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Corona-Virus: Veranstaltung abgesagt, was nun?

Web-RatgeberUm die Verbreitung des Corona-Virus zu verlangsamen, hat der Bundesrat am 16.3.2020 sämtliche öffentlichen und privaten Veranstaltungen verboten. Dieses Verbot gilt vorläufig bis zum 19. April 2020. Es ist nicht auszuschliessen, dass die Massnahmen gegen die Pandemie weiter verschärft werden.

Rechtliche Qualifikation

Mit dem Kauf eines Veranstaltungstickets wird ein Veranstaltungs- oder Zuschauervertrag abgeschlossen, welcher nach allgemeiner Ansicht und Rechtsprechung werkvertragliche Elemente enthält und damit den Regeln des Werkvertrags unterworfen ist. Zusätzlich kommen die allgemeinen obligationenrechtlichen Grundsätze zum Zuge. Insbesondere müssen bereits empfangene Leistungen zurückerstattet werden, wenn die Gegenleistung unmöglich geworden ist (Art. 119 Abs. 2 OR).

Veranstaltung abgesagt

Wurde die von Ihnen gebuchte Veranstaltung wegen des Verbots abgesagt, haben Sie grundsätzlich Anspruch auf Rückerstattung des Ticketpreises. Denn im Falle einer Absage kommt der Veranstalter seiner eigenen Leistungspflicht nicht nach – dies gilt unabhängig davon, ob der Veranstalter den Ausfall zu verantworten hat oder nicht. In einigen Fällen halten die Veranstalter oder die Ticketverkäufer in ihren AGB fest, dass die Haftung bei „höherer Gewalt“ ausgeschlossen ist. Erfreulicherweise empfiehlt der Branchenverband für Veranstalter ihren Mitgliedern, die Rückerstattung, allenfalls nach Abzug von Fr. 5.- für die administrative Rückabwicklung.

Falls der Veranstalter die Rückzahlung nicht selber anhand nimmt, diese mit nachfolgendem Musterschreiben per Mail oder Einschreiben fordern. Wenden Sie sich mit Ihrer Forderung zuerst an die Stelle, bei welcher Sie das Ticket/die Tickets gekauft haben. Wenn diese die Rückerstattung verweigert, fordern Sie die Rückerstattung direkt beim Veranstalter ein. Falls Sie das Ticket physisch besitzen, senden Sie es mit, nachdem Sie für sich eine Kopie angefertigt haben.

Vergessen Sie nicht, dass die Massnahmen des Bundes für viele Veranstalter und Institutionen existenzbedrohend sind. Sie können diese Institutionen und Veranstalter in dieser schwierigen Phase unterstützen, indem Sie Termin-Verschiebungen oder Gutscheine für spätere/andere Veranstaltungen akzeptieren.

Musterschreiben Rückerstattung bei Absage

Im Zweifelsfall empfiehlt es sich, eine Beratung des Konsumentenschutzes in Anspruch zu nehmen.

Achtung: Weitere Schadenersatzansprüche (bspw. für mit der Veranstaltung in Zusammenhang stehende, bereits gebuchte Zugtickets oder Hotelübernachtungen) sind in diesen Fällen kaum durchsetzbar. Allenfalls kann hier eine Reiseversicherung in die Bresche springen, falls die Versicherung für diese Fälle keinen Deckungsausschluss vorsieht.

Veranstaltung verschoben

Wurde die von Ihnen gebuchte Veranstaltung vom Veranstalter aufgrund des bundesrätlichen Verbots auf einen (bekannten oder unbekannten) Termin verschoben, müssen Sie diese Verschiebung nicht in jedem Fall akzeptieren. Wenn Ihnen der Ersatztermin der Veranstaltung nicht zusagt, können Sie mit nachfolgendem Musterbrief eine Rückerstattung verlangen. Weiterer Schadenersatz ist auch hier kaum durchsetzbar.

Musterschreiben Rückerstattung bei Verschiebung

Achtung: Oftmals sehen Veranstalter im Kleingedruckten vor, dass bei Verschiebung des Veranstaltungstermines keine Rückerstattungen möglich seien und die Tickets Ihre Gültigkeit behalten, der Kunde also jeden angebotenen Termin akzeptieren müsse. Beruft sich ein Veranstalter auf eine derartige Bestimmung in seinen AGB und verweigert die Rückerstattung, kann es sich trotzdem lohnen, hartnäckig zu bleiben: Derartige AGB-Klauseln sind unseres Erachtens nicht zulässig. Kontaktieren Sie im Zweifelsfall unsere Beratung.

Sonderfall Viagogo

Wenn Sie die Tickets einer Veranstaltung, die nun aufgrund des bundesrätlichen Veranstaltungsverbots verschoben oder abgesagt werden musste, über die Ticketplattform Viagogo erworben haben, könnte eine Rückerstattung besonders schwierig werden. Das intransparente Unternehmen, welches im Ausland bereits aufgrund missbräuchlicher Vertragsbestimmungen vor Gericht unterlag und gegen das auch in der Schweiz Straf- und Zivilverfahren hängig sind, erschwert es seinen Kunden auch in Zeiten, in denen keine besonderen Umstände wie die aktuelle Corona-Pandemie vorliegen, ihre Rechte wahrzunehmen und Rückersattungen durchzusetzen. Im Folgenden finden Sie einige Vorgehensmöglichkeiten, wenn Sie bei Viagogo Tickets von mittlerweile verschobenen/abgesagten Veranstaltungen erworben haben:

Meldeformular

Bitte melden Sie uns, falls ein Veranstalter sich weigert, die Tickets zurückzuerstatten.

Zum Meldeformular


Infos und Musterschreiben für Rückerstattung bei Dienstleistungsverträgen

Rückerstattung bei Dienstleistungsverträgen


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