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Neue Masche der Telefonsex-Betreiber

01-Vorwahl für teure Telefonsex-Nummern: Ursula Wyss reicht eine Motion ein

Mit einer neuen Masche locken Sextelefon-Anbieter ahnungslose Konsumenten in die Falle. Anstatt über die sattsam bekannten 0906-Nummern, bieten sie ihre Dienste neuerdings über die unverfängliche 01-Vorwahl an. Mit einer Motion verlangt SP-Nationalrätin Ursula Wyss vom Bundesrat, diesem Treiben ein Ende zu setzen.

Kaum hat der Bund die Missbräuche von Mehrwertdiensten eingedämmt, versuchen Sextelefon-Anbieter die Konsumentinnen und Konsumenten perfid auszutricksen. Sie setzen neu auf die harmlose 01-Vorwahl. Damit werden die Konsumentinnen und Konsumenten hinters Licht geführt. Sie erkennen nicht auf Anhieb, dass es sich bei Inseraten mit Sextelefon-Nummern um teure Gebührenfallen handelt. Das kann tiefe Löcher ins Portemonnaie reissen. Denn die Dienste werden nicht zum Normaltarif – wie die 01-Vorwahl suggeriert – abgerechnet. Sie sind horrend teuer. Bei einem Sex-Angebot schlagen die ersten 5 Minuten zum Beispiel mit Fr. 39.90 zu Buche, jede weitere Minute kostet Fr. 4.90.

Der nichts ahnende Anrufer hat derzeit keine Chance, sich zu wehren. Es gibt keine Gesetze, die den Missbrauch der 01-Vorwahl verhindern. Weder im Fernmeldegesetz und den dazugehörigen Verordnungen noch in den Technischen und Administrativen Vorschriften gibt es entsprechende Bestimmungen.

«Die Verschleierungstaktik der Sextelefon-Anbieter untergräbt den Konsumentenschutz gravierend», meint SKS-Geschäftsführerin Jacqueline Bachmann: «Abgesehen davon, dass die Konsumentinnen und Konsumenten arglistig getäuscht werden, hebelt der Trick die Sperrsets der Fernmeldedienstanbieter aus.» Damit konnte bisher verhindert werden, dass teure 090Xer-Nummern angewählt werden konnten. Die 01-Vorwahl vereitelt dies.

Zudem kann das Bakom auf seiner Internet-Seite (www.e-ofcom.ch) nur die Betreiber von 090Xer-Nummern publizieren. Und es kann bei Missbrauch auch nur diesen die Nummer entziehen. Bei 01er-Nummern ist das nicht möglich.

Auf Anregung der SKS hin will nun SP-Nationalrätin Ursula Wyss in einer Motion den Bundesrat beauftragen, rechtliche Bestimmungen zu schaffen. Mehrwertdienste müssen klar als solche erkannt werden und sich ausnahmslos an die bekannten Nummern 090X halten.

Stiftung für Konsumentenschutz

Bern, 5. Mai 2004

 

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