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Kein Persilschein für Handel und Grossverteiler

Kleinbauern-Vereinigung Stiftung für Konsumentenschutz SKS Gemeinsame Stellungnahme zu den Ergebnissen der Studie Margentransparenz

Die Stiftung Konsumentenschutz und die Kleinbauern-Vereinigung nehmen gemeinsam Stellung zu den Ergebnissen der Studie Margentransparenz, die von der Plattform Agrarzukunft Schweiz vorgestellt wurden. Die Ergebnisse haben beschränkte Aussagekraft und sind kein Persilschein für das Einkaufs- und Verkaufsverhalten im schweizerischen Lebensmittelhandel.

Unterschiedliche Verhältnisse bei unverarbeiteten und verarbeiteten Erzeugnissen

Die Fallstudien in den Transparenzstudien beziehen sich ausschliesslich auf unverarbeitete Lebensmittel. Frisch- und Rohprodukte sind bekanntermassen in erster Linie Frequenzbringer oder gar Lockvögel, um die Konsumentinnen und Konsumenten in den Laden zu bringen. Die Konsequenz ist, dass bei diesem Produktesegment zu Preisen nahe bei den Kosten oder gar darunter angeboten wird. Mit der Auswahl der Produkte setzt sich die Transparenzstudie dem Vorwurf aus, dass tendenziell ein für den Handel günstiges Bild gesucht wurde.

Die übergrosse Mehrheit des Angebotes an Lebens- und Genussmitteln, sind heute verarbeitete Erzeugnisse. Hier liegt das Verhältnis zwischen Einstandspreis der Rohwaren und Verkaufspreis der Konsumartikel sehr viel weiter auseinander. In diesen aus verschiedenen Rohstoffen zusammengesetzten Produkten ist die Weitergabe von Preisreduktionen bei den Rohstoffen noch weniger feststellbar als bei Frischprodukten. Der Vorwurf, dass Preisreduktionen bei den Produzenten an die Konsumenten nicht oder ungenügend weitergegeben werden, ist mit den Beispielen der Margentransparenz-Studie nicht vom Tisch.

Kartellrechtliche Bedenken bleiben

Ebenfalls nicht widerlegt wird mit der Studie die Tatsache, dass die Marktanteile im Detailhandel einer sehr hohen Konzentration auf die beiden führenden Grossverteiler konzentriert sind. Die kartellrechtlichen Bedenken bleiben bestehen.

Für die Landwirtschaft bleibt die Durchsetzung kostendeckender Produktepreise in Anbetracht der Marktverhältnisse eine schwierige Aufgabe. Am erfolgversprechendsten sind Markenstrategien, welche die Konsumentinnen und Konsumenten für schweizerische Produktion auf höchstem ökologischem Niveau in vertrauenswürdiger Form gewinnen. Verschiedene Produzentenorganisationen haben diesen anstrengenden Weg mit guten Aussichten beschritten.

Direktzahlungen nach Leistung und Einkommensbedarf

Die Landwirtschaft erfüllt Marktaufgaben und leistet gleichzeitig Arbeit zugunsten einer lebenswerten Umwelt. Weil dieser Zusammenhang besteht, bleibt es Aufgabe der Gesellschaft die Entwicklung der Landwirtschaft nicht allein den Markkräften zu überlassen. Die Direktzahlungen sind das beste Instrument zur Entschädigung dieser Leistungen und helfen Einkommenslücken zu füllen. Bedingung ist allerdings eine gerechte Verteilung der Direktzahlungen unter die Landwirtschaftsbetriebe nach Leistung und erwiesenem Einkommensbedarf. Die von der Transparenzstudie nachgewiesene massive Unterdeckung der Produktionskosten passt nicht mit der beabsichtigten Abschaffung der Einkommensgrenzen und oberen Limiten für Direktzahlungen zusammen.

Stiftung für Konsumentenschutz

Bern, 29. April 2003

 

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