Startseite Medienmitteilungen Couchepins Doktrin: Kosten verlagern statt Kosten sparen

Couchepins Doktrin: Kosten verlagern statt Kosten sparen

Politisch-willkürlicher Ausschluss der Komplementärmedizin aus der Grundversicherung

Der heutige Entscheid Bundesrat Couchepins, die Komplementärmedizin aus der Grundversicherung zu streichen, ist das jüngste Beispiel Couchepin’scher Pflästerlipolitik im Gesundheitswesen: Statt Kosten zu sparen verlagert er ständig Kosten – auf den Buckel der Versicherten und der Patienten. Dies freut nur einen: die Pharmaindustrie, die sich weiterhin eine goldene Nase verdient mit überteuerten Medikamenten.

Mit dem heutigen Entscheid, fünf komplementärmedizinische Methoden nicht mehr von der Grundversicherung bezahlen zu lassen, hat Bundesrat Couchepin seine «Strategie» im Kampf gegen die Kostenexplosion im Gesundheitswesen bestätigt. Erstens: Verlagere Kosten statt sie einzusparen. Zweitens: Schone die Pharmaindustrie. Denn mit dem Ausschluss der Komplementärmedizin lässt sich kein einziger Franken auf dem Gesundheitsmarkt Schweiz einsparen. Die Versicherten müssen die Kosten für die Komplementärmedizin einfach selbst berappen. Diese Strategie kennen wir bereits von Couchepins Minireformen für höhere Selbstbehalte und höhere Franchisen – pro Jahr eine Minireform.

Wer wirklich Kosten sparen will, muss die Medikamentenkosten konsequent senken. Es ist bekannt, dass die Schweizer Medikamentenpreise zu den höchsten in Europa zählen. Und dass die Pharmaindustrie systematisch so genannt neue Medikamente auf den Markt bringt, die wesentlich teurer als das nahezu identische Vorgängermodell sind.

Zahlreiche parlamentarische Vorstösse hat Ständerätin und SKS-Präsidentin Simonetta Sommaruga eingereicht, um die Medikamentenpreise zu senken. Allesamt wurden sie von Bundesrat Couchepin abgewiesen. Statt auf einem Fünf-Milliarden-Markt spürbare Einsparungen zu erzielen, zieht es Couchepin vor, auf dem leichtgewichtigen Markt der Komplementärmedizin (ca. 100 Millionen Franken) herumzudoktern und erst noch weite Teile der Bevölkerung massiv vor den Kopf zu stossen.

Die SKS fordert von Bundesrat Couchepin, dass er endlich im Bereich der Medikamente konkrete Massnahmen gegen das Kostenwachstum vorschlägt. Und dass er den gemeinsamen Plänen von Pharmaindustrie und Santésuisse, noch mehr Kosten auf die Versicherten zu verlagern (höhere Selbstbehalte, Eigenfinanzierung von Bagatellmedikamenten) klar entgegentritt.

Stiftung für Konsumentenschutz

Bern, 3. Juni 2005


Auf Facebook teilen    Auf Google+ teilen

Es können keine Kommentare hinterlassen werden. Die Kommentarfunktion ist für diesen Beitrag deaktiviert.

Ratgeber

Kinder-Impfungen – eine Entscheidungshilfe

Gönnerpreis: 19.00 CHF
Normalpreis: 24.00 CHF

Miniratgeber: Komplementärmedizin

Gönnerpreis: 4.50 CHF
Normalpreis: 9.50 CHF

Broschüre: Patienten- und Sterbeverfügung

Gönnerpreis: 6.00 CHF
Normalpreis: 12.00 CHF


Hosting von oriented.net