plötzlich: Im Jahr 2005 seien lediglich

73 Tonnen der importierten Futtermittel als gentechnisch verändert zu deklarieren gewesen, und zwar Sojaöl. Bei 329 Tonnen handle es sich um eine «Falschkodierung der eingeführten Ware». Bei weiteren 331 Tonnen Maispflanzen liege ebenfalls eine «irrtümliche Verwendung des Kodes bei der Verzollung von Silomais vor» aufgrund des Anbaus von Schweizer Bauern jenseits der Grenze. Die SKS ist entrüstet: Wieso erfährt die Öffentlichkeit von alledem nichts? Und sind die Falschkodierungen lediglich die Spitze des Eisbergs? Wir fordern die Behörden auf, Ordnung in die Kontrollverfahren zu bringen und aktiv zu kommunizieren.

Aus «Datenschutzgründen» beantwortete das BLW die Frage der SKS nicht, wer das Gentechfuttermittel in der Schweiz verfüttert. Damit essen die Konsumentinnen und Konsumenten möglicherweise Milch oder Fleisch von Tieren, die mit Gentechfuttermittel gefüttert wurden – ohne dies zu wissen! Um das Recht auf Transparenz zu garantieren, verlangt die SKS vom Bundesrat, solche Lebensmittel endlich entsprechend zu deklarieren.

Erfreulich ist: 99 Prozent des Schweizer Futtermittelmarkts sind gentechfrei. Angesichts der sich öffnenden Märkte für Futtermittel und dem grossflächigen Anbau von Gentechsoja im Ausland ist die faktische Gentechfreiheit aber in Gefahr. Transparente Behördeninformation und saubere Deklaration sichern die Gentechfreiheit im liberalisierten Markt. Dies stärkt auch die Marktposition der gentechfrei produzierenden Schweizer Bauern.

Stiftung für Konsumentenschutz

Bern, 26. Juni 2006

 

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