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Wirksame und weniger wirksame Strategien

Eigentlich weiss die Schweizer Bevölkerung wie eine gesunde Ernährung aussieht. Nur leider setze sie das im Alltag zu wenig um, kommt der 6. Ernährungsbericht zum Schluss. Mit einer Ernährungsstrategie für die nächsten drei Jahre will das Bundesamt für Gesundheit ein Umfeld schaffen, welches die gesunde Ernährung fördert.  Nestlé hingegen hat schon lange Strategien, um seinen Umsatz und sein Image zu fördern.

Das tönt nach Wunschdenken: „Ernährung: Gut informierte Menschen sollen immer öfter eine gesunde Wahl treffen“ – so betitelt das Bundesamt für Gesundheit (BAG) die Medienmitteilung, mit der es heute den 6. Schweizerischen Ernährungsbericht und die Ernährungsstrategie für die nächsten drei Jahre vorstellt. Gemäss dem Bericht weiss die Schweizer Bevölkerung erstaunlich gut Bescheid über die wichtigsten Empfehlungen für eine gesunde Ernährung. Nur leider setzt sie diese Empfehlungen im Alltag nicht um. Und das bedeutet leider auch, dass die Zahl der Übergewichtigen und Adipösen in der Schweiz nicht abnimmt.

Mit der Ernährungsstrategie 2013 will sich das BAG dieser Entwicklung entgegen stemmen: Das Umfeld soll optimiert werden, heisst es in der Medienmitteilung etwas schwammig, und die Ernährungskompetenzen von allen gestärkt werden. Es ist klar, dass es schwieriger ist, sich gesund und ausgewogen zu ernähren, wenn man sich tagsüber nicht zu Hause verpflegen kann. Und es ist auch einleuchtend, dass Fertiggerichte, die immer beliebter werden, in ihrer Zusammensetzung und bezüglich dem Anteil an Fett, Salz oder Zucker ziemlich weit weg sind von gesunden Mahlzeiten. Aber es ist auch klar, dass es immer schwieriger wird, die gesunden von den ungesunden Lebensmitteln zu unterscheiden. Wir haben vor kurzem Lebensmittel für Kinder unter die Lupe genommen: Trotz vielen Anpreisungen wie „mit viel Vollkorn“, „mit sechs Vitaminen“ oder „ohne Zuckerzusatz“ handelt sich noch lange nicht um gesunde Lebensmittel, sondern um reine Augenwischerei der Anbieter.

Nestlé zum Beispiel ist in den letzten Jahren stark unter Druck gekommen, weil die Frühstücksflocken zum Teil mehr Zucker enthalten als Kuchen. Die Reaktion darauf: Der Zuckeranteil wurde um bis zu 29% reduziert und Nestlé wirbt nun überall mit der verbesserten Rezeptur. „Weniger als 9g Zucker pro Portion“ schreibt Nestlé in dicken Lettern auf ganzseitigen Werbungen. 9 Gramm Zucker, das ist in Ordnung, mag man denken – waren es doch früher bis zu 40 Gramm pro 100 Gramm. Bloss, die 9 Gramm sind pro Portion gerechnet, und eine Portion ist bei Nestlé 30 Gramm. Kurz und gut: Die Frühstücksflocken bestehen immer noch aus fast einem Drittel Zucker und sind damit nicht mehr extrem süss, sondern nur noch sehr süss.

Eine verständliche Kennzeichnung der Lebensmittel spiele eine wichtige Rolle für eine gesunde Ernährung, meint das BAG. Wir meinen, auf jeden Fall. Und manchmal wäre es schon sehr hilfreich, wenn etwas NICHT auf dem Produkt steht: Etwa auf ungesunden Produkten Werbung für scheinbar gesunde Eigenschaften dieses Produktes.

Sara Stalder

Geschäftsleiterin Stiftung für Konsumentenschutz SKS


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Ein Kommentar zu “Wirksame und weniger wirksame Strategien”



Lore Zablonier

Apropo Informierte Gesellschaft betr. Deklarierte Inhaltsstoffe: das Schlemmerfilet Bordelaise von Findus wirbt mit grünem Blatt für fehlende Zusatzstoffe. Schön. Doch was ich mir unter ‚Planzenöl‘ und ‚Gewürzextrakte‘ vorstellen muss, verrät Findus nicht. Obwohl es wirklich gut schmeckt, werde ich in Zukunft schweren Herzens darauf verzichten.
schade.

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