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Löhne und Kaufkraft: das sind die Fakten

Nein, mit Löhnen und Kaufkraft hat das hohe Preisgefüge der Importprodukte in der Schweiz nichts zu tun! Obschon immer wieder gerne von der Wirtschaftsseite ins Feld geführt, entpuppt sich diese Behauptung bei genauer Betrachtung als Ausrede und geschickt gewähltes Ablenkungsmanöver.

Der Detailhandel kam bereits vor zwei Jahren zu diesem Schluss, wie auf Seite 86 der Studie „Kosten, Preise und Performance. Der Schweizer Detailhandel im internationalen Vergleich“ steht:

Neulich hat auch der Bundesrat zum Thema „Berücksichtigung der Kaufkraft“ Stellung bezogen. Er beantwortet in der Interpellation „Preisrechner. Geldverschwendung und Flop?“ die Frage „Bei Vergleichen mit dem Ausland: Werden die Kaufkraftunterschiede zwischen der Schweiz und dem Ausland berücksichtigt?“

wie folgt:

Da die nominellen Preise verglichen werden, sind die Kaufkraftunterschiede nicht berücksichtigt. Sofern sich der Preis von international gehandelten Markenprodukten an einer rein kostenbasierten Preissetzung orientiert, hat eine höhere Kaufkraft per se keinen direkten Einfluss auf den Verkaufspreis.“

Ob der Bundesrat beim Verfassen seiner Antwort nachfolgende Fakten gekannt hat?

Unser Länderpreisvergleich auf preisbarometer.ch zeigt beispielsweise bei der Bekleidung folgendes Bild:

Im Diagramm ist zu erkennen, dass im Durchschnitt die Kleiderpreise von Italien und Frankreich leicht über den deutschen und österreichischen Preisen liegen.

Wenn man nun die Daten der Kaufkraftliste von 2011 der einzelnen Länder beizieht…

…wird folgendes klar:

Italien (102) liegt punkto Kaufkraft deutlich abgeschlagen hinter Deutschland (119) und auch Frankreich (112) und Österreich (117) klassieren sich hinter unserem nördlichen Nachbarn. Würde die Kaufkraft tatsächlich eine Rolle spielen, müsste sich dies bei den Verkaufspreisen in unseren Nachbarländern widerspiegeln. Die Wirklichkeit zeigt, dass beispielsweise bei den Kleidern – in minimer Ausprägung zwar – genau das Gegenteil passiert: In Italien und Frankreich bezahlt man leicht mehr für Bekleidung als in Deutschland und Österreich.

Die zu hohen Preise bei den Importprodukten müssen dringend gesenkt werden, damit unsere Volkswirtschaft nicht weiter geschädigt wird: Nur tiefere Preise bei importierten Gütern bewirken, dass sich die Einkaufsgewohnheiten der schweizerischen Bevölkerung ändern, damit vermehrt in unseren Läden eingekauft wird. Diese Massnahme gewährleistet langfristig die Arbeits- und Ausbildungsplätze und – damit einhergehend – die sicheren Löhne.

Sara Stalder

Geschäftsleiterin Stiftung für Konsumentenschutz

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