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Monopolist erhält Anschubfinanzierung

Der Traum eines jeden: Sie haben in der Schweiz ein Produkt auf dem Markt, das unangefochtener „Leader“ ist – seit Jahrzehnten. Wettbewerb brauchen Sie nicht zu fürchten, weil es erst seit kurzer Zeit zaghafte konkurrenzierende Versuche gibt. Innovation ist für Sie ein Fremdwort, denn das Produkt muss nicht weiterentwickelt werden. Zudem: Ihre Erfindung ist flächendeckend etabliert und gut vernetzt in den ganzen Handel eingebunden.

Wenn Sie in einer solch komfortablen Ausgangslage sind, machen Sie es sich auf dem Liegestuhl gemütlich. Sie brauchen einzig auszuhecken, wie Sie Ihre Gewinne maximieren können: Beispielsweise – zwar ziemlich einfallslos, diese Idee – verordnen Sie eine kleine Gebühr, wenn jemand Ihr Produkt nutzen will. Dieser Coup wird Ihnen ohne einen weiteren Finger zu rühren zu einem zusätzlichen satten Gewinn verhelfen.

Ausser, die Wettbewerbshüter stellen sich zwischen dieses Vorhaben. Ähnlich geschehen heute: Die Wettbewerbskommission Weko äussert gegenüber dem Vorgehen von MasterCard teilweise Bedenken, dass eine Monopolsituation ausgenutzt werden könnte. Die Worte der Medieninformation sind sehr vorsichtig gewählt: „….verletzt möglicherweise das Kartellgesetz“ lässt die Weko ausrichten.

Aus Konsumentensicht ist die Sachlage glasklar, mehrfach haben wir im Vorfeld dieser Abklärungen unsere Meinung bei der Weko deponiert: Die Maestro-Karte von MasterCard findet sich praktisch in jedem schweizerischen Portemonnaie. Andere Möglichkeiten für eine sogenannte „Debitkarte“ (Abrechnung vom Bankkonto in Echtzeit) gab es bis vor kurzem nicht. Eine neue Karte, die VPay, macht zögerliche Schrittchen. Als Gehhilfe erhielt sie von den staatlichen Wettbewerbshütern die Zustimmung, Gebühren erheben zu dürfen, bis sich das neue Produkt einigermassen im Markt etabliert hat.

MasterCard will ebenfalls mit einer zusätzlichen Debitkarte auf den Markt und verlangt nun das gleiche Recht, welches VPay zugestanden erhielt. Damit nicht genug: Im Sinne einer Gleichbehandlung möchte der Monopolist auch Gebühren verlangen, für die seit Jahrzehnten flächendeckend etablierte Maestro-Card.

Eine Anschubfinanzierung, die einem neuen Produkt und einem neuen Anbieter den Markteintritt ebnet und zum Ziel hat, mehr Wettbewerb zu generieren, mag aus ökonomischer Sicht betrachtet Sinn machen. Ganz klare Worte braucht es aber, wenn sich ein unangefochtener Marktplayer, der auf weitem Feld alleine den Markt beackert, mit unnötigen Zusatzgebühren Gewinne optimieren will.

Dies verletzt nicht nur möglicherweise das Kartellrecht, sondern ist Abzocke in Reinkultur: Entwicklungshilfe ist hier definitiv fehl am Platz!

Sara Stalder

Geschäftsleiterin Stiftung für Konsumentenschutz

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