Startseite Medienmitteilungen Keine Käfigeier im Tiramisu!

Keine Käfigeier im Tiramisu!

Interpellation von NR Maya Graf zur Deklaration von Verarbeitungseiern

Der Bundesrat bewilligt den Import immer grösserer Mengen Käfigeier aus dem Ausland. Die Konsumenten erfahren nichts davon. Mit einer Interpellation fordert Nationalrätin Maya Graf den Bundesrat auf, Käfigeier, welche beispielsweise in Teigwaren und in Restaurants verarbeitet werden, genauso zu deklarieren wie Konsum-Käfigeier.

Der «Kassensturz» hat gestern berichtet, wie tierquälerisch die Käfighaltung von Legehennen ist. In der Schweiz ist die Käfighaltung seit 1991 verboten. Im Verkauf gibt es keine Käfigeier. Dennoch essen Herr und Frau Schweizer jährlich durchschnittlich 50 Käfigeier. Diese billigen Eier – das Stück kostet 6 bis 8 Rappen – stammen aus dem Ausland und verschwinden in der Schweiz in Teigwaren, Glacés oder Backwaren und in der Gastronomie. Nur erfahren dies die Konsumentinnen und Konsumenten nicht: Denn im Gegensatz zu Konsumeiern muss bei verarbeiteten Eiern nicht deklariert werden, wenn sie aus Käfighaltung stammen.

Auf Anregung der SKS reicht Nationalrätin Maya Graf in der Herbstsession eine Interpellation ein. Damit wird der Bundesrat angefragt, ob er nicht bereit sei, die Lücke in der Deklarationspflicht zu schliessen. Anlass dafür ist der klammheimliche Entscheid des Bundesrates vom 10. Juni 2005, das Importkontingent der nicht zu deklarierenden Verarbeitungseier um 3000 Tonnen zu erhöhen – und dasjenige der Konsumeier um 3000 Tonnen zu senken. Mit diesem Kniff hat der Bundesrat dem Druck der Schweizer Eierverarbeitungsindustrie nachgegeben. Denn ein grosser Teil der importierten, billigen Eiern ist aus Käfighaltung: In Deutschland und Holland, den beiden wichtigsten Exportländer, ist Käfighaltung noch weit verbreitet.

Medienwirksam wird immer geprahlt, wie naturnah in der Schweiz Nahrungsmittel produziert und wie artgerecht die Tiere gehalten würden. Mit seinem Entscheid umgeht der Bundesrat die Tierschutzanstrengungen der Schweizer Bauern. Er unterstützt – entgegen dem Volkswillen – die tierquälerische Haltung von Hennen. Zudem werden die Konsumentinnen und Konsumenten im Ungewissen gehalten. Sie erfahren nicht, dass sie Eier aus Käfighaltung konsumieren. Nationalrätin Maya Graf will vom Bundesrat wissen, was er sich angesichts dieser Sachlage bei seinem Entscheid gedacht hat.

Die Forderung der SKS ist klar: Die Landwirtschaftliche Deklarationsverordnung (LDV), welche vorschreibt, dass in der Schweiz verbotene Produktionsmethoden bei Fleisch und Eier deklariert werden, muss auf verarbeitete Produkte ausgeweitet werden. Damit Industrie und Handel nicht weitere Schlupflöcher finden, um Tierschutz und Deklarationen zu umgehen!

Interpellation Nationalrätin Maya Graf

Stiftung für Konsumentenschutz

Bern, 7. September 2005

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