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Schwindlern das Handwerk gelegt

Lauterkeitskommission heisst SKS-Beschwerde gegen InventairePro GmbH gut

Über Monate hinweg hat die Zuger Firma InventairePro GmbH mit unlauteren Methoden die Unterschriften von Konsumenten und Händlern erschlichen und ihnen das Geld aus der Tasche gezogen. Nun wurde die Beschwerde, welche die Stiftung für Konsumentenschutz eingereicht hat, von der Lauterkeitskommission gutgeheissen.

Adressbücher sind etwas sehr nützliches – sowohl für Werbeträger als auch für Händler und Konsumenten. Mit diesen Branchenverzeichnissen lassen sich aber auch fiese Geschäfte tätigen. Das bewies die Firma InventairePro GmbH mit Sitz in Zug. Diese Firma lockte in den letzten Monaten unzählige Gewerbetreibende und Händler aber auch Behörden, Institutionen und Konsumenten in ihre gemeine Falle. Per Post versandte die Firma InventairePro vorgedruckte Formulare an unzählige Geschäftsadressen. Die Adressaten wurden aufgefordert, den Korrekturabzug zu kontrollieren und diesen unterschrieben zurückzuschicken. Dabei ging es um einen Eintrag in ein Online Branchenverzeichnis (in der Deutschschweiz: www.internet-branchenbuch.ch). Dass dieser Eintrag pro Jahr happige 1849 Franken kostet, wurde im Kleingedruckten nur zu leicht übersehen. Als dann hohe Rechnungen ins Haus geflattert kamen, war die Überraschung gross. Gar nicht zimperlich gingen die dubiosen Geschäftemacher mit säumigen Zahlern um. Diesen wurde prompt mit dem Inkasso gedroht.

Doch jetzt ist fertig abgezockt. Die Beschwerde, welche die SKS eingereicht hat, wurde von der Lauterkeitskommission vollumfänglich gutgeheissen. Die Kommission stellt klipp und klar fest, dass die Firma InventairePro GmbH unlauter gehandelt hat und meint zum Preis, der nur unter der Lupe zu entziffern ist: «Diese Darstellung des Formulars macht einzig Sinn, wenn die Absicht besteht, darauf abzuzielen, dass einzelne Adressaten die Grundpreisangabe nicht erkennen.» Das sei eine erkennbare unlautere Absicht.

Ende gut alles gut? Nein; zwar hat die SKS dieser schlitzohrigen Bande das Handwerk gelegt. Aber es versuchen noch weitere dubiose Geschäftemacher kleinen Firmen und Selbständigen das Geld aus der Tasche zu ziehen. Sie bieten per Fax, E-Mail oder Post Einträge in Branchenregister, Verzeichnisse und Adressbücher an. Diese Einträge sind aber meist nutzlos und zudem masslos überteuert.

Deshalb haben der Schweizer Adressbuch- und Datenbankverleger-Verband (SADV) und die Stiftung für Konsumentenschutz (SKS) bereist letzten Oktober gemeinsam das Merkblatt «Unnütze Branchenverzeichnisse: Vorsicht, Falle!» herausgegeben. Betroffene erfahren hier, welche Adressverlage seriös sind und wie sie sich gegen die unlauteren Machenschaften von unseriösen Anbietern schützen können. Das Merkblatt kann unter www.sadv.ch oder unter www.konsumentenschutz.ch herunter geladen werden.

Stiftung für Konsumentenschutz

Bern, 10. März 2005

 

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