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Saubere Fahrten, saubere Abrechnungen

Zugegeben, das Engadin liegt mit rund 1800 Meter über Meer in einer hochgelegenen Bergzone. Die Autotypen, die in St. Moritz und Umgebung herumkutschiert werden, untermauern diese Tatsache.

Die goldenen Herbsttage im Engadin geniessen viele Menschen – aus allen europäischen Ländern und natürlich auch aus diversen Teilen der Schweiz. Der Verkehr auf den Strassen ist dementsprechend. Verblüfft stellte ich während meiner Ferientage fest, dass kaum kleine „handliche“ Automobile zwischen Bever und St. Moritz unterwegs waren. Es scheint, dass die allermeisten Autolenker grössten Respekt vor dem Schweizer Hochgebirge haben, sich daher vorsehen und sich demzufolge ausserordentlich gut motorisieren. Schliesslich will man ja auch bei einem überraschenden Wintereinbruch gewappnet sein und nicht bei einem halben Meter Neuschnee kurz nach der Hotelgarage oder bei der Ferienhausauffahrt stecken bleiben.

Nur: Der grösste Teil dieser schweren, mächtigen Wagen hinterlässt nicht den Eindruck, jemals auf einem holprigen Feldweg oder einer zu stark beschneiten Fahrbahn unterwegs gewesen zu sein. Blitzblank geputzt, eine mondäne Innenausstattung und der makellos dunkle Lack zeugen von der höchsten Achtsamkeit, welche die Fahrerinnen und Fahrer ihrem Gefährt entgegenbringen. Ich werde den Eindruck nicht los, dass – wer im Engadin Ferientage verbringt – eine gewisse Autoklasse nicht unterschreiten darf, um „dazuzugehören“.

Die unnötigen Tonnagen, welche auf Engadins Strassen (und natürlich in den anderen Teilen der Schweiz) spazierengefahren werden, verursachen immense Umweltprobleme. Eine Lenkungsabgabe oder ein Anreizsystem, das zur Verminderung des CO2-Ausstosses bei Personenwagen führen soll, ist momentan in Ausarbeitung. Der Verordnungstext hat aber erhebliche Mängel. Die grossen Autohändler hätten auch zukünftig keine Anreize, weniger Dreckschleudern zu verkaufen, denn die umweltbewussten Autokäufer würden das Zuviel an CO2-Ausstoss quersubventionieren: Als Berechnungsgrundlage der Strafabgaben diente den Grossimporteure der durchschnittliche Gas-Ausstoss ihrer verkauften Flotte. Kleinere Importeure müssten jedes Auto separat und dementsprechend aufwändig abrechnen lassen.

Das ist nicht nur eine wettbewerbsverzerrende Situation, sondern wird in keiner Weise dem Grundgedanken gerecht: Wer sich um die Umwelt foutiert und die Umweltverträglichkeit eines Fahrzeugs hinter alle Prestigebedürfnisse stellt, soll dafür mit dem Geldbeutel geradestehen müssen. Wir haben daher in unserer Stellungnahme gefordert, dass der ungenügende Gesetzesentwurf fallengelassen wird und dass alle Importeure, ungeachtet der Anzahl importierter Fahrzeuge, gleich behandelt werden.

Schliesslich sollen auch unsere Nachkommen noch lange einen goldenen, farbigen, natürlichen und sauberen Herbst im Engadin erleben dürfen.

Sara Stalder

Geschäftsleiterin Stiftung für Konsumentenschutz

 


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Ein Kommentar zu “Saubere Fahrten, saubere Abrechnungen”



Willi Pfeiffer, pens. bahnhofvorstand, Eglisau

Statt mit dem eigenen „wagen“ bietet die rhätische bahn ganzjährig, bei allen witterungsverhältnissen, in ihren bequemen zügen auch 1. klassewagen , zum teil sogar panoramawagen an, von denen man während der zugsfahrt über die immer wieder faszinierende Albulastrecke auch deren landschaftlich und technische schönheiten während der fahrt bestaunen
kann, was mit dem auto nicht möglich ist. Wer eine superteure limusine vermag, kann sich auch ein bahnbillet leisten und schont erst noch die umwelt und spart erschöpfliche ressourcen. Aber den „dicken bonzen“ ist das offenbar egal.

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