Startseite Medienmitteilungen Neuer Tarifvertrag LOA II Kosmetik statt Verbesserungen

Neuer Tarifvertrag LOA II Kosmetik statt Verbesserungen

Statt spürbare Vereinfachungen bringt der neue Tarifvertrag LOA II höhere Gebühren und eine zusätzliche Pauschale. Weitere Anreize für eine verbesserte Generikasubstitution fehlen. Die Konsumentenorganisationen SKS und FRC sind enttäuscht über den neuen Vertrag.

Die leistungsorientierte Abgeltung der Apotheken wurde von den Konsumentenorganisationen SKS und FRC bereits bei deren Einführung im Jahr 2001 kritisiert. Sie forderten Nachbesserungen und einen neuen Vertrag.

Der LOA-Tarifvertrag II bringt allerdings nicht für die Konsumentinnen und Konsumenten Verbesserungen, sondern in erster Linie für die Apotheken:

  • Die Taxen heissen nun neu „Pauschalen“, weil dies einen weniger negativen Beigeschmack habe. Folglich müssen die Konsumentinnen und Konsumenten sich wieder umgewöhnen, nachdem sie sich in den letzten drei Jahren mit dem ohnehin komplizierten System der Apotheken- und Patiententaxen vertraut gemacht haben.
  • Die Patientenpauschale wird zwar vereinfacht, aber auch erhöht, statt 7 werden den Krankenkassen, bzw. den Versicherten 8,5 Taxpunkte verlangt (neu Fr. 9.20, bisher Fr. 7.35).
  • Im neuen Vertrag ist erneut nicht vorgesehen, dass Konsumentinnen und Konsumenten auf die Führung eines Patientendossiers verzichten können und die entsprechende Pauchale dann wegfällt. Die Beratung ist weiterhin in der Apothekerpauschale enthalten und muss auf jeden Fall bezahlt werden.
  • Die neue Compliance-Pauschale soll mithelfen, dass die Medikamente korrekt eingenommen werden. Mit 20 Taxpunkten oder Fr. 21,60 pro Woche und PatientIn ist diese Pauschale sehr hoch angesetzt worden, besonders da diese zusätzlich zu den anderen beiden Pauschalen erhoben wird.
  • Obschon Santésuisse den Vertrag auch wegen der mangelhaften Generikasubstitution gekündigt hat, fehlen zusätzliche Instrumente zur Generikaförderung.

SKS und FRC sind enttäuscht, dass die Überarbeitung des Vertrages nicht dazu geführt hat, Schwachpunkte des Vertrages auszumerzen und neue Signale zu setzen. Für die Konsumentinnen und Konsumenten bedeutet der Vertrag wiederum ein Umgewöhnen und – über die Franchise – höhere Kosten.

Stiftung für Konsumentenschutz

Bern, 3. November 2004

 


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