Startseite Blog Der Kampf gegen Abzockerei geht weiter!

Der Kampf gegen Abzockerei geht weiter!

Dieser Beitrag handelt nicht von millionenschweren Abzockerlöhnen und -boni, welche nach dem gestrigen überwältigenden Volks-Ja per Gesetz nun gestoppt werden. Es geht um deutlich kleinere, einzelne Geldbeträge. Denn: Auch Sie werden abgezockt – vielfach vermutlich unbewusst.

Es gibt zum Glück immer wieder aufmerksame Käuferinnen und Käufer, die sich vor dem Begleichen der Rechnung eine Preisübersicht mittels Internet verschaffen. Das Resultat ist jeweils identisch: für ein (importiertes) Industrieprodukt verlangt der Schweizer Anbieter einen deutlich höheren Preis. Immer wieder erhalten wir Rückmeldungen von Konsumentinnen und Konsumenten, die sich diese Ungerechtigkeit nicht mehr gefallen lassen. Ihnen wäre es grundsätzlich ein Bedürfnis, die Einkäufe in unserem Land zu tätigen und sie wären auch bereit, einen gering höheren Preis für das identische Produkt zu bezahlen. Aber vielfach ist die Preisdifferenz exorbitant! Empört gelangen die Geprellten an den betreffenden Schweizer Anbieter: mit einen Protestbrief, einer Mail oder einem Telefonanruf. Und siehe da: In vielen Fällen verzeichnen die Reklamierenden monetären Erfolg!

Dieses Beispiel verdeutlicht den Missstand in eindrücklicher Weise:

Kürzlich bestellte ein Heimwerker ein sogenanntes Schaftventil (Sanitärbedarf). Zu wenig hatte er sich bei der Bestellung um den Preis gekümmert und wurde demnach vom happigen Preis von 101 Franken sehr überrascht. Er machte sich im Internet kundig und fand die gleichen Sanitärteile zu einem Preis von – umgerechnet – 36 Franken. Entsetzt über diese Differenz wandte er sich an den Anbieter. Dieser hat lapidar zurückgemeldet, „dass bei diesem Artikel eine Fehlkalkulation vorliegt“. Der richtige Preis sei 69 Franken.

Immerhin: mit einer kurzen Mail hat der Heimwerker über 30 Franken gespart. Ein weiteres Mal die ernüchternde Erkenntnis: Konsumentinnen und Konsumenten, die sich nicht wehren, werden übers Ohr gehauen.

Natürlich finde ich, dass auch dieser „neukalkulierte“ Preis – verglichen mit den Auslandpreisen – immer noch deutlich zu hoch und damit unerklärlich ist.

Dieses Preisungleichgewicht könnte sich in absehbarer Zeit ändern: Im Parlament wird zur Zeit ein Vorstoss unserer Präsidentin behandelt, der solches Abzocker-Gebahren zukünftig unterbinden soll. Gewinner wären die Konsumentinnen und Konsumenten, die endlich faire Preise für Importprodukte im eigenen Land vorfinden würden. Gewinnen würde aber auch das Gewerbe, da dies mit der genau gleichen Preisproblematik konfrontiert ist und vielfach einen ungerechtfertigten „Zuschlag Schweiz“ bei den Einstandspreisen bezahlen muss.

Die Lösung liegt greifbar nahe, damit in kurzer Zeit auch diese Art von Abzockerei unterbunden werden kann. Doch: bis dies soweit ist, heisst es weiterhin: Seien Sie achtsam, vergleichen Sie die Preise und wehren Sie sich!

Sara Stalder

Geschäftsleiterin Stiftung für Konsumentenschutz SKS

Es können keine Kommentare hinterlassen werden. Die Kommentarfunktion ist für diesen Beitrag deaktiviert.

Ratgeber

Miniratgeber: Zölle, Steuern und Co. – grenzenlos einkaufen

Gönnerpreis: 4.50 CHF
Normalpreis: 9.50 CHF

E-Ratgeber (PDF): Zölle, Steuern und Co. – Grenzenlos einkaufen

Gönnerpreis: 3.50 CHF
Normalpreis: 7.50 CHF

Ratgeber: Online-Shopping

Gönnerpreis: 19.00 CHF
Normalpreis: 24.00 CHF

Hosting von oriented.net