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Vom Luftschloss zur Gewissheit

Einen Erfolg und einen Teilerfolg hat der Preisüberwacher heute bekanntgegeben: Nach weiteren Überprüfungen bei der Post konnte er die angekündigten Preiserhöhungen bei Paketversänden ins Ausland rückgängig machen.

Der gelbe Riese seinerseits nennt dies eine verpassten Chance, da die Preisstruktur für die Auslandpakete – und damit die Transparenz für die Kundinnen und Kunden – nun nicht vereinfacht werden könne. Ich vermute, dass sich die Konsumentinnen und Konsumenten über diese vertane Chance nicht weiter grämen, da sie in der Regel kaum mehr als einige Male pro Jahr Geschenke und Päckli in verschiedene Regionen dieser Welt versenden und daher nicht auf eine übersichtliche, vereinfachte, weltweite Zoneneinteilung angewiesen sind.

Als Teilerfolg werte ich die zweite Nachricht aus der heutigen Meldung des Preisüberwachers: Er wird die umstrittenen Gebühren, welche die Post für die Erstellung und Verwaltung von Vollmachten neuerdings verlangt, in einem Jahr erneut überprüfen.

In unserem Gespräch mit der Post Anfang Mai hatten wir eine erneute Überprüfung gefordert. Die Postverantwortlichen lenkten damals leider nicht auf die von uns geforderten Anpassungen bei den Gebühren ein. Auf Grund widersprüchlicher Fakten, die aber beim Gesprächsverlauf auftauchten, verlangten wir, dass der Preisüberwacher beim Bereich „Vollmachten“ nochmals genau hinschaut.

Es wird sich also in einem Jahr zeigen, wie viele Leute ihre Vollmacht bei der Post behalten haben und durch den gelben Riesen auch weiterhin verwalten lassen. Die Post hat bei der Berechnung der neuen Gebühren auf Luftschlösser gebaut, die jedoch immensen Spielraum zulassen. Daher ist es richtig und wichtig, wenn nach einem Jahr diese Gebührenberechnung auf Grund zutreffender Fakten, also dem bereinigten Kundenstamm, vom Preisüberwacher nochmals überprüft wird.

Ob diese Vollmacht-Gebührenregelung schlussendlich zum Nutzen der Post sein wird, weist sich in wenigen Monaten. Denn im Gegensatz zu den wiederkehrenden Kosten bei den Post-Vollmachten fallen bei den notariell beglaubigten Vollmachten die Kosten nur einmalig an und sind somit für viele Postkunden die günstigere Variante, die nun von den Postkundinnen und – kunden auch gebraucht wird. Die Post muss diese auswärts erstellten Vollmachten akzeptieren – und hat damit lediglich Mehraufwand, da diese Vollmachten für die Kontrolle nicht in ihrem System erfasst sind.

Falls die erneute Überprüfung dieser Vollmacht-Gebühren ergeben sollte, dass die Tarife zu hoch angesetzt sind, wird es ein Leichtes sein, das in diesem Jahr zu viel eingezogene Geld den Leuten zurück zu erstatten. Die Adressbereinigung in diesem Gebiet läuft ja zur Zeit bei der Post auf vollen Touren.

Sara Stalder

Geschäftsleiterin Stiftung für Konsumentenschutz

Ein Kommentar zu “Vom Luftschloss zur Gewissheit”



Guido

Nur verlangt die Post neu, dass Maxibriefe eingeschreiben werden müssen. Das verteuert den Versand um mind. das doppelte.

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