Startseite Medienmitteilungen Allianz Guide Santé

Allianz Guide Santé

Als Nachschlagewerk für PatientInnen und Versicherte vorläufig nicht realisierbar!

Der durch die Allianz Guide Santé geplante Pilotversuch für einen Guide Santé kann nicht durchgeführt werden, weil die Aerzteschaft nicht mitmacht. Somit haben Patientinnen und Versicherte auch in naher Zukunft kein Instrument in der Hand, um den ihren individuellen Bedürfnissen entsprechenden Arzt/Aerztin und Versicherer auswählen zu können. Geprüft wird nun, ob eine Zertifizierung und die Schaffung eines anerkannten Gütesiegels zum Ziel führen können.

PatientInnen- und KonsumentInnenorganisationen und entsprechende Medien haben sich im Herbst 2001 zur Allianz Guide Santé zusammengeschlossen, um in Zusammenarbeit mit der Stiftung Equam (Externe Qualitätskontrolle Managed Care) mehr Transparenz zu schaffen. Die Allianz soll als dritte Kraft im Gesundheitswesen – neben Aerzteschaft und Versicherern – stärker mitbestimmen und mitgestalten. Immer mehr Leute wollen bei gesundheitlichen Problemen mitentscheiden, bei welchem Arzt oder bei welcher Aerztin welche Abklärungen und Behandlungen durchgeführt werden sollen. Die richtige Wahl zu treffen bedingt jedoch, dass die PatientInnen und Versicherten besser informiert sind über die einzelnen Aerztinnen und Aerzte in ihrer Region, über ihre spezifische Ausbildung, die Besonderheiten der Arztpraxen sowie über die Krankenversicherer, welche diese Leistungen vergüten.

Nachdem nun der Schlussbericht der Machbarkeitsstudie vorliegt (kann auf www.konsumentenschutz.ch als pdf. Datei heruntergeladen werden), hat die Allianz am 12. März entschieden, grundsätzlich an ihren Zielen festzuhalten. Sie nimmt jedoch einige Anpassungen vor: So verzichtet sie vorläufig auf die vorgesehenen eigenen Pilotstudien in verschiedenen Testregionen. Der Hauptgrund ist die mangelnde Bereitschaft der Ärzte, an einem solchen Guide Santé aktiv teilzunehmen. Die Begründung – die Fragebögen für die Arztpraxen seien nicht validiert – ist dürftig. Die unabhängige Stiftung Equam, die beim Bund als Zertifizierungsstelle für Arztpraxen akkreditiert ist und die im Projekt Guide Santé eng mit der Allianz zusammenarbeitet, wird nun ihre Beurteilungs- und Messkriterien überarbeiten und an international erprobte Systeme anpassen.

Wenn der Vertragszwang fällt oder gelockert wird, könnten sich beispielsweise gerade in Ballungszentren Aerztinnen und Aerzte mit einem anerkannten, unabhängig kontrollierten Gütesiegel Marktvorteile verschaffen, ist die Allianz Guide Santé überzeugt. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass ein Gütesiegel, ähnlich wie ein Biolabel, nach strengen, völlig transparenten, mess- und überprüfbaren Kriterien und Richtlinien sowie mit einer unabhängigen Kontrolle funktioniert. Nur dann können PatientInnen und Versicherte davon wirklich profitieren und gut informiert ihre Aerztin resp. ihren Arzt wählen.

Schlussbericht der Machbarkeitsstudie download (pdf-Datei, 43 kb)

Allianz Guide Santé:

Associazione consumatrici della Svizzera italiana (acsi), Fédération romande des consommateurs (FRC), Konsumentenforum (KF), Stiftung für Konsumentenschutz (SKS), Patientenstelle Basel, Patientenstelle Zentralschweiz, Patientenstelle Zürich, Associazione Pazienti della Svizzera Italiana, Schweizerische Patientenorganisation (SPO), Beobachter, Bon à savoir, PulsTipp, Saldo

Stiftung für Konsumentenschutz

Bern, 31. März 2003

 


Auf Facebook teilen    Auf Google+ teilen

Es können keine Kommentare hinterlassen werden. Die Kommentarfunktion ist für diesen Beitrag deaktiviert.

Ratgeber

Kinder-Impfungen – eine Entscheidungshilfe

Gönnerpreis: 19.00 CHF
Normalpreis: 24.00 CHF

Miniratgeber: Komplementärmedizin

Gönnerpreis: 4.50 CHF
Normalpreis: 9.50 CHF

Broschüre: Patienten- und Sterbeverfügung

Gönnerpreis: 6.00 CHF
Normalpreis: 12.00 CHF


Hosting von oriented.net