Startseite Medienmitteilungen Ferien für BR Couchepin, nicht für die Komplementärmedizin!

Ferien für BR Couchepin, nicht für die Komplementärmedizin!

Leistungskommission soll definitive Aufnahme der Komplementärmedizin ins KVG beantragen

Die fünf komplementärmedizinischen Methoden sollen definitiv in die Grundversicherung aufgenommen werden: Die vier Konsumentenorganisationen SKS, kf, FRC und acsi haben die Eidgenössische Leistungskommission (ELK) aufgefordert, einen entsprechenden Antrag an das Departement des Innern zu stellen.

Bundesrat Couchepin meinte in der DRS-Sendung «Puls» vom 28. Februar: «Ferien bringen auch etwas. Soll man die Ferien zu Lasten der Krankenkassen bezahlen lassen?» Dies tönt nicht gerade nach einer differenzierten Haltung des EDI-Chefs, der im Juni über die definitive Aufnahme von fünf komplementärmedizinischen Methoden in die Grundversicherung entscheiden wird. Traditionelle Chinesische Medizin, Klassische Homöopathie, Anthroposophische Medizin, Phytotherapie und Neuraltherapie wurden 1999 nur provisorisch aufgenommen.

Die vier Konsumentenorganisationen SKS, kf, FRC und acsi haben die Mitglieder der ELK angeschrieben, welche am 10. Mai einen Antrag zuhanden des EDI verabschieden wird. In diesem Schreiben legen die Konsumentenorganisationen dar, dass die definitive Aufnahme der fünf komplementärmedizinischen Methoden in den Leistungskatalog dem Anliegen zahlreicher Konsumentinnen und Konsumenten entspricht: Mindestens ein Drittel der Bevölkerung beansprucht komplementärmedizinische Leistungen. Selbst der zuständige BAG-Vizedirektor Hans Heinrich Brunner vom Departement Couchepin sagte im Radio DRS am 19. Februar: «Es gibt einen grossen Teil der Bevölkerung, der diese Medizin will. Das ist ein Fakt.»

Der GfS-Gesundheitsmonitor von 2003 zeigt, dass die Bevölkerung keine Änderungen in der Grundversicherung wünscht. Ein Ausschluss der fünf komplementärmedizinischen Methoden nach sechs Jahren wäre für die Patientinnen und Patienten unverständlich. Statt die Komplementärmedizin mit Ferien zu vergleichen, sollte sich Bundesrat Couchepin vor dem Entscheid lieber Ferien gönnen – damit er ausgeruht einen überlegten Entscheid fällen kann.

Zu beachten ist: Ein Ausschluss der Komplementärmedizin trägt nichts zum Sparen im Gesundheitswesen bei. Die Kosten der Komplementärmedizin betragen nur 0.16 Prozent aller Kosten in der Grundversicherung (BAG-Statistik der obligatorischen Krankenversicherung 2003). Im Gegenteil: Die Komplementärmedizin hilft Kosten sparen. Würde sie aus der Grundversicherung ausgeschlossen, so müssten kostengünstige natürliche Heilmittel durch teure chemisch-synthetische Präparate ersetzt werden.

Stiftung für Konsumentenschutz

Bern, 11. April 2005

 


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