Startseite Medienmitteilungen Ärzte und Apotheken: 100 Mio Franken in die eigene Tasche.

Ärzte und Apotheken: 100 Mio Franken in die eigene Tasche.

Bundesrat und Swissmedic müssen endlich handeln

Mit Vergünstigungen und Boni von der Pharmaindustrie scheffeln sich Ärzte und Apotheken rund 100 Millionen Franken pro Jahr in die eigene Kasse. Dieses Geld gehört eigentlich den Konsumenten und den Krankenkassen. Ein entsprechendes Gesetz ist seit bald zwei Jahren in kraft. Bloss hält sich niemand daran, weil niemand auf die Einhaltung pocht.

Als im Sommer der Patentschutz auf das Magenmittel Antramups, dem meistverkauften Medikament der Schweiz, ablief, machten sich fünf Firmen auf, mit Generika Marktanteile zu erobern. Und dies zum Teil mit unzimperlichen Methoden: Die Firma Mepha bot den Apotheken und Ärzten Rabatte von 30 bis 100 % beim Kauf des Generikas Omezol, berichtete die Handelszeitung im September.

Dieses Vorgehen ist seit bald zwei Jahren illegal. Das Gesetz verbietet so grosszügige Rabatte und Boni, erlaubte Vergünstigungen müssen zudem an die Konsumenten oder die Sozialversicherung weitergeleitet werden. Es erstaunt allerdings wenig, dass sich weder Pharmaindustrie noch die Ärzte an diese Vorgaben halten: Das Gesetz ist zwar in kraft, aber niemand setzt es um. Der Bundesrat erachtet es auf dem Papier als „vordringlich, die Gefahr der korruptionsähnlichen Beeinfluss der Ärzteschaft im stationären und ambulanten Bereich zu unterbinden“, eine Arbeitsgruppe „Boni und Rabatte“ hat verschiedene Empfehlungen zur Umsetzung des Gesetzes ausgearbeitet und bei der Swissmedic sind mehrere Verfahren zu dieser Frage hängig.

„Es ist ein Skandal, dass die Pharmaindustrie im lukrativen Medikamentenmarkt immer noch mit Rabatten und Boni den Verkauf ihrer Produkte ankurbeln darf“, empört sich Jacqueline Bachmann, SKS Geschäftsführerin. Besonders ärgerlich daran ist, dass die Konsumenten nur das Nachsehen haben: Die Rabatte werden nicht an sie weitergeleitet, ihnen entgehen so pro Jahr schätzungsweise 100 Millionen Franken. Dieses Geld stecken Ärzte und Apotheken weiterhin in die eigene Tasche.

Die Stiftung für Konsumentenschutz fordert deshalb Bundesrat Pascal Couchepin auf, diesem Misstand endlich ein Ende zu setzen und die entsprechenden Gesetzesvorlagen mit Nachdruck umzusetzen. Insbesondere Swissmedic soll ihren Aufgaben endlich nachkommen und dafür sorgen, dass die entsprechende Gesetze als solche wahrgenommen und durchgesetzt werden.

Stiftung für Konsumentenschutz

Bern, 3. Dezember 2003

 


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