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Faules Ei für Tierschutz und Konsumenten

Bundesrat erhöht Importkontingent für Verarbeitungseier um 3000 Tonnen

Schweizer Konsumentinnen und Konsumenten werden in Zukunft mehr Eier konsumieren, welche von Legehühnern stammen, die in quälerischer Käfighaltung dahinvegetieren. Der Bundesrat hat letzte Woche grünes Licht für die Einfuhr von weiteren 3000 Tonnen Verarbeitungseier gegeben und führt damit die Bemühungen um mehr Tierschutz und klare Deklarationen in der Schweiz ad absurdum.

Schweizer Konsumentinnen und Konsumenten wollen keine „Käfigeier“, das haben sie mittels einer Volksabstimmung 1991 deutlich gesagt. Seither ist diese tierquälerische Haltung der Legehühner in der Schweiz verboten.

Dennoch essen Schweizerinnen und Schweizer importierte Eier aus Käfighaltung: Diese billigen Eier – das Stück kostet 6 bis 8 Rappen – werden in der Schweiz verarbeitet und verschwinden in Teigwaren, Glacés oder Backwaren und in der Gastronomie. Während Konsumeier deklariert werden müssen, wenn sie in Käfighaltung produziert worden sind, ist dies bei den verarbeiteten Eiern nicht der Fall.

Auf Druck der Eiprodukteindustrie hat der Bundesrat letzte Woche das Teilzollkontingent für Verarbeitungseier um 3000 Tonnen erhöht, dasjenige für Konsumeier um dieselbe Menge reduziert. Im letzten Jahr wurden über 28 000 Tonnen Eier importiert, davon 13 460 Tonnen Verarbeitungseier. Dieser Anteil an Verarbeitungseier soll nun also noch höher werden.

Während das Parlament auf der einen Seite um ein besseres Tierschutzgesetz ringt und ein Importverbot für Katzenfelle aus China beschliesst, unterstützt der Bundesrat auf der anderen Seite die tierquälerische Produktion von Käfigeiern. Denn ein grosser Teil der importierten, billigen Eiern ist aus Käfighaltung: In Deutschland und Holland, den beiden wichtigsten Exportländer, ist Käfighaltung noch weit verbreitet.

Damit werden nicht nur die Bemühungen für einen besseren Tierschutz untergraben, sondern die Konsumentinnen und Konsumenten im Ungewissen gehalten. Sie erfahren nicht, dass sie Eier aus Käfighaltung konsumieren. Die Forderung der SKS ist klar: Die Landwirtschaftliche Deklarationsverordnung, welche vorschreibt, dass in der Schweiz verbotene Produktionsmethoden bei Fleisch und Eier deklariert werden, muss auf verarbeitete Produkte ausgeweitet werden. Damit Industrie und Handel nicht weitere Schlupflöcher finden, um Tierschutz und Deklarationen zu umgehen!

Stiftung für Konsumentenschutz

Bern, 15. Juni 2005

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