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Lebensmittel-Labels im Test

Halten die Lebensmittel-Labels auf dem Schweizer Markt, was sie versprechen? Bieten sie wirklich einen Mehrwert? Die vier führenden Umwelt-, Konsumenten- und Tierschutzorganisationen der Schweiz (WWF, SKS, FRC und STS) stellten heute morgen in Bern einen gemeinsamen Untersuchungsbericht vor.

Die Katze im Sack kauft niemand gerne. Kein Wunder greifen Konsumentinnen und Konsumenten immer häufiger zu Produkten, die mit einem speziellen Gütesiegel ausgezeichnet sind. Wer auf Produkte aus ökologischer Produktion, auf artgerechter Tierhaltung und auf faire Löhne setzt, erwirbt sich beim Einkauf zusätzlich noch ein Quäntchen gutes Gewissen.

Doch nicht alle Gütesiegel auf dem Schweizer Lebensmittelmarkt bieten einen echten Mehrwert gegenüber nicht gelabelten Produkten. Dies zeigt eine Untersuchung von WWF, Schweizer Tierschutz STS und den Konsumentenorganisationen SKS und FRC. Bewertet wurden Umweltauflagen (z.B: für Gewässer- und Klimaschutz), Tierhaltungsvorschriften und Aspekte der Glaubwürdigkeit (regelmässige und unabhängige Kontrollen).

Die wichtigsten Resultate in Kürze

Sowohl bei den tierischen als auch den bei pflanzlichen Produkten schneiden die Biolabels am besten ab. Sie überzeugen nicht nur durch strenge Umwelt- und Tierschutzkriterien, sondern auch aufgrund der konsequenten Warenflusskontrolle vom Feld bis ins Regal. Andere Labels kontrollieren nur die Produktionsstätten.

Einige bekannte Labels überzeugen nicht. So das Gemüse/Obst-Label IP/PI, das Fischlabel Dolphin Safe und die Fleischlabels 7-Punkte-Garantie der Migros, Swiss Prim, Bell Natura und IP Suisse. IP/PI übertrifft den allgemeinen Standard der Schweizer Landwirtschaft kaum. Warum also noch ein Extra-Aufkleber? Die vier Fleischlabels garantieren entweder tierfreundliche Laufställe oder regelmässigen Auslauf ins Freie, nicht aber beides. Dolphin Safe kennt zwar gewisse Massnahmen zum Schutz der Delphine schützt aber die Thunfische nicht vor der drohenden Überfischung.

Labelqualität statt Quantität

Die Tatsache, dass viele Gütesiegel um das Vertrauen der Konsumentinnen und Konsumenten buhlen, hat einen Vorteil. Er bringt einen Qualitäts-Wettbewerb zwischen den Labels. Strengere Gütesiegel haben oft Vorbildfunktion für die Weiterentwicklung von schwächeren Labels. Dennoch: Ein Zuviel an Labels bringt Verwirrung. Es macht keinen Sinn, wenn gleicher Wein in unterschiedlichen Schläuchen verkauft wird.. So unterscheiden sich die Labels Bell Natura, IP Suisse, die 7 Punkte Fleischgarantie der Migros und das neue Swiss Prim kaum. Anstatt gemeinsam auf das seit langem bekannte, unabhängige und allgemein zugängliche Label IP-Suisse zu setzen wurden drei zusätzliche Marken geschaffen.

Wünsche für die Zukunft

Um den Umwelt-, Konsumenten- und Tierschutz noch mehr zu steigern, braucht es:

Stiftung für Konsumentenschutz (SKS)

Fédération romande des consommateurs (FRC)

Schweizer Tierschutz (STS)

WWF Schweiz

Bern, 18. November 2003


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