Startseite Medienmitteilungen Stopp der Preisexplosion bei Medikamenten

Stopp der Preisexplosion bei Medikamenten

Motion Sommaruga: Ständerat lehnt Senkung der Medikamentenkosten ab

Der Ständerat will, dass weiterhin jedes Medikament, das in der EU anerkannt und zugelassen wurde (483 Millionen Einwohner), in der kleinen Schweiz nochmals separat geprüft wird. Die SKS bedauert, dass der Ständerat nach seinem Bekenntnis zum Cassis-de-Dijon-Prinzip die Aufhebung eines weiteren technischen Handelshemmnisses ablehnt. Und dass er es gutheisst, dass die Pharmaindustrie systematisch «neue» Medikamente auf den Markt bringt, die wesentlich teurer als die nahezu identischen Vorgängermodelle sind.

Heute hat der Ständerat die Kernforderungen einer Motion von SKS-Präsidentin Simonetta Sommaruga abgelehnt, mit der der Bundesrat verpflichtet worden wäre, endlich griffige Massnahmen gegen die ständig steigenden Medikamentenkosten zu ergreifen. So forderte Sommaruga, dass Arzneimittel, die von der europäischen Arzneimittelbehörde EMEA anerkannt und damit in allen EU-Ländern zugelassen sind, automatisch in der Schweiz zugelassen werden. Die erneute Prüfung von einwandfreien Medikamenten bezweckt nur die Abschottung des Schweizer Marktes und damit hohe Preise. Die SKS bedauert, dass der Ständerat, der sich in der ersten Sessionswoche mit der Annahme der Motion Hess für die Aufhebung technischer Handelshemmnisse ausgesprochen hatte, für die Beibehaltung dieses technischen Handelshemmnisses votiert hat.

Ebenfalls abgelehnt hat der Ständerat den Kampf gegen die so genannte Umsteigeteuerung, die grösste Preistreiberin bei den Arzneimitteln. Ständig lanciert die Pharmaindustrie so genannt «neue» Medikamente, die sich nur geringfügig von den Vorgängermodellen unterscheiden – bedeutendster Unterschied zum alten Medikament ist der Preis: Er ist meist zwischen 10 und 20 Prozent höher. Der therapeutische Mehrnutzen hingegen ist mickrig, aber meist gross genug, um in die Spezialitätenliste (SL) aufgenommen zu werden, sodass die Krankenkassen die neuen Medikamente bezahlen müssen. Eine Änderung dieses absurden Mechanismus wird nur von der Pharmaindustrie abgelehnt – und vom Ständerat. In Anbetracht der Tatsache, dass 70 Prozent der Medikamente importiert werden, ist schleierhaft, wieso dem Ständerat die Gewinne ausländischer Unternehmen näher liegen als die Kaufkraft der Schweizer Konsumentinnen und Konsumenten.

Immerhin hat sich der Ständerat dafür ausgesprochen, einen Punkt der Motion anzunehmen: Bei der Preisfestsetzung von Generika müssen die Preise anderer Länder mit berücksichtigt werden. Heute sind Generika in der Schweiz 70 Prozent teurer als in Deutschland (Ex-Factory-Preise). Kein Wunder, dass in Deutschland 20 Prozent der Medikamente schon Generika sind – in der Schweiz aber erst 5 Prozent.

Stiftung für Konsumentenschutz

Bern, 14. Juni 2005

 


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