Startseite Medienmitteilungen Erfolg für die SKS: keine Abzocke mehr mit 044-Nummern

Erfolg für die SKS: keine Abzocke mehr mit 044-Nummern

Ständeratsentscheid zum FMG: Teure Mehrwertdienste nur noch über 090x-Nummern

Der Ständerat ist dem Nationalrat gefolgt: Teure Mehrwertdienste sollen künftig nicht mehr über unverfängliche 044-Nummern angeboten werden, sondern nur noch über die 090x-Nummern. Nur gegen diese Nummern – und damit gegen horrende Rechnungen – können sich die Konsumentinnen und Konsumenten mit Sperrsets schützen. Die SKS freut sich, dass ihre Forderung erfüllt wurde.

Nicht nur Not, sondern auch Geldgier macht erfinderisch: Als das Bundesamt für Kommunikation damit anfing, die Betreiber von Mehrwertdiensten auf der Internetseite www.e-ofcom.ch zu publizieren, wechselten einige Sex-Telefonbetreiber ihre Strategie. Sie fingen an, ihre Dienste über harmlose 01- bzw. heute 044-Vorwahl anzubieten – was bis heute erlaubt ist. Mit dieser fiesen Praktik greift erstens die BAKOM-Website nicht mehr. Zweitens werden die kostenlosen Sperrsets für 090x-Nummern ausgehebelt, welche die Fernmeldedienstanbieter den die Konsumentinnen und Konsumenten zur Verfügung stellen. Und drittens werden die Konsumentinnen und Konsumenten hinters Licht geführt. Denn sie erkennen nicht auf Anhieb, dass es sich bei Inseraten mit Sextelefon-Nummern um teure Gebührenfallen handelt. Denn die Dienste werden nicht zum Normaltarif – wie die 044-Vorwahl suggeriert – abgerechnet. Sie sind horrend teuer. Bei einem Sex-Angebot schlugen die ersten fünf Minuten zum Beispiel mit Fr. 39.90 zu Buche, jede weitere Minute kostete Fr. 4.90.

Heute hat der Ständerat beschlossen, dieser fiesen Praktik einen Riegel zu schieben. Er ist dem Nationalrat gefolgt und hat bei der Beratung des Fernmeldegesetzes (FMG) entschieden, dass Mehrwertdienste nicht mehr unter einer landesüblichen Vorwahl angeboten werden dürfen

(Art. 12b neu Abs. 2). Die SKS freut sich über diese Verbesserung des Konsumentenschutzes. Damit entfalten die Sperrsets wieder ihre Wirkung. Die BAKOM-Website bleibt nicht mehr Makulatur. Und die hohen Preise sind für die Konsumenten in der Werbung ersichtlich.

Die SKS frohlockt, dass ihr Druck in dieser Sache erfolgreich war. Gemeinsam mit der SKS hatte SP-Nationalrätin Ursula Wyss am 5. Mai 2004 eine Motion eingereicht, welche genau das forderte, was der Ständerat heute beschlossen hat. Der Bundesrat lehnte die Motion damals ab. Das Parlament hat sich nun einsichtiger gezeigt. Die SKS sieht sich bestätigt: Saubere Informationsarbeit über Konsumentenschutzanliegen und öffentlicher Druck lohnen sich!

Ein weiterer Erfolg: Ein konsumentenfreundlicher Antrag von SKS-Präsidentin Simonetta Sommaruga fand im Ständerat eine Mehrheit. Der Bundesrat soll die Anbieterinnen von Fernmeldediensten verpflichten können, die Transparenz der Tarife zu gewährleisten (Art. 12a Abs. 3 neu).

Stiftung für Konsumentenschutz

Bern, 7. Juni 2005

 

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