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Marktcheck Energiedeklaration

Die Ergebnisse der zweiten Untersuchung -Energiedeklaration immer noch ungenügend

Seit Beginn dieses Jahres müssen in den Läden grosse Haushaltsgeräte und Lampen mit einer Energieetikette versehen sein. Eine gesamtschweizerische Untersuchung von „Alec – Allianz Energie-Konsum“ zeigt jedoch, dass es mit der Umsetzung noch gewaltig hapert: mehr als 40% der untersuchten Geräte sind nicht korrekt etikettiert. Nun sind die Bundesbehörden gefordert.

Nach einer 12-monatigen Übergangsfrist ist es für die Anbieter seit anfangs Jahr gemäss Energieverordnung vorgeschrieben, Haushaltsgrossgeräte wie Waschmaschinen, Geschirrspüler, Lampen, Kühl- und Gefriergeräte sowie Tumbler mit einer Energieetikette zu versehen. Auch Lampen bzw. deren Verpackungen sind der Deklarationspflicht unterstellt. Damit können Konsumentinnen und Konsumenten auf einer Skala von A bis G erkennen, ob sich um ein energieeffizientes (A) oder stromfressendes Gerät (G) handelt.

Leider hapert es mit der Umsetzung noch gewaltig, wie die neuste Marktabklärung von Alec zeigt: Mehr als 40% von über 4200 untersuchten Haushaltsgeräten sind nicht korrekt oder gar nicht etikettiert. Damit hat zwar der Anteil an Geräten mit mangelhafter Etikettierung gegenüber dem Vorjahr um 3% abgenommen. Doch das reicht noch lange nicht. Schliesslich ist eine korrekte Energiedeklaration gesetzlich vorgeschrieben. Bei den Lampen ist das Ergebnis noch enttäuschender: Magere 29% von 300 untersuchten Lampenpackungen waren korrekt etikettiert – im Vorjahr waren es /p>

Die regionalen Unterschiede zwischen der Deutschschweiz, der Romandie und dem Tessin haben sich dank Fortschritten der französischen und italienischen Schweiz tendenziell vermindert. Wobei in der Deutschschweiz der Anteil an korrekt etikettierten und energieeffizienten Geräten immer noch höher ist. Dringend nötig ist auch eine bessere Schulung des Verkaufspersonal: Über 60% der befragten Verkäuferinnen und Verkäufer zeigte sich wenig oder gar nicht an Energiefragen interessiert.

Das Energiesparpotential im Haushaltsbereich ist keineswegs marginal: Mehr als 20 Prozent des gesamtschweizerischen Stromverbrauchs verbrauchen die grossen Haushaltsgeräte. Die Erfahrung der Konsumentenorganisationen zeigt zudem, dass Konsumentinnen und Konsumenten bewusster auf den Energieverbrauch achten, wenn sie auf das Sparpotential in Frankenbeträgen aufmerksam gemacht werden. Bei einem Kühlschrank zum Beispiel können auf die Lebensdauer von 15 Jahren hochgerechnet rund 650 Franken an Stromkosten gespart werden. Der Stromverbrauch einer Energiesparlampe kostet im Vergleich zu einer Glühbirne ganze 180 Franken weniger.

Es bringt wenig, Konsumentinnen und Konsumenten mittels teuren Kampagnen auf die Energieetikette aufmerksam zu machen, wenn sie im Laden nicht einmal die vom Gesetz verlangte Deklaration vorfinden.

Alec zieht aus der breit angelegten Untersuchung unter anderem folgende Schlüsse:

Das Tempo der Entwicklung ist zu langsam. Das Bundesamt für Energie (BFE) wird eine Nachkontrolle anordnen müssen, die unter Umständen die im Energiegesetz vorgesehen Sanktionen nach sich ziehen kann.

Das BFE muss die Einführung der Energieetikette für weitere Gerätekategorien in der EU und der Schweiz fördern.

Der Handel muss endlich in allen Werbemitteln den Energieverbrauch, bzw. die Energieklasse der beworbenen Geräte korrekt aufführen.

Das Verkaufspersonal muss dringend hinsichtlich Kompetenz und Wissen des Energiesparens geschult werden.

Alec Allianz Energie-Konsum (Acsi, FRC, S.A.F.E., SES, SKS, WWF)

Stiftung für Konsumentenschutz

Bern, 14. August 2003

Eine Zusammenfassung der Ergebnisse als pdf-Datei finden Sie hier

 

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