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Anleitung zum Schuldenmachen

Interdiscount-Teilzahlungsangebote

„Heute kaufen – 2004 bezahlen“. Mit solchen Inseraten hat Interdiscount in ganzseitigen Inseraten für Unterhaltungselektronik geworben. Erst wer das Kleingedruckte liest, merkt jedoch, dass der effektive Preis einiges höher ist. Aber auch bei seinen anderen Teilzahlungsangeboten „vergisst“ Interdiscount alle Kosten aufzulisten. Auf Hinweis der SKS interveniert nun das seco.

Interdiscount ist gemäss eigenen Angaben mit über 200 Verkaufsstellen die Nummer Eins im Heimelektronik-Markt. Kürzlich warb der Elektronikanbieter in Inseraten für sein verlockendes Ferienangebot „Heute kaufen – 2004 bezahlen“ (die Aktion lief am 23. 07.2003 aus). So wurde zum Beispiel ein Bildschirm für Fr. 699.- statt Fr. 1198.- zum Kauf angeboten. Bezahlen muss man ihn erst per 31. Januar 2004. Unten stehend, in rund zehnmal kleinerer Schrift, wies Interdiscount auf die Zahlungsmodalitäten hin: 15% effektiver Jahreszins – das gesetzlich erlaubte Maximum. Hinzu kommen, ohne dass dies Interdiscount irgendwo deklariert, 25 Franken für eine Bonitätsprüfung. Der Preis für den Bildschirm steigt dadurch um mehr als 100 Franken.

Die Stiftung für Konsumentenschutz gab den Fall ans seco (Staatsekretariat für Wirtschaft) weiter und forderte die zuständige Behörde zur Intervention auf. Nun hat das seco reagiert: Es beanstandet, dass Interdiscount die Kosten für eine Bonitätsprüfung nicht deklariert. Zudem bemängelt auch das seco die ungenügende Schriftgrösse, in der auf die Zahlungsmodalitäten und den tatsächlichen Endpreis hingewiesen wird. Das Angebot „Heute kaufen, 2004 bezahlen“ könne KonsumentInnen insofern irreführen, da sie glaubten, es gelte in jedem Fall der in grossen Ziffern angekündigte Preis von Fr. 699.-, so das seco.

Die „Ferien-Initiative“ von Interdiscount ist nun abgelaufen. Doch der Elektronikanbieter wirbt weiterhin für seine Produkte im Teilzahlungsmodus. Ein Blick in die Fachgeschäfte zeigt zudem, dass die Deklaration dort noch schlechter ist. Fachleute sind sich einig: Solche Teilzahlungsmöglichkeiten stiften die KonsumentInnen geradezu an, Schulden zu machen (jeder dritte Jugendliche ist überschuldet). Und wenn die Coop-Tochter schon zur Schuldenmisere zahlreicher KonsumentInnen beitragen will, dann soll sie sich zumindest an die Regeln halten. Das heisst: klar und transparent informieren und die KonsumentInnen auch über die Risiken des Teilzahlungsgeschäfts aufklären. Und dazu gehört auch der Hinweis, dass eine Kreditvergabe verboten ist, falls sie zur Überschuldung einer Person führt.

Stiftung für Konsumentenschutz

Bern, 29. Juli 2003

 

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