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Neues Leitbild festigt nachhaltigen Agrarkurs

Breite Unterstützung für die Beratende Landwirtschaftskommission

Gemeinsame Medienmitteilung von: Bio Suisse, IP Suisse, Uniterre, Kleinbauern-Vereinigung, Bioterra, Stiftung Konsumentenschutz, Fédération des Consommateurs, WWF Schweiz, Pro Natura, Schweizer Tierschutz, Schweizer Vogelschutz und Forschungsinstitut für biologischen Landbau

Zwölf Organisationen aus den bereichen Landwirtschaft, Konsum, Tier- und Umweltschutz begrüssen das neue Leitbild der Schweizer Agrarwirtschaft, welches die Beratende Landwirtschaftskommission des Bundesrates letzte Woche verabschiedet und publiziert hat. Insbesondere werden vier Aussagen unterstützt, die als deutliche Festigung der Nachhaltigkeitsstrategie in der Agrarpolitik verstanden werden:

1. Nachhaltigkeit und Ökologie als Erfolgsfaktoren: Für die Kommission ist die Verknüpfung von landwirtschaftlicher Produktion und gesellschaftlichen Aufgaben die wichtigste Voraussetzung für die Erfüllung des Verfassungsauftrages. Die Schweizer Landwirtschaft soll in der umwelt- und tiergerechten Produktion von sicheren Lebensmitteln eine führende Position einnehmen. Das Leitbild verfolgt damit ein klare Qualitätsstrategie.

2. Verzicht auf Agro-Gentechnik: Die Kommission sieht den Verzicht auf Gentechnik als spezifische Marktpositionierung der Schweizer Nahrungsproduktion und Teil der Nachhaltigkeitsstrategie. Die Kommission stellt die Wünsche der Konsumenten und Produzenten über die Interessen der Agrokonzerne.

3. Faire Preisbildung und Marktbedingungen: Die Kommission will die Schweizer Landwirtschaft richtigerweise verstärkt auf den Markt ausrichten. Sie weist jedoch allen Agrarmarktpartnern zusammen die Verantwortung zu, damit der Sektor optimale Wertschöpfung erreichen kann und wettbewerbsfähiger wird. Fairness zwischen den Marktpartnern und Zusammenarbeit in der ganzen Wertschöpfungskette gilt als wichtige Voraussetzung für die Effizienz des Agrarsektors. Die öffentlichen Mittel entgelten der Landwirtschaft die gesellschaftlichen Aufgaben nur, wenn die Bauern am Markt Preise erzielen, welche den Produktionskosten entsprechen.

4. Unterschiedliche Erfolgsstrategien: Die Kommission anerkennt ausdrücklich, dass die wirtschaftliche Tragfähigkeit eines Betriebes auf verschiedenen Strategien verfolgt werden kann. Wachstum des Betriebes, Spezialisierung, Diversifizierung und Nebenerwerb werden neu explizit als gleichwertig anerkannt. In der Agrarpolitik sollen Nebenerwerbsbetriebe (die europaweit zunehmen) nicht diskriminiert werden.

Die unterzeichneten Organisationen sprechen der Beratenden Landwirtschaftskommission ihre Anerkennung für das Leitbild aus. Auf Basis dieses Leitbildes kann der bisher erreichte breite gesellschaftliche Konsens zur Agrarpolitik konsolidiert und trotz verstärkter ausländischer Konkurrenz erweitert werden. Die unterzeichneten Organisationen engagieren sich, um Bundesrat und Parlament davon zu überzeugen, dass die Agrarpolitik nach den Grundzügen dieses neuen, auf positiven Erfolgsfaktoren aufbauenden Leitbildes weiter entwickelt wird.

Unterzeichnende Organisationen: Bio Suisse, IP Suisse, Uniterre, Kleinbauern-Vereinigung, Bioterra, Stiftung Konsumentenschutz, Fédération des Consommateurs, WWF Schweiz, Pro Natura, Schweizer Tierschutz, Schweizer Vogelschutz und das Forschungsinstitut für biologischen Landbau.

Landwirtschaftsgesetz Art. 186 Beratende Kommission:

Der Bundesrat bestellt eine ständige beratende Kommission von höchstens 15 Mitgliedern, die ihn bei der Anwendung dieses Gesetzes berät.

Stiftung für Konsumentenschutz

Bern, 21. Dezember 2004

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