Startseite Medienmitteilungen Nichts als Ärger mit teiladressierter Werbung

Nichts als Ärger mit teiladressierter Werbung

Werbeflut: SKS interveniert bei Bundesrat Leuenberger

Mit einem „Bitte keine Werbung“-Kleber auf dem Briefkasten weisen unzählige Konsumentinnen und Konsumenten klar und deutlich darauf hin, dass sie keine Werbung wünschen. Doch diese Werbestoppkleber sind der Schweizerischen Post und den werbetreibenden Firmen schon lange lästig. Deshalb hat die Post den teiladressierten Zustelldienst lanciert. Die Stiftung für Konsumentenschutz (SKS) fordert nun Bundesrat Moritz Leuenberger auf, die Rechte der Konsumentinnen und Konsumenten auf Wahlfreiheit und Annahmeverweigerung zu schützen.

Teiladressierte Reklame wird zum Beispiel an „Alle Käsefreunde des Hauses Freieckstrasse 17…“, an „Alle Frauen, Schlossweg 3…“ oder gar an „Alle Gartenfreunde des Hauses Blumenstrasse 24…“ verschickt. Da diese Post „adressiert“ ist, bleibt dem Briefträger, der Briefträgerin gar nichts anderes übrig, als diese kurios beschrifteten Reklamesendungen in die Briefkästen einzuwerfen – sehr zum Ärger von Tausenden von Konsumentinnen und Konsumenten.

Doch mit diesem so genannten „PromoPost selektiv teiladressiert“-Service untergräbt die Schweizerische Post das Recht auf Annahmeverweigerung. Der Stoppkleber wird zur Farce. Jacqueline Bachmann, SKS-Geschäftsführerin, bringt es auf den Punkt: „Damit bleibt die Wahlfreiheit der Konsumentinnen und Konsumenten auf der Strecke.“

Nun hat die SKS in einem Brief den Vorsteher des UVEK, Bundesrat Moritz Leuenberger, aufgefordert, den rechtlichen Hintergrund des Post-Angebots abklären zu lassen. Denn aus Sicht der SKS bewegt sich die Post mit diesem Service im rechtlichem Niemandsland: „Wieso soll bei der Briefpost erlaubt sein, was bei E-Mails und bei Faxwerbung unzulässig ist“, fragt sich die SKS. Zwei Beschlüsse der Schweizerischen Lauterkeitskommission halten nämlich unmissverständlich fest, dass unerwünschte Werbe-E-Mails und Faxwerbung unlauter sind.

Diese Grundsätze lassen sich auch auf die Briefpost übertragen, denn für die SKS ist klar: Es macht keinen Unterschied, ob unverlangte Werbung per E-Mail und Fax eintrudelt oder vom Pöstler gebracht wird. Was zählt, ist die Wahlfreiheit der Konsumentinnen und Konsumenten – und diese gilt es zu respektieren.

Stiftung für Konsumentenschutz

 

Bern, 28. Januar 2003

 

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