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Die plötzliche Kehrtwende der SBB

Die Kondukteure in den Fernverkehrszügen sollen sich auf ihre Rolle als Gastgeber konzentrieren können, meinen die SBB, und nicht einfach Billette verkaufen. Das war gestern, beziehungsweise im Juni. Heute streichen die SBB Kondukteurstellen, die Gastgeberrolle nehmen Lautsprecher und Videokameras wahr.

Heute tönt es anders: Die Interregio-Strecken Bern – Biel und Bern – Burgdorf werden ab dem Fahrplanwechsel zu Regio-Express-Zügen. Nicht nur der Name ändert, auch die Kondukteure bleiben auf der Strecke. Diese Züge werden ohne Zugbegleiter unterwegs sein, die so wichtige Gastgeberrolle werden die automatischen Lautsprecherdurchsagen und die in den neuen Regio-Doppelstockzügen von Stadler Rail installierten Videokameras innehaben.

Das ist erstaunlich. Eine solche grundlegende Änderung haben die SBB von längerer Hand geplant und nicht erst in der Zeit zwischen Juni und Dezember. Da ärgert es doppelt, dass die SBB im Juni so lückenhaft kommuniziert und ihre Absicht hinter lauter schönen Worten versteckt haben. Bis 2014 werden auf fünf weiteren Strecken unbegleitete Züge unterwegs sein. Sparen und Serviceabbau ist also die Devise. Für die Reisenden bedeutet das eine Einbusse an Sicherheit und Ordnung. Schliesslich ist es beruhigend zu wissen, dass im Zug ein Kondukteur unterwegs ist, der im Notfall angesprochen werden kann. Gerade wer öfters an Randzeiten unterwegs ist, ist  dem zirkulierenden Kondukteur dankbar.

Wer regelmässig mit der S-Bahn fährt weiss, wovon die Rede ist. Es hat seinen Grund, dass zum Beispiel die Zürcher S-Bahnen den Einsatz einer Transportpolizei und eines Sicherheitsdienstes prüfen. Die Begleitung der Züge nach 21 Uhr, die vor einigen Jahren wieder eingeführt wurde, reicht nicht aus.

Die SBB werden zwar mit dieser Massnahme Personalkosten einsparen. Unter dem Strich werden sie aber verlieren, da höhere Ausgaben für Zugreinigung und Reparaturkosten anfallen werden und sich etliche Fahrgäste zumindest während bestimmten Zeiten nicht mehr in den Zug wagen werden.

Ganz bestimmt verlieren werden auf diesen Strecken aber die Kundinnen und Kunden der SBB.

Was denken Sie über die plötzliche Kehrtwende der SBB?

Sara Stalder

Geschäftsleiterin Sitftung für Konsumentenschutz

 

 

6 Kommentare zu “Die plötzliche Kehrtwende der SBB”



J. Peier

Die im Artikel erwähnten Linien verkehren ab Fahrplanwechsel wie bisher mit Zugspersonal. Neu ist, dass die Linie Olten-Burgdorf-Bern als Regio-Express eingestuft ist. Dies hat jedoch (vorerst) keine Auswirkung auf die Begleitung der Züge.



Jürg Schmid

Die Kondukteure sollen Gastgeber sein. Gastgeber bieten Service, was sonst.Die SBB bauen ab. Automaten und Internet sind kein Ersatz für verkürzte Öffnungszeiten oder geschlossene Schalter. Wenn Personal abgebaut werden soll dann beim Wasserkopf in Verwaltung Marketing die glauben sich mit immer neuen Ideen persönlich profilieren wollen.



Jonas Ingold

Die Linie Biel-Bern ist schon seit Jahren als Regio-Express ausgewiesen, die Informationen hier sind dementsprechend falsch. Von dem her gibts keine Änderung. Und als täglicher Benutzer kann ich sagen, dass man nur auf rund jeder vierten Fahrt einen Zugbegleiter zu Gesicht bekam.



Sandra-Lia

Tja, ist halt wie mit den Preisanschriften bei den Produkten. Der Konsumentenschutzt tut nichts, und tut dann so, als hätte er was getan!

Ich tue was: Ich mache die Autoprüfung, und byebye öv!



H.Grob

Die regionalen Schnellzüge sind doch fast schon Regionalzüge. Also wo ist der Unterschied in der Kontrolle? Da die meisten Passagiere eh schon GA oder Streckenabo haben, ist die Kontrolle bei den meisten überflüssig. Als GA-Fahrer, der meistens 3 Abschnitte pro Reise fährt, werde 3 mal kontrolliert. Das ist auch ein wenig mühsam.



Remo Müller

Gleichzeitig wird das GA schon wieder teuer. Die Rechnung geht nicht auf.
Ich bin wieder auf das Auto umgestiegen

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